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Manchmal schreibt der Fußball keine großen Dramen, sondern einfache Geschichten: bessere Mannschaft gewinnt. Der TSV Hoffenheim nahm am Mittwochabend in der Regionalliga B die drei Punkte aus Pirmasens mit, als hätte man sie schon vor dem Anpfiff reserviert. Ein 2:0 (1:0) - nüchtern, kontrolliert, aber eben auch hochverdient. 3797 Zuschauer im Sportpark Pirmasens sahen eine Partie, die eher nach Lehrfilm über Ballkontrolle als nach Spektakel roch. Die Gastgeber von Trainerin Gudrun Schweitzer versuchten es mit einer defensiven Marschroute, die Taktiktafel wies eindeutig auf "Konter" und "defensiv" - und das war sie auch, sehr sogar. Hoffenheim dagegen spielte, wie es seine Statistik verspricht: 15 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Das war kein Feuerwerk, aber stetiger Druck - wie ein Wasserhahn, der nie ganz zugedreht wird. Schon nach zehn Minuten zeigte sich, wohin die Reise gehen würde. Liam Herrmann prüfte mit einem satten Linksschuss Pirmasens-Keeper Lucas Grantham - der parierte stark, doch das war nur der Anfang. Kurz darauf, in Minute 20, war es dann soweit: Giuseppe Guarano vollendete eine sehenswerte Kombination über links. Herrmann hatte sich durchgetankt und den Ball mit Übersicht quergelegt. Guarano musste nur noch den Fuß hinhalten - 0:1. "Das war so ein Moment, da denkst du: Das läuft", grinste der Torschütze später, "aber bei uns weiß man ja, dass es auch mal wieder anders laufen kann." Für Pirmasens lief es leider genau so weiter. Der Plan, aus einer kompakten Defensive heraus Konter zu setzen, blieb eher theoretisch. Vitorino Ramallo hatte in Minute 24 die einzige nennenswerte Chance der ersten Hälfte - sein Schuss aus spitzem Winkel wurde von Hoffenheim-Keeper Tommaso Aiello problemlos entschärft. Danach folgten gelbe Karten statt Chancen: Liam Carey (Hoffenheim, 27.) und David Marano (Pirmasens, 28.) demonstrierten, dass man auch in einem eher gemütlichen Spiel mal energisch zu Werke gehen kann. Hoffenheim-Coach Dennis Simon stand an der Seitenlinie und sah ziemlich unaufgeregt aus. "Wir wollten das Tempo kontrollieren", erklärte er nach dem Spiel. "Wenn du hier in Führung liegst, darfst du dich nicht von der Atmosphäre anstecken lassen." Atmosphäre - das war vielleicht etwas zu hoch gegriffen, denn die Zuschauer murmelten mehr, als dass sie tobten. Nach der Pause brachte Schweitzer frische Kräfte: Dani Tabenkin und Noah Specht kamen ins Spiel, und tatsächlich hatte Specht gleich zwei ordentliche Abschlüsse (47., 49.). Doch Aiello stand sicher, und das war’s dann auch mit der Pirmasenser Euphorie. Hoffenheim machte es besser. In der 70. Minute fiel die Entscheidung: Wieder war Liam Herrmann der Vorbereiter, diesmal flankte er präzise auf den Kopf von Markus Block - 0:2. Block rannte jubelnd Richtung Eckfahne, während Herrmann später augenzwinkernd bekannte: "Ich wollte eigentlich schießen, aber Markus stand halt im Weg." Danach verwalteten die Gäste das Ergebnis so routiniert, dass man fast das Gefühl hatte, sie spielten auf Zeit - obwohl noch 20 Minuten übrig waren. Die Pirmasenser warfen am Ende alles nach vorn, inklusive eines verzweifelten Pressings, das in Minute 90 endlich aktiviert wurde, als das Kind längst im Brunnen lag. Trainerin Schweitzer nahm’s mit Humor: "Wir haben defensiv gut gestanden - bis zum Anpfiff", sagte sie und lachte dabei, "danach war’s eher ein Stehversuch als ein Stand." Ihr Team zeigte Einsatz, aber keine Durchschlagskraft, und so blieb’s bei vier Torschüssen - weniger als Hoffenheim allein in den ersten 20 Minuten hatte. Ein paar Fans blieben nach Abpfiff noch auf der Tribüne, vielleicht um zu verstehen, wie man mit so viel Kampfgeist doch so wenig Gefahr erzeugen kann. Oder um einfach das Flutlicht zu genießen. Fazit: Hoffenheim spielte nicht zauberhaft, aber clever. Guarano und Block trafen, Herrmann glänzte als doppelter Vorlagengeber, und Aiello hielt sein Tor sauber. Pirmasens kämpfte, rackerte, grätschte - aber am Ende blieb nur ein weiterer Abend, an dem man sich fragte, ob man nicht doch mal etwas offensiver auftreten sollte. Oder wie es ein Fan beim Hinausgehen formulierte: "Wenn man schon verliert, dann wenigstens mit Toren. Aber die haben wir wohl vergessen, mit aufs Feld zu nehmen." 08.02.644000 10:15 |
Sprücheklopfer
Oliver Kahn konnte ich gerade noch davon abhalten, sich zu ertränken. Der Rest hat sich auf der Toilette eingesperrt.
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