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Speldorf nutzt Überzahl clever - Erndtebrück kämpft, verliert aber 1:2

Es war einer dieser lauen Maiabende, an denen der Geruch von Bratwurst über dem Erndtebrücker Leimbachstadion hängt und 3410 Zuschauer das Gefühl haben, sie könnten heute Geschichte sehen - oder zumindest ein gutes Regionalligaspiel. Am Ende bekamen sie beides: Dramatik, Tore, eine rote Karte und ein VfB Speldorf, der seine Chancen eiskalt nutzte. TuS Erndtebrück dagegen blieb der tapfere Verlierer, 1:2 (1:1) hieß es nach 90 intensiven Minuten des 30. Spieltags der Regionalliga C.

Die Partie begann, wie man es von einem Freitagabendspiel erwartet: etwas nervös, aber mit Zug. Speldorf trat von Beginn an mit klarer Linie auf, kontrollierte das Spiel, hatte mehr Ballbesitz (knapp 59 Prozent) und wirkte stabil in der Ordnung. Bereits nach 16 Minuten klingelte es zum ersten Mal. Asier Espriu, der flinke rechte Flügelstürmer der Gäste, traf nach schöner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Morten Nilsen zum 0:1. "Der Pass kam wie auf Schienen, ich musste nur noch den Fuß hinhalten", grinste Espriu später, während Nilsen trocken anmerkte: "War Absicht. Meistens jedenfalls."

Doch Erndtebrück reagierte wie eine Mannschaft, die weiß, dass sie zu Hause spielt. Nur vier Minuten später, in der 20. Minute, schlug Jack Leech zurück. Der 21-jährige Engländer traf nach Vorlage von Andres Santoyo aus kurzer Distanz zum Ausgleich. Das Stadion tobte, Trainer Sigurd Stuhl ballte die Faust, und der Stadionsprecher überschlug sich fast vor Begeisterung. "Wir haben Moral gezeigt", sagte Stuhl später. "Leider hat Moral keine Punktewertung in der Tabelle."

Es entwickelte sich ein munteres, offenes Spiel. Beide Teams kamen auf jeweils 14 Torschüsse - ein statistisches Unentschieden, das sich auf dem Rasen allerdings etwas anders anfühlte. Speldorf kombinierte mit Ruhe, Erndtebrück rannte mit Herz. Besonders Jack Leech stand immer wieder im Mittelpunkt: charmant im Abschluss, weniger charmant im Verwerten. Zwischen Minute 41 und 60 hatte er gleich vier Abschlüsse, aber Speldorfs Keeper Simone Altomonte war an diesem Abend schlicht zu gut aufgelegt.

Dann kam die Szene, die das Spiel drehte. In Minute 61 sah Erndtebrücks Rechtsverteidiger Pedro Andrade nach einem übermotivierten Einsteigen glatt Rot. "Er hat den Ball gesehen, aber der Ball wollte nicht gesehen werden", kommentierte ein Zuschauer trocken von der Tribüne. Stuhl gestikulierte wild an der Seitenlinie, während sein Gegenüber Jakob Meier nur milde lächelte - er wusste, dass jetzt seine Stunde schlagen könnte.

Und tatsächlich: Nur eine Minute nach der Hinausstellung nutzte Speldorf die Unordnung in der Erndtebrücker Defensive. Wieder war es Asier Espriu, diesmal nach Vorarbeit von Jesus Urban, der in den Strafraum zog und überlegt ins lange Eck einschob - 1:2. Speldorf führte, und Meier pumpte die Faust gen Himmel. "Wir haben das clever gemacht", sagte der Speldorfer Coach nach dem Spiel. "Wenn du einen Mann mehr hast, musst du ihn auch finden. Wir haben ihn gefunden - gleich zweimal am rechten Flügel."

Erndtebrück gab sich nicht auf. Der junge Xavi Sorribas, gerade einmal 20, brachte nach seiner Einwechslung frischen Schwung, prüfte Altomonte mehrfach zwischen der 66. und 80. Minute. Doch der Speldorfer Schlussmann blieb unüberwindbar. Selbst als in der 88. Minute Speldorfs Linksverteidiger Celalettin Sancakli noch einmal selbst den Abschluss suchte, war klar: Die Gäste hatten alles im Griff.

Nach dem Schlusspfiff gingen die Köpfe der TuS-Spieler nach unten, und doch gab es Applaus von den Rängen. "Wenn wir so weiter kämpfen, kommt das Glück zurück", murmelte Kapitän Michael Sonnenschein, während er sich den Schweiß aus dem Gesicht wischte. Vielleicht hatte er recht. Vielleicht auch nicht.

Trainer Stuhl fasste es mit einer Mischung aus Trotz und Galgenhumor zusammen: "Wir spielen schöner, verlieren aber öfter. Vielleicht sollten wir mal hässlich gewinnen - das wäre was Neues." Sein Kollege Meier hingegen gönnte sich ein verschmitztes Lächeln: "Ich sag’s ungern, aber heute war das fast schon abgeklärt. Für unsere Verhältnisse jedenfalls."

Ein Abend, der zeigte, wie nah Glück und Pech im Fußball beieinander liegen. Erndtebrück kämpfte mit Herz, Speldorf siegte mit Kopf. Und irgendwo zwischen diesen beiden Polen liegt wohl die Wahrheit der Regionalliga C: Leidenschaft reicht nicht immer, manchmal braucht man einfach einen Asier Espriu.

Vielleicht wird man in Erndtebrück diesen Abend noch eine Weile diskutieren - über Chancen, über Schiedsrichterentscheidungen, über den Fußballgott. Aber eines ist sicher: Langweilig war’s nicht.

23.05.644000 03:44
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Verstärken können die sich, aber nicht auf der rechten Seite. Da bin ich. Ich komme selber aussem Pott. Mein Vater war auf der Hütte. Wenn ich wieder fit bin, zeig ich denen, wat malochen heißt.
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