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Dotschew stürzt Halle ins Tal der Tränen - 0:1 gegen clevere Pirmasenser

Ein lauer Aprilabend, Flutlicht über dem Stadion in Halle, 7.073 Zuschauer - und am Ende wieder diese bittere Erkenntnis: Fußball kann grausam sein. Rot-Weiß Halle hatte mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz (54 Prozent), mehr Torschüsse (10 zu 9) und trotzdem weniger Ertrag. FK Pirmasens nahm nach 90 konzentrierten Minuten einen knappen, aber verdienten 1:0-Auswärtssieg mit nach Hause.

Dass am Ende ein Mann namens Nikolai Dotschew zum Albtraum der Hallenser werden würde, konnte in der ersten Halbzeit noch keiner ahnen. Da plätscherte das Spiel nämlich so dahin - wortwörtlich, denn ein kurzer Schauer sorgte für glitschige Bedingungen und so mancher Pass von Reece Lankford landete eher in der Pfütze als beim Mitspieler. Trainer Luis Muriel, bekannt für seine emotionalen Gesten, schrie in der 25. Minute: "Ball flach halten, Männer!" - was auf dem nassen Rasen eine gewisse Ironie besaß.

Pirmasens dagegen lauerte. Das Team von Gudrun Schweitzer zeigte von Beginn an, dass "Defensiv" kein Schimpfwort sein muss. Der Matchplan war simpel, aber effektiv: hinten sicher stehen, vorne auf den Moment warten. Alexander Satchmore, der agile Rechtsaußen, grinste später: "Wir wussten, dass Halle gerne den Ball haben will. Also haben wir ihn ihnen gelassen."

Die erste Halbzeit endete torlos, aber mit Tendenz: Halle spielte, Pirmasens wartete. Und als alle dachten, das würde noch ewig so weitergehen, kam die 56. Minute - jener Augenblick, der in Halle wohl noch einige Tage in den Köpfen nachhallen wird. Nach einem schnellen Gegenstoß über die rechte Seite legte Satchmore quer, Dotschew kam angerauscht und drosch den Ball mit rechts unter die Latte. 1:0 für Pirmasens - eiskalt, präzise, unhaltbar.

Der Jubel der Gäste war so laut, dass man kurz dachte, der Gästeblock sei doppelt so groß. Dotschew, später zum "Spieler des Abends" gekürt, grinste bescheiden: "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn ich nachdenke, geht der Ball meistens drüber."

Halle reagierte wütend, fast panisch. Pietro Bruno prüfte den gegnerischen Torwart Dennis Frei gleich dreimal (3., 80. und 93. Minute), doch Frei erwischte einen Sahnetag. "Ich hab einfach alles gesehen - sogar das, was ich gar nicht sehen konnte", witzelte der 30-Jährige nach dem Spiel. Die Hallenser verzweifelten an der kompakten Defensive der Gäste, die sich zunehmend in die eigene Hälfte zurückzogen, aber mit stoischer Ruhe verteidigten.

Zwischenzeitlich wurde es ruppig. Drei Gelbe Karten für Halle (Custodio 62., Katan 77.) und zwei für Pirmasens (Reid 65., Coviello 71.) zeigten, dass die Emotionen auf beiden Seiten hochkochten. Besonders Mario Custodio, der nach seiner Verwarnung wild gestikulierend zum Schiedsrichter lief, bekam von Trainer Muriel ein unmissverständliches "Zurück, sofort!" zugerufen.

Ein kurzer Schreckmoment in der 50. Minute: Pirmasens’ Noah Specht verletzte sich bei einem Laufduell und musste ausgewechselt werden. Schweitzer reagierte schnell und brachte Satchmore, der später den Sieg vorbereitete. Eine dieser Einwechslungen, die Trainer später als "genialen Schachzug" verkaufen dürfen.

Die Schlussphase gehörte wieder Halle. Der junge Werner Pan versuchte es in der 68. Minute, Reece Lankford kurz darauf, doch das Tor blieb wie vernagelt. Im Fanblock machte sich Galgenhumor breit: "Wir brauchen ein zweites Tor - dann vielleicht zählt eins", rief jemand, und mancher lachte bitter.

Nach dem Schlusspfiff stand Muriel mit verschränkten Armen am Spielfeldrand. "Wir waren nicht schlechter, nur unglücklicher", sagte er mit diesem Ton, den man kennt, wenn Trainer eigentlich etwas anderes meinen. Schweitzer dagegen strahlte: "Das war unsere Lieblingsdisziplin - leiden und dann feiern."

So endet dieser zweite Spieltag der Regionalliga B mit einer Lehrstunde in Effizienz: Ein Schuss mit Konsequenz schlägt zehn Versuche ohne Ziel. Halle bleibt also noch ohne Sieg, Pirmasens reist mit breiter Brust nach Hause.

Oder, wie ein älterer Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir heute 5:1 gewonnen." Leider zählt im Fußball immer noch das Netz, nicht die Statistik.

02.04.643997 19:14
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Worüber ich mir die ganze vergangene Zeit Gedanken gemacht habe? Meine Frisur, die ist nämlich scheiße.
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