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Es war ein Fußballabend, wie ihn die knapp 1.870 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion schon lange nicht mehr gesehen hatten: jung, frech, torhungrig - und am Ende mit einem klaren 3:0‑Erfolg für den 1. FC Kaiserslautern über den VfB Dillingen. Drei Tore, jede Menge Chancen (20 Schüsse aufs Tor!) und ein Gefühl von Aufbruch - das war mehr als nur ein Pokalgruppenspiel. Trainer Kada Schmide hatte schon vor dem Anpfiff gewarnt: "Wir spielen mutig, aber nicht kopflos." Nun ja, das "nicht kopflos" funktionierte in den ersten Minuten eher mäßig, denn der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Linksaußen Nael Ze Castro prüfte Dillingens Keeper Florian Gabriel bereits nach drei Minuten, und wieder in der 9. Minute, und dann noch einmal in der 20. - diesmal mit Erfolg. Nach feinem Zuspiel von Daniel Jacurso zog der 18‑jährige Portugiese trocken ab, der Ball klatschte an den Innenpfosten und rein. 1:0. Der Jubel? Eher ein Aufatmen. Von Dillingen kam in dieser Phase wenig. Ganze drei Torschüsse standen am Ende auf ihrem Konto - einer davon von Johannes Philipp in der 22. Minute, der Lauterns Torhüter Vincent Aguas immerhin kurz die Handschuhe wärmte. Ansonsten: viel Kampf, wenig Kreativität. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Gästetrainer später lakonisch, "aber irgendwann standen wir nur noch." Kaiserslautern dagegen spielte wie entfesselt. Ballbesitz 52 Prozent, Zweikampfquote knapp 57 Prozent - Zahlen, die zeigen, wer Chef im Ring war. Ferenc Miriuta wirbelte im Mittelfeld, Callum McLeod ackerte im Strafraum, und der rechte Flügel mit Anselm Pettersson brachte die Gästeabwehr regelmäßig ins Wanken. Nur das zweite Tor fehlte. Die Halbzeitpause nutzte Kada Schmide offenbar für eine motivierende Ansprache. "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen Spaß haben", grinste er nach dem Spiel. "Und wenn Spaß bedeutet, noch ein paar Tore zu schießen - bitte sehr." In der zweiten Hälfte blieb Lautern am Drücker, doch Dillingen verteidigte zäh, bis der Schiedsrichter in der 72. Minute endlich mal Gelb zog - und zwar für Joel Lange, der zuvor mehr Gegner als Ball getroffen hatte. Fast gleichzeitig begann Schmide seine Jungspunde einzuwechseln: Joao Moutinho (17), Dimas Eusebio (17) und Ricardo Gama (17) kamen - und sorgten für frischen Wind. Was dann passierte, war fast filmreif. In der 89. Minute setzte Moutinho sich an der Grundlinie durch, legte quer, und Gama drückte den Ball über die Linie. 2:0 - und die Kurve tanzte. Eine Minute später revanchierte sich Moutinho persönlich: Nach einem schnellen Konter stand er frei vor Gabriel und schob eiskalt ein. 3:0, Endstand. "Ich hab einfach nur den Ball gesehen und gedacht: den nehm ich", sagte Moutinho anschließend mit einem Lächeln, das größer war als das Tor selbst. Selbst Ze Castro, der Torschütze des ersten Treffers, klopfte ihm anerkennend auf die Schulter: "Der Junge hat’s drauf. Ich geb ihm den nächsten Elfer." Dillingen versuchte in den Schlussminuten noch, irgendwie in die Partie zurückzufinden, doch außer einem harmlosen Versuch von Markus Beer (81.) war nichts mehr zu holen. Die Gäste wirkten müde, resigniert - und wohl auch ein wenig beeindruckt vom jugendlichen Elan der Lautrer. Nach dem Schlusspfiff lobte Schmide seine Mannschaft, aber nicht ohne Seitenhieb: "Wenn wir unsere Chancen besser nutzen, steht’s zur Pause 4:0. Aber gut, ich will ja nicht unbescheiden klingen." Die Fans sahen das anders: Für sie war’s ein Fest. Und so bleibt von diesem Abend die Erinnerung an ein Spiel, in dem ein Haufen Teenager den Pokalabend rockte, als gäbe es kein Morgen. Dillingen dagegen wird sich fragen, wie man in 90 Minuten so selten den Weg zum gegnerischen Tor findet - vielleicht mit Navi. Fazit: Lautern jung, laut und siegreich; Dillingen tapfer, aber chancenlos. Und irgendwo in der Kabine summte ein Spieler leise: "Wir sind noch lange nicht fertig." Ein bisschen Selbstvertrauen darf man nach so einem 3:0 eben haben. 08.04.643994 23:25 |
Sprücheklopfer
Meine Frau und ich, wir sind jetzt seit zwei Jahren verheiratet und bei uns läuft alles gut.
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