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Greuther Fürth verliert wildes Torfestival gegen TuS Erndtebrück mit 3:5

Ein Montagabend in Fürth, Flutlicht an, 4104 Zuschauer im Sportpark Ronhof - und viele dürften sich verwundert die Augen gerieben haben. Denn was die TuS Erndtebrück da beim 5:3‑Auswärtssieg ablieferte, war kein klassischer Regionalligafußball, sondern eine Mischung aus Powerplay, Chaos und britischem Wettrennen auf nassem Rasen.

Schon nach vier Minuten rappelte es zum ersten Mal: Kurt Benz, der flinke Rechtsaußen der Gäste, zog einfach mal ab - 1:0 für die TuS. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Benz später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Der Jubel war kaum verklungen, da konterte Fürth mit Henry Elliotts Ausgleich nur eine Minute später. Der junge Engländer traf nach Vorarbeit von Luke Sutherland, und Trainer Paul Kuehn rief seinem Team zu: "Leute, so geht’s!" Es klang fast erleichtert, denn die Abwehr hatte da schon mehr Löcher als ein alter Trainingsball.

Doch Erndtebrück blieb unverschämt mutig. In der 13. Minute schaltete sich Linksverteidiger Timo Hein in den Angriff ein und knallte den Ball ins Netz - 2:1 für die Gäste. "Ich dachte, ich probier’s mal, bevor mich der Trainer wieder zurückpfeift", witzelte Hein. Nur sieben Minuten später erhöhte Mittelstürmer Jack Leech nach feinem Pass von Michael Sonnenschein auf 3:1. Der junge Engländer spielte, als hätte er Energydrinks intravenös bekommen.

Fürth allerdings weigerte sich, brav unterzugehen. Christopher Konrad, der Denker im Mittelfeld, schickte Corey Nolan, und der traf in der 22. Minute zum 2:3. Das Publikum erwachte und forderte mehr - und bekam prompt noch ein Highlight: Henry Elliott schnürte in der 34. Minute seinen Doppelpack, nach Vorarbeit von Ben Hesse. 3:3, ein Spiel wie ein Rockkonzert ohne Pausen.

Doch wer glaubt, das Chaos sei damit vorbei gewesen, irrte gewaltig. Noch vor der Pause schlug wieder Jack Leech zu - sein zweites Tor des Abends in der 39. Minute, diesmal nach einer Ecke und Kopfballverlängerung von Innenverteidiger Karl Gerlach. Mit 3:4 ging’s in die Kabinen.

Trainer Kuehn sah beim Gang in die Halbzeit reichlich bedient aus. "Wir haben 53 Prozent Ballbesitz, aber die Tore schießen die anderen", knurrte er. Tatsächlich hatte Fürth am Ende mehr vom Spiel (52,9 % Ballbesitz), aber Erndtebrück war schlicht kaltschnäuziger: 19 Torschüsse gegenüber 10 der Gastgeber sprechen eine klare Sprache.

Nach der Pause wurde es ruppiger. Luke Sutherland hatte schon in Halbzeit eins Gelb gesehen, und sein Einsatz blieb grenzwertig. Auch Gästeverteidiger Friedrich Reuter kassierte früh eine Verwarnung, nachdem er Henry Elliott unsanft stoppte. "Das war kein Foul, das war Physik", grinste Reuter später - der Schiedsrichter sah das anders.

In der 70. Minute fiel dann die Entscheidung: Der junge Eric Fryer, gerade einmal 20 Jahre alt, zog nach Pass von Sonnenschein aus der Distanz ab - 5:3 für Erndtebrück. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du 19 Schüsse im Spiel hast, muss ja irgendwann einer rein", sagte Fryer schelmisch.

Fürth drückte noch einmal, brachte nach einer Verletzung von Ewan Donahue den frischen Oscar Edgecomb, aber die Angriffsbemühungen verpufften. Henry Elliott versuchte es in der 89. Minute noch mit einem Distanzhammer, doch Keeper Dennis Fischer hielt souverän. "Heute hätten wir bis Mitternacht spielen können, der Ball wäre trotzdem nicht mehr reingegangen", seufzte Kuehn nach Abpfiff.

Auf der anderen Seite strahlte Gästecoach Sigurd Stuhl wie ein Lotto-Gewinner: "Wir sind hier hergefahren, um Fußball zu spielen, nicht um den Bus zu parken. Und die Jungs haben geliefert." Tatsächlich passte das: Offensiv ausgerichtet, mutig nach vorne, kein Pressing, aber dafür jede Menge Spielfreude - so stand es auch in der taktischen Marschroute.

Als die letzten Zuschauer das Stadion verließen, hörte man einen älteren Fan murmeln: "Fünf Gegentore daheim und trotzdem war’s irgendwie unterhaltsam." Damit hatte er recht. Wer an diesem Abend Defensive sehen wollte, war fehl am Platz - aber wer Spektakel suchte, kam voll auf seine Kosten.

Und so bleibt dieses 3:5 nicht nur als bittere Niederlage für Greuther Fürth in Erinnerung, sondern auch als Lehrstück in Sachen Konsequenz: TuS Erndtebrück traf fast nach Belieben, während Fürth zu oft am eigenen Strafraum den Überblick verlor. Trainer Kuehn versprach: "Wir werden das aufarbeiten - vermutlich mit viel Kaffee und wenig Schlaf."

Ein Fazit, das man sich auch als Zuschauer zu Herzen nehmen konnte: Fußball ist manchmal kein Mathematikunterricht, sondern eher ein Improvisationstheater - und an diesem Montagabend war TuS Erndtebrück die bessere Schauspieltruppe.

06.04.644000 10:53
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Ich habe keine Probleme mit Werner Lorant mal ein Bier zu trinken - oder auch mal ein Kaugummi zu kauen.
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