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Mit einem 4:1-Heimsieg über Davaria Davensberg hat der FC Wusterwitz am Dienstagabend ein deutliches Ausrufezeichen in der Regionalliga B gesetzt. 5513 Zuschauer im Wusterwitzer Stadion sahen einen furiosen Auftritt der Gastgeber, die ihren Gästen von Beginn an den Schneid abkauften - und einen 19‑jährigen Shootingstar, der einfach nicht genug kriegen konnte. Es dauerte keine 60 Sekunden, da lag der Ball schon im Netz der verdutzten Davensberger. Luca Philipp, eben noch beim Aufwärmen mit einem schelmischen Grinsen, zog nach Vorlage von Rechtsverteidiger Finn Kern einfach mal ab - 1:0. "Ich dachte, er haut den Ball in die Zuschauer, aber der Junge schießt wie mit Zielwasser", grinste Trainer Tom Fritz später. Davaria-Trainer unbekannt (die Gäste reisen aktuell ohne klaren Cheftrainer an - ein Gerücht, das in der Region für Kopfschütteln sorgt) raufte sich früh die Haare. Seine Elf hatte zwar mit 52 Prozent leicht mehr Ballbesitz, wirkte aber so harmlos wie ein Sonntagsspaziergang. Wusterwitz dagegen spielte mit jugendlicher Frechheit: Kurzpässe, Tempo, Mut. In der 21. Minute war es wieder Philipp, der nach starkem Zuspiel von Hanns Konrad zum 2:0 einschob. Die Gäste reagierten mit Härte statt Ideen: Nach nur fünf Minuten hatte Marvin Maier bereits Gelb gesehen, später folgte Kurt Schmitz mit derselben Farbe. Als ob das nicht reichte, musste der erst 18‑jährige Jens Schmitt nach einer halben Stunde verletzt runter - bitterer Abend für den Nachwuchs. Für ihn kam Tiago Viejo, der später wenigstens noch den Ehrentreffer markieren sollte. "Wir hätten auch mit fünf Toren führen können", meinte Wusterwitz‑Kapitän Walther Buchholz zur Pause, "aber dann wäre’s ja langweilig geworden." 24 Torschüsse standen am Ende auf dem Konto der Hausherren, während Davensberg ganze zwei Mal halbherzig auf den Kasten zielte - eine dieser Aktionen führte immerhin in der 48. Minute zum 2:1. Viejo, gerade eingewechselt, traf nach schöner Vorarbeit von Marcus Scholz. Kurzes Raunen im Stadion - sollte es etwa noch einmal spannend werden? Die Antwort gab wieder Luca Philipp, und zwar prompt. In der 68. Minute schnappte er sich einen Zuckerpass von Buchholz, setzte zur Pirouette an und drosch den Ball in die lange Ecke - 3:1, Dreierpack! "Ich habe gar nicht gezielt, einfach Instinkt", sagte der 19‑Jährige später mit einem Schulterzucken, das irgendwo zwischen Bescheidenheit und Übermut lag. Davensberg wirkte danach endgültig gebrochen. Der Ballbesitz blieb zwar bei ihnen, aber es war, als würden sie ihn hüten, um ihn bloß nicht in gefährliche Zonen zu bringen. Wusterwitz dagegen blieb gierig. In der 87. Minute setzte der agil agierende Rafael Witte Konrad mustergültig in Szene - der zog trocken ab und machte das 4:1 perfekt. "Die Jungs haben heute gezeigt, dass sie nicht nur laufen, sondern auch denken können", lobte Trainer Tom Fritz nach dem Spiel. Auf die Frage, ob er Philipp jetzt in Watte packe, antwortete er lachend: "Wenn ich könnte, würde ich ihn klonen." Davarias Spieler schlichen dagegen wortkarg vom Feld. "Wir hatten den Ball, aber die Tore hatten sie", murmelte Innenverteidiger Dirk Günther, während er sich die Schienbeinschoner auszog. Man hätte es kaum treffender sagen können. Taktisch blieb das Bild über 90 Minuten gleich: Wusterwitz offensiv und passsicher, Davensberg ausgeglichen bis lethargisch. Kein Pressing, kein Aufbäumen - ein "balanciertes" Konzept, das eher an Yoga erinnerte als an Fußball. Der Einsatzquote zufolge (Zweikampfquote 59 % zu 41 %) hätte Davaria auch gleich die weißen Fahnen schwenken können. Als der Schlusspfiff ertönte, standen die Fans längst auf den Sitzen. "Das war ein Festtag", rief ein älterer Zuschauer auf der Tribüne, "so spielt man sich in die Herzen!" Und tatsächlich - der FC Wusterwitz hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte mitgenommen, sondern auch eine ordentliche Portion Selbstvertrauen. Der Held des Abends? Keine Frage: Luca Philipp, 19 Jahre jung, drei Tore, ein Grinsen, das größer war als der Mittelkreis. "Ich geh jetzt erstmal Pommes holen", sagte er beim Abgang in die Kabine. Wusterwitz lacht - und Davaria fragt sich, was da eigentlich gerade passiert ist. Ein Spiel, das zeigt: Manchmal genügt jugendlicher Übermut, um Routine alt aussehen zu lassen. Und wer weiß - vielleicht heißt der nächste Regionalliga‑Star tatsächlich Philipp. Die Wusterwitzer jedenfalls werden noch eine Weile von diesem Dienstagabend erzählen. 04.05.643994 01:03 |
Sprücheklopfer
Der Trainer hat gesagt, wir sollen uns am Gegner festbeißen. Das habe ich versucht zu beherzigen.
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