Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

FC Wusterwitz tanzt Gera aus - 2:0-Heimsieg mit Stil und Spott

Wenn der FC Wusterwitz unter Flutlicht spielt, dann liegt etwas in der Luft - der Geruch von Bratwurst, Adrenalin und gelegentlich einer Portion Übermut. Am Freitagabend stand der 10. Spieltag der Regionalliga B auf dem Programm, 5 418 Zuschauer drängten sich im Wusterwitzer Sportpark und sahen ihr Team mit 2:0 über den 1. FC Gera triumphieren. Zwei Tore, ein paar hitzige Worte und eine Prise Selbstironie - ein Fußballabend, wie ihn die Region liebt.

Schon in den ersten Minuten zeigte sich, wer hier den Takt vorgab. Die Wusterwitzer, von Trainer Tom Fritz gewohnt mutig eingestellt, kombinierten mit kurzen Pässen, als wollten sie beweisen, dass Ballbesitz tatsächlich schön sein kann. 52 Prozent davon gingen am Ende auf ihr Konto, aber der Eindruck war deutlicher: Wusterwitz drückte, Gera verteidigte.

In der 14. Minute dann der Moment, der den Abend in Bewegung brachte: Werner Runge, der Mittelfeldmotor mit der Frisur eines 70er‑Jahre‑Rockstars, zog aus gut zwanzig Metern ab - und traf. Curt Fröhlich hatte den Ball zuvor mit einer eleganten Drehung abgelegt, Runge bedankte sich auf seine Weise. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste er nach dem Spiel, "aber der Ball hat sich anders entschieden." Das Netz vibrierte, die Tribüne tobte, und Gera wirkte plötzlich so überrascht, als hätte jemand die Spielregeln geändert.

Gera versuchte danach, offensiv zu bleiben - zumindest stand es so im Taktikzettel -, doch auf dem Rasen kam davon wenig an. Drei Torschüsse in neunzig Minuten sprechen Bände. Nur einmal, in der 64. Minute, zwang Jannis Schaller den Wusterwitzer Keeper Phillip Zimmermann zu einer Flugparade, die mehr nach Kunstturnen als nach Torwartspiel aussah. "Ich hab’s einfach mal probiert", erklärte Schaller später, "man muss ja was tun, damit man nicht einfriert da vorne."

Zur Halbzeit führte Wusterwitz 1:0, und Trainer Fritz wechselte clever: Der junge Rafael Witte kam für Finn Roth, der zwar fleißig, aber glücklos geblieben war. Witte sollte später noch glänzen. Gera-Coach - dessen Name an diesem Abend öfter in Richtung Himmel gerufen wurde, als ihm lieb gewesen sein dürfte - beließ es zunächst bei ermutigenden Worten. "Wir bleiben offensiv!", hörte man ihn rufen, während seine Abwehr gerade wieder in höchster Not klärte.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: Wusterwitz spielte, Gera hoffte. Curt Fröhlich scheiterte mehrfach am starken Gera-Keeper Marc Bergen (der mit Abstand beste Gast an diesem Abend), und Johann Zander kassierte in der 62. Minute Gelb - offenbar, weil er den Ball zu leidenschaftlich zurückeroberte. "Ich wollte doch nur aufräumen", murrte er später mit einem Grinsen.

Dann kam die 78. Minute. Zander, der rechte Mittelfeldmann, flankte präzise in den Strafraum, wo Witte - der Joker - lauerte. Eine Ballannahme wie aus dem Lehrbuch, ein Schuss aus der Drehung, 2:0. Das Stadion bebte, und Trainer Fritz klatschte so heftig, dass sein Notizblock davonflog. "Rafael hat heute gezeigt, dass er keine Angst vor großen Momenten hat", lobte der Coach nach Abpfiff. Witte selbst blieb bescheiden: "Ich hab einfach den Fuß hingehalten. Der Rest war Physik."

Gera versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, brachte aber nur zwei harmlose Abschlüsse zustande - einer davon landete auf dem Parkplatz hinter dem Tor. Die Gelbsperre von Oliver Lee (nach Foul in der 34. Minute) war da längst vergessen, die Frustration blieb.

Statistisch war die Sache klar: 15 Torschüsse für Wusterwitz, 3 für Gera, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gastgeber. Das Ergebnis 2:0 (1:0) spiegelte nicht nur die Zahlen, sondern auch die Stimmung wider: Wusterwitz mit Spielfreude, Gera mit höflicher Zurückhaltung.

Nach dem Abpfiff stand Trainer Fritz vor den Kameras und sagte mit einem Zwinkern: "Wir wollten zeigen, dass man auch ohne Pressing Spaß haben kann." In der Kabine, so erzählte später ein Spieler, lief Musik, die angeblich extra für Curt Fröhlich aufgelegt wurde - als Dank für seine Vorlage und seinen unermüdlichen Einsatz.

Und Gera? Deren Spieler verließen das Feld mit hängenden Köpfen, aber fairen Worten. "Wusterwitz war heute einfach besser", gab Kapitän Bergen zu. "Wir haben offensiv gespielt - zumindest laut Theorie."

So endete ein Abend, der weniger Drama, aber viel Charme bot. Wusterwitz klettert mit diesem Sieg weiter nach oben, während Gera wohl noch eine Weile an den eigenen Notizzetteln feilen muss.

Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions meinte: "Schön war’s. Und wenn die so weiterspielen, brauch’ ich bald eine Dauerkarte - und ein stärkeres Herz."

23.09.643999 00:29
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Tore Pedersen ist ein sehr guter Freund. Ich bin jetzt hier, um für ihn eine Frau zu finden.
Jan-Aage Fjörtoft über den Grund seines Wechsels zu Eintracht Frankfurt
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager