Anpfiff
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Fröhlich trifft früh, Roth besiegelt Hadamars trüben Abend

Freitagabend, Flutlicht in Hadamar, 3843 Zuschauer auf den Rängen - und am Ende ein kollektives Seufzen in Rot-Weiß. Die Spvgg Hadamar unterliegt am 18. Spieltag der Regionalliga B dem FC Wusterwitz mit 0:2 (0:1). Es war ein Spiel, das weniger durch Spannung als durch die gnadenlose Effektivität der Gäste in Erinnerung bleibt.

Bereits in der 13. Minute brachte Curt Fröhlich die Wusterwitzer in Führung. Nach einem klugen Ball von Mittelfeldmotor Werner Runge nahm Fröhlich Maß und traf mit der Präzision eines Uhrmachers. "Ich habe einfach draufgehalten", grinste der 23‑Jährige nach Abpfiff und fügte schmunzelnd hinzu: "Na gut, ein bisschen gezielt hab ich schon."

Hadamar wirkte von diesem frühen Nadelstich überrascht. Zwar hielt die Mannschaft von Trainer - dessen Name an diesem Abend lieber ungenannt blieb - in Sachen Ballbesitz (48 Prozent) ordentlich mit, doch im letzten Drittel herrschte Flaute. Ganze **ein** Torschuss fand den Weg aufs Gehäuse von FC‑Keeper Phillip Zimmermann. Der musste sich zwischenzeitlich wohl gefragt haben, ob er Eintritt oder Gehalt bekommt, so selten wurde er gefordert.

"Wir wollten mutig spielen, aber irgendwie blieb der Mut in der Kabine", murmelte Hadamars Rechtsaußen Joshua Lineback, der in der 8. Minute die einzige echte Chance seines Teams hatte. Sein Schuss - halb Flanke, halb Hoffnung - segelte in die Arme des Torwarts.

Wusterwitz hingegen gab sich spielfreudig und ließ Ball und Gegner laufen. 14 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die eine klare Sprache sprechen. Trainer Tom Fritz wirkte nach dem Spiel dennoch erstaunlich unzufrieden: "Wir hätten das früher entscheiden müssen. Bei so vielen Chancen krieg ich graue Haare - und die hab ich schon!"

Kurz vor der Pause musste er dann tatsächlich umstellen: Der erst 18‑jährige Innenverteidiger Marcel Voigt verletzte sich und wurde durch Ralf Meiser ersetzt. Meiser sollte später noch eine tragende - besser gesagt: flankengebende - Rolle spielen.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Hadamar lief, kämpfte, grätschte - aber meistens hinterher. Als dann in der 62. Minute Finn Roth nach Vorlage eben jenes Meiser zum 2:0 vollstreckte, war der Deckel drauf. Ein trockener Schuss aus halbrechter Position, unhaltbar für den chancenlosen Keeper Christiano Travassos.

"Das war so ein Moment, in dem du einfach weißt: Der Ball will rein", sagte Roth später, während er sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte. Und tatsächlich: Wusterwitz spielte danach wie eine Mannschaft, die genau weiß, dass sie das Spiel im Griff hat.

Hadamar versuchte es derweil mit dem, was man im Trainerdeutsch gern "Mentalität" nennt. Leon McAteer und Jakob Eder holten sich noch ihre gelben Karten ab - Zeichen von Frust oder Leidenschaft, je nach Blickwinkel. "Wenn du schon nicht triffst, dann wenigstens mal ein Zeichen setzen", soll Eder gesagt haben, ehe er sich mit einem ironischen Klatschen an die Tribüne wandte.

Der Rest war Schaulaufen für die Gäste. Fröhlich prüfte Travassos noch zweimal (79. und 85.), und selbst Mittelfeldmann Werner Runge durfte in der Nachspielzeit noch einmal abdrücken. Wusterwitz hätte das Ergebnis höher gestalten können, wollte aber offenbar nicht unhöflich werden.

Nach Abpfiff war die Stimmung auf beiden Seiten klar getrennt. Während die Wusterwitzer Spieler ausgelassen feierten, standen einige Hadamarer Fans noch minutenlang auf ihren Plätzen - als könnten sie durch pure Willenskraft das Ergebnis umschreiben.

"Das war heute nicht unser Abend", sagte ein sichtlich zerknirschter Lukas Kunkel, bevor er sich in Richtung Kabine schleppte. Trainer Fritz hingegen ließ sich den Spaß nicht nehmen: "Zwei Tore, drei Punkte, keine Verletzung - na gut, fast keine - und ein schönes Wochenende. So darf’s gern weitergehen."

Fazit: FC Wusterwitz gewinnt verdient, weil sie schlicht mehr Fußball gespielt haben. Hadamar dagegen blieb vieles schuldig - Ideen, Zielstrebigkeit, und ja, auch ein bisschen Glück. Der Ballbesitz war beinahe ausgeglichen, aber das Spielgefühl? Einseitig wie ein Montagmorgen.

Oder, um es mit den Worten eines Wusterwitzer Fans zu sagen, der beim Rausgehen grinsend meinte: "Wenn’s läuft, dann läuft’s - und heute ist’s halt über Hadamar gerollt."

Ein Abend, der für Hadamar schnell vergessen, für Wusterwitz aber wohl noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

14.08.643996 17:37
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