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London Stars siegen in Miami - britische Effizienz schlägt Ballbesitz-Fußball

Als der Schlusspfiff im pinkfarbenen Stadion von Miami ertönte, rieben sich viele der 59.000 Zuschauer ungläubig die Augen. Inter Miami hatte das Spiel über weite Strecken kontrolliert, ganze 55 Prozent Ballbesitz, doppelt so viele Torschüsse - und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Die London Stars, angereist mit einem offensiven Plan und typisch britischer Abgeklärtheit, nahmen mit einem 2:1-Auswärtssieg die Punkte mit über den Atlantik.

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen - zumindest für die Gäste. In der 23. Minute brachte Zbigniew Szymkowiak die London Stars mit einem präzisen Schuss aus dem rechten Halbfeld in Führung. Der 29-Jährige, von Mitspieler Benjamin Badham perfekt eingesetzt, zimmerte den Ball unhaltbar ins lange Eck. "Ich hab’ einfach mal draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Szymkowiak nach dem Spiel. "Wenn du zu lange überlegst, bist du hier in Miami schon wieder im Strandcafé."

Die Antwort der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten. Nur 15 Minuten später, in der 38. Minute, überraschte Linksverteidiger Bernardo Benitez alle - vermutlich auch sich selbst. Nach einem schnellen Doppelpass mit Miguel Albinana tauchte der Verteidiger plötzlich im Strafraum auf und hämmerte den Ball zum 1:1 ins Netz. Trainer Gavin Knipp rief ihm noch beim Torjubel zu: "Wenn du das öfter machst, schreiben sie dich morgen als Stürmer auf!"

Zur Halbzeit ein gerechtes Remis, die Stimmung ausgelassen, das Bier kalt - alles schien angerichtet für eine zweite Hälfte, in der Miami endlich seine Chancen nutzen würde. Doch es kam anders.

In der 60. Minute zeigte sich, was London unter "Effizienz" versteht. Ein blitzschneller Angriff über die linke Seite, der junge Kay Dietz leitete weiter auf Christopher Buffet - und der 29-jährige Flügelstürmer blieb eiskalt. 2:1 für London. Drei Ballkontakte, ein Tor. Trainerin Jacqueline Star kommentierte später trocken: "Wir trainieren das genau so. Weniger Reden, mehr Tore."

Inter Miami lief nun an, als ginge es ums Überleben. Miguel Albinana, der linke Wirbelwind, prüfte Londons Keeper Raul Ze Castro gleich mehrfach (49., 61., 65., 78. Minute), doch der Torwart hielt, was zu halten war - und manches darüber hinaus. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", schnaufte Albinana nach Abpfiff. "Der Typ hatte wohl Klettverschlüsse an den Handschuhen."

In den letzten zehn Minuten warfen die Hausherren alles nach vorn. Coach Knipp brachte frische Beine: Pekka Österberg und Michel Gonzalo kamen, Bernardo Benitez - Torschütze und Gelb-Sünder (79.) - musste runter. Doch es half nichts. Die Stars verteidigten mit britischem Pragmatismus, gelegentlich garniert mit einem robusten Tackling, das den Begriff "Fair Play" dehnbar erscheinen ließ.

Rui Arias, der rechte Verteidiger der Gäste, sah in der 57. Minute Gelb - und hatte danach Glück, das Spiel auf dem Platz beenden zu dürfen. "Ich hab’ den Ball gespielt", beteuerte er später grinsend. "Vielleicht war der Ball halt sehr nah am Gegner."

Die letzte Szene gehörte Miamis Matthew Cabell. In der 90. Minute zog er noch einmal aus 18 Metern ab - aber wieder war Ze Castro zur Stelle. Danach nur noch Frust, Pfiffe, und ein Trainer, der sich die Haare raufte. "Wir haben alles richtig gemacht, außer Tore schießen", bilanzierte Knipp bitter. "Aber das ist ja bekanntlich der unwichtigste Teil im Fußball, nicht wahr?"

Die Statistik untermauerte den Schmerz: 14:7 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote - und trotzdem null Punkte. London dagegen mit nur sieben Abschlüssen, aber zwei Treffern - ganz nach dem Motto: Qualität vor Quantität.

In der Mixed Zone philosophierte Christopher Buffet über den Unterschied: "Miami spielt schön, wir spielen effektiv. Und am Ende zählen Punkte, nicht Ballkontakte." Sein Trainerin Star nickte zufrieden: "Ich mag es, wenn meine Jungs wie Uhrwerke funktionieren - britische Uhrwerke, wohlgemerkt."

Für Inter Miami bleibt die Erkenntnis, dass Fußball manchmal eben kein Schönheitswettbewerb ist. Für London Stars hingegen war es ein Abend, an dem fast alles passte - und an dem sie bewiesen, dass man auch unter Palmen eiskalt bleiben kann.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne süffisant meinte: "Miami hat das Spiel dominiert - und London gewonnen. Typisch."

02.03.644000 15:41
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Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.
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