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Freiburg verspielt Führung - SV Linx tanzt im Breisgau zum 4:1

Ein lauer Maiabend, 4.320 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion, und alles begann so verheißungsvoll für Freiburg. Ein schneller Angriff über rechts, Constantin Juskowiak steckt den Ball elegant durch - und Janis Becker, der Routinier mit 32 Jahren und dem ewigen Hunger nach Toren, trifft in der 26. Minute trocken zum 1:0. Die Fans jubeln, einige singen schon vom Europapokal (man darf ja träumen). Trainer Oliver Sturm klatscht zufrieden in die Hände. Doch dann kam Linx. Und wie.

"Wir haben uns nach dem Rückstand einfach geschüttelt", grinste SVL-Coach Michal Dickschat später, "und dann beschlossen, dass wir jetzt mal Fußball spielen." Fußball spielten sie - und wie. Schon in der 42. Minute brachte Mark Fritsch den Ball von rechts scharf in die Mitte, Eduardo Henrico, 21 Jahre jung, stürmt heran und trifft zum 1:1. Ein Tor, das so sauber war, dass selbst Freiburger Torwart Leon Kessler kurz applaudieren wollte, bevor ihm einfiel, dass das unprofessionell wäre.

Mit einem gerechten Unentschieden ging es in die Pause, die Freiburger mit statistischem Komfort (56 Prozent Ballbesitz), die Linxer mit wachsendem Selbstvertrauen. "Wir hatten das Gefühl, dass noch was geht", verriet später Wolfgang Seitz, der Mann, der in der 74. Minute genau das bewies. Nach einem präzisen Pass von Christian Stein traf er aus spitzem Winkel - 1:2. Und plötzlich war im Stadion nur noch das nervöse Rascheln von Papier zu hören, als die Freiburger Fans ihre Bratwurstzettel zerknüllten.

Dann kam die Schlussoffensive der Gäste, eine Mischung aus jugendlichem Übermut und taktischer Disziplin. Ralph Konrad, ebenfalls 21, schlenzte in der 82. Minute den Ball nach einer Vorlage von Detlev Miller in den Winkel - 1:3. Keine fünf Minuten später revanchierte sich Miller persönlich und setzte nach einem Pass des Innenverteidigers Bernt Prinz den Schlusspunkt: 1:4. Freiburgs Abwehr stand da wie ein Kegelset, das jemand vergessen hatte, nach dem letzten Wurf wieder aufzustellen.

Die nackten Zahlen untermauern das Bild: 20 Torschüsse für Linx, nur acht für Freiburg. Obwohl die Gastgeber mehr Ballbesitz hatten, wirkte ihr Spiel wie ein Auto mit angezogener Handbremse. Linx dagegen spielte einfach schneller, direkter, mutiger. "Das war ein bisschen wie Schach gegen jemanden, der die Figuren einfach vom Brett kickt", meinte Freiburger Linksverteidiger David Sauer, der zuvor in der 32. Minute Gelb gesehen hatte.

Trainer Sturm versuchte nach dem Spiel, Haltung zu bewahren: "Wir waren in der ersten Halbzeit klar besser. Danach… nun ja, Linx hatte halt vier Tore." Er lachte gequält, während hinter ihm der Mannschaftsbus des SV Linx hupte - vermutlich aus purer Freude über den unerwartet deutlichen Auswärtssieg.

Für Linx ist der Triumph weit mehr als nur ein Dreier im Tabellenkeller. "So ein Abend bleibt hängen", sagte Michal Dickschat mit einem breiten Grinsen. "Vier verschiedene Torschützen, keiner älter als 25 - das ist unsere Zukunft." In der Kabine, so war zu hören, wurde anschließend laut gesungen, und ein Spieler soll gesagt haben: "Wenn wir so weitermachen, müssen wir bald Eintritt verlangen, nur fürs Training."

Freiburg dagegen muss sich fragen, wie man mit 55 Prozent Ballbesitz und einer taktisch ausgewogenen Ausrichtung (laut Statistik "balanced") derart unter die Räder geraten kann. "Vielleicht waren wir zu ausgeglichen", murmelte einer der Verteidiger in Richtung der Mixed Zone.

Am Ende blieb ein Spiel, das zeigte, wie gnadenlos Fußball sein kann: Freiburg führte, dominierte zwischenzeitlich sogar - und wurde dennoch vom Effizienz-Orkan des SV Linx weggeblasen. 1:4 (1:1) hieß es nach 90 Minuten.

Und als die Flutlichter langsam erloschen, sagte ein älterer Fan auf der Tribüne trocken: "Na wenigstens haben wir das erste Tor gesehen." Ein Satz, der irgendwie alles zusammenfasst.

Vielleicht ist das die schönste Ironie des Abends: Freiburg hatte den Ball, Linx hatte die Tore - und das Spiel gehört bekanntlich denen, die treffen.

03.06.644000 05:00
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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