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Es war einer dieser Abende, an denen man ahnt, dass Fußball mehr ist als 22 Männer und ein Ball. 5.812 Zuschauer sahen am Dienstagabend, wie der FC Wusterwitz den FK Pirmasens mit 3:0 (1:0) nach Hause schickte - und das mit einer Mischung aus Spielfreude, Effizienz und, ja, einem Hauch von Schadenfreude. "Ich hätte fast vergessen, dass wir Regionalliga spielen", grinste Wusterwitz-Trainer Tom Fritz nach dem Abpfiff. "Das sah zeitweise nach Champions League aus - zumindest, wenn man ein Auge zudrückt." Schon nach einer Minute knallte Curt Fröhlich den Ball erstmals Richtung Gästetor, so als wolle er den Takt für den Abend vorgeben. Der Schuss ging drüber, aber das Publikum wusste: Der Junge ist heiß. Auf der anderen Seite versuchte sich Pirmasens’ Alexander Satchmore in der vierten Minute - es blieb die einzige gefährliche Szene der Gäste in Halbzeit eins. Wusterwitz spielte mit 51 Prozent Ballbesitz leicht überlegen, aber viel wichtiger war: Sie spielten mit Herz. Kurz vor der Pause dann der erste Jubelsturm - Nico Behrendt zog über rechts, legte uneigennützig quer, und Fröhlich stand dort, wo Mittelstürmer stehen müssen: mittendrin im Glück. 1:0 in der 42. Minute, das Stadion bebte. "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", sagte Fröhlich später bescheiden - was in etwa so glaubwürdig klang wie ein Politiker, der behauptet, er habe vom Skandal nichts gewusst. Pirmasens versuchte nach der Pause, offensiver zu werden. Trainerin Gudrun Schweitzer stellte um, schickte ihre Elf in eine mutigere Formation. Doch mutig war an diesem Abend nur die Farbe ihrer Jacke - ein leuchtendes Pink, das selbst bei den Flutlichtreflexen auffiel. "Wir wollten auf Konter setzen", erklärte sie später, "aber man braucht den Ball, um zu kontern." In der 59. Minute dann die Vorentscheidung: Werner Runge passte steil in den Lauf von Luca Philipp, der sich nicht zweimal bitten ließ. Mit 20 Jahren und der Coolness eines Routiniers schob er den Ball flach ins lange Eck - 2:0. Der Jubel klang nach Befreiung, nach Spaß, nach einem Team, das gerade merkt, dass es wirklich gut ist. Während Wusterwitz kombinierte, sammelten die Gäste Gelbe Karten wie andere Leute Briefmarken. Erst Marcel Baer (9.), dann Tiago Gomes (52.) und Ulf Eriksen (56.) - drei Verwarnungen binnen einer Stunde. "Wir wollten Zeichen setzen", murrte Gomes nach dem Spiel. Sein Trainerin konterte trocken: "Ja, leider in die falsche Richtung." Fritz reagierte klug, brachte zur 50. Minute frische Beine - Zander und Witte ersetzten Behrendt und Roth. Das Tempo blieb hoch, und Wusterwitz gönnte sich sogar den Luxus, Chancen liegenzulassen. 13 Torschüsse standen am Ende auf der Habenseite, nur drei bei den Gästen. Als die Nachspielzeit bereits lief, setzte Fröhlich den Schlusspunkt. Nach einem langen Ball von Linksverteidiger Ralf Meiser nahm er die Kugel elegant mit und drosch sie unter die Latte. 3:0, 91. Minute, Standing Ovations. "Ich wollte eigentlich nur Zeit schinden", lachte Meiser, "aber Curt hat’s halt anders verstanden." Nach dem Abpfiff feierten die Fans ihre Helden minutenlang. In der Kabine soll Fröhlich - so verriet ein Mitspieler - "laut und falsch, aber mit Leidenschaft" gesungen haben. Trainer Fritz verkündete derweil nüchtern: "Ich bin zufrieden, aber das war noch nicht alles. Wir können noch besser werden." Bei Pirmasens hingegen hingen die Köpfe. "Wir haben uns bemüht", sagte Schweitzer, "aber das reicht in dieser Liga nicht. Wusterwitz war in jedem Zweikampf giftiger." Die Statistik gab ihr recht: 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Hausherren, 45 für die Gäste - ein klarer Fingerzeig. So bleibt vom 7. Spieltag der Regionalliga B die Erkenntnis: Der FC Wusterwitz ist auf dem Vormarsch - jung, frech, offensiv. Und Curt Fröhlich hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Zum Abschied sagte ein älterer Fan auf der Tribüne, die Mütze tief ins Gesicht gezogen: "So spielt man Fußball, wenn man Montag frei hat." Und ehrlich gesagt - besser kann man’s kaum zusammenfassen. 30.05.643997 16:17 |
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Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic