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7452 Zuschauer im ausverkauften Klever Stadion sahen am Samstagabend eine Partie, die alles bot: frühe Chancen, ein Platzverweis, vier Tore und reichlich Gesprächsstoff. Am Ende stand ein deutliches 4:1 für den 1. FC Kleve gegen Zukunft Magdeburg - und das Ergebnis spiegelte die zweite Halbzeit perfekt wider. Kleve begann forsch, wie es Trainer Wilfried Kuhse vor dem Spiel angekündigt hatte: "Wir wollen zeigen, dass Offensive kein Schimpfwort ist." Und seine Jungs hielten Wort. Schon in der 8. Minute prüfte Stefan Schmitz den Magdeburger Keeper Geissler mit einem satten Distanzschuss. Kurz darauf klingelte es tatsächlich: In der 22. Minute zirkelte David Meissner nach Vorarbeit von Innenverteidiger Maxim Schalimow den Ball präzise ins rechte Eck. "Ich war selbst überrascht, dass der Maxim da plötzlich vorne auftauchte", grinste Meissner nach dem Spiel. Doch wer glaubte, die Gäste aus Magdeburg würden kampflos die Punkte dalassen, irrte. Der junge Jacob Mayr, gerade einmal 18 Jahre alt, nutzte kurz vor der Pause die wohl einzige echte Lücke in Kleves Defensive und traf abgeklärt zum 1:1 (45.). "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Mayr, "und gehofft, dass er reingeht." Trainer FC Zukunft (ja, so heißt er wirklich) lobte seinen Schützling: "Wenn alle so frech wären wie der Jacob, hätten wir vielleicht sogar geführt." Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel jedoch komplett. Kleve, weiterhin offensiv eingestellt, drehte auf, während Magdeburgs Abwehr zunehmend ins Schwimmen geriet. In der 53. Minute köpfte ausgerechnet Schalimow, der zuvor den Assist zum 1:0 gegeben hatte, nach einer Ecke selbst zum 2:1 ein - diesmal nach Vorlage von Schmitz. Von da an war der Widerstand der Gäste gebrochen. Als dann in der 63. Minute Magdeburgs Rechtsverteidiger Georg Born nach einem rustikalen Foul an Meissner glatt Rot sah, war die Zukunft der "Zukunft" besiegelt. "Ich wollte nur den Ball spielen", murmelte Born später in Richtung Reporter, während Trainer Zukunft daneben kopfschüttelnd flüsterte: "Das war leider mehr Astralkick als Tackling." Nur eine Minute später nutzte Kleve die numerische Überlegenheit eiskalt aus: Michael Zander traf nach schöner Flanke von Yannick Maus zum 3:1 (64.). Die Fans feierten den Treffer mit einem lautstarken "Zaaander"-Chor, während Magdeburgs Defensive kollektiv nach Luft schnappte. Den Schlusspunkt setzte erneut Meissner in der 73. Minute. Nach einem präzisen Zuspiel von Michael Rau schlenzte er den Ball ins lange Eck - 4:1, Deckel drauf, Feierabend. "Das war ein Spiel, das Spaß gemacht hat - zumindest in der zweiten Halbzeit", kommentierte Trainer Kuhse mit einem Schmunzeln. "In der ersten haben wir kurz vergessen, dass Fußball auch Verteidigen bedeutet." Statistisch war das Spiel enger, als es das Ergebnis vermuten lässt: 13 Torschüsse für Kleve, 12 für Magdeburg. Auch beim Ballbesitz lagen die Gäste leicht vorn (51,6 % zu 48,4 %). Doch während Kleve seine Chancen eiskalt nutzte, blieb Magdeburgs Angriff oft nur Stückwerk. Der junge Mayr versuchte es immer wieder, doch spätestens bei Torwart Karl Krüger war Endstation. In der Mixed Zone war die Stimmung entsprechend geteilt. Kleves Abwehrchef Schalimow grinste breit: "Ich bin jetzt wohl Torjäger Nummer zwei - das wird mir der Coach nie wieder vergessen lassen." Auf der anderen Seite stand Magdeburgs Kapitän Asier Agirre mit versteinertem Blick: "Wir hatten das Spiel im Griff, bis wir das Fußballspielen eingestellt haben." Für Kleve bedeutet der Sieg einen famosen Start in die Regionalliga-C-Saison: vier Punkte nach zwei Spielen und eine Offensivleistung, die Lust auf mehr macht. Für Magdeburg hingegen heißt es: Lehrgeld gezahlt, aber Potenzial sichtbar - zumindest bis zur 60. Minute. Und so ging ein lauer Maiabend zu Ende, an dem Kleve zeigte, dass man mit Mut und klarer Kante auch ohne Hochglanzfußball begeistern kann. Oder, wie Trainer Kuhse es beim Abpfiff trocken formulierte: "Wenn wir so weitermachen, muss ich bald Eintritt zahlen, um uns spielen zu sehen." Ein Satz, der irgendwie alles sagt - und den 7452 Klever Fans sicher gefallen hat. 02.09.644000 14:45 |
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Otto Rehhagel