Anpfiff
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Remis mit Drama - Magdeburg und Pirmasens teilen sich die Punkte

Ein lauer Frühlingsabend in Magdeburg, Flutlicht, Bratwurstdunst und 4110 Zuschauer, die anfangs noch glaubten, sie würden ein gemütliches Regionalliga-Spiel erleben. Stattdessen boten BW Magdeburg und der FK Pirmasens am 16. Spieltag der Regionalliga B ein 2:2-Spektakel, das alles hatte: späte Tore, fliegende Gelbe Karten und zwei Trainer, die sich nach dem Abpfiff mit einem sichtlich erzwungenen Handschlag verabschiedeten.

Schon in der ersten Minute war klar: Hier wird’s kein Kindergeburtstag. Pirmasens-Verteidiger Marcel Baer holte sich noch vor dem ersten Einwurf den frühesten gelben Karton des Abends ab - eine Art modisches Accessoire für den Rest der Partie. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich wach bin", grinste Baer später und erntete von Trainerin Gudrun Schweitzer einen dieser Blicke, die mehr als tausend Worte sagen.

In der Anfangsphase tasten sich beide Teams ab - wobei "abtasten" bei Magdeburg eher "nach vorn stolpern" hieß. Niko Koch prüfte den gegnerischen Keeper in der 7. Minute, Benjamin Lenz zog zwei Minuten später nach. Doch das erste Tor fiel auf der anderen Seite: In der 39. Minute kombinierte sich Pirmasens über Archie MacAlister durchs Zentrum, der das Auge für den startenden Nikolai Dotschew hatte. Dotschew blieb cool, schob trocken ins lange Eck - 0:1. Ausgerechnet der Mann, der in der 39. Minute zuvor noch einen harmlosen Schuss ans Außennetz gesetzt hatte.

Magdeburgs Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Kurz vor der Pause (45.) kombinierten Lenz und Koch, als hätten sie das jahrelang im Hinterhof trainiert. Lenz legte quer, Koch zog aus spitzem Winkel ab - Ausgleich! Das 1:1 war verdient, nicht nur, weil Magdeburg zu diesem Zeitpunkt die aktivere Mannschaft war (Ballbesitz 49 zu 51 Prozent - also praktisch Gleichstand), sondern auch, weil Trainer Sven Lange an der Seitenlinie eine Show bot, die jedem Theaterregisseur Tränen in die Augen getrieben hätte. "Ich hab gesagt: Jungs, schießt einfach mal aufs Tor, das ist keine verbotene Zone!", lachte Lange später.

Nach der Pause änderte sich das Bild kaum: Magdeburg blieb offensiv (die Taktikanalyse würde sagen "OFFENSIVE - COUNTER - ANYTIME"), Pirmasens lauerte auf Konter. Gelbe Karten sammelten sich wie Panini-Sticker: Gustav Vidarsson (46.), Marcel Fuhl (57.) und später Joshua Davonport (91.) sorgten für die farbliche Vielfalt im Schiedsrichter-Notizbuch.

In Minute 86 schien das Spiel entschieden: Markus Lohmann tankte sich über die Mitte durch, legte clever auf Marvin Hoffmann ab, der von links halbhoch ins Eck traf - 2:1 für Magdeburg! Das Stadion jubelte, Trainer Lange riss die Arme hoch, und der Stadionsprecher hatte den Torschützen wohl noch nicht ganz ausgesprochen, als Pirmasens zurückschlug. Nur eine Minute später (87.) brachte wieder MacAlister den Ball in den Strafraum, Hugo Alves kam angerauscht und setzte den Ball wuchtig unter die Latte. 2:2. Der Jubel der Gäste war ohrenbetäubend - und die Gesichter der Magdeburger Fans glichen einer Sammlung enttäuschter Opernbesucher nach einer verpatzten Arie.

"Wir haben uns selbst bestraft", knurrte Hoffmann nach dem Spiel, während er mit einem Eisbeutel auf dem Knie in der Kabine saß. "Aber wenn man ehrlich ist - das war schon ein geiles Spiel." Sein Trainer sah’s pragmatischer: "Ein Punkt ist ein Punkt. Und wenigstens hat keiner versucht, den Ball in die Elbe zu schießen."

Gudrun Schweitzer vom FK Pirmasens war zufrieden, aber nicht euphorisch: "Wir wollten hier was mitnehmen, und das haben wir. Wenn meine Jungs jetzt noch lernen würden, den Schlusspfiff abzuwarten, bevor sie abschalten, wäre ich glücklich."

Die Statistik bestätigt das ausgeglichene Bild: 10 Torschüsse Magdeburg, 9 von Pirmasens, Ballbesitz fast pari, Zweikampfquote knapp zugunsten der Hausherren (50,6 zu 49,4 Prozent). Nur das Herzklopfen der Zuschauer war wohl deutlich höher als der Puls der Trainer.

So endet ein Abend, der eigentlich keine Sieger kannte, aber viele Helden: Dotschew und Alves mit ihren Treffern für Pirmasens, Koch und Hoffmann für Magdeburg. Und irgendwo zwischen Flutlicht und Frittenduft hatte man das Gefühl, dass Fußball manchmal am schönsten ist, wenn keiner so richtig weiß, ob man sich freuen oder ärgern soll.

Oder, wie es ein Magdeburger Fan beim Hinausgehen trocken formulierte: "War wie immer - aufregend, unnötig und trotzdem irgendwie schön."

20.07.643996 17:57
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Ich glaube, er ist DIN A4.
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