Anpfiff
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Speldorf siegt in Hamburg: Eidelstedt rennt, Speldorf trifft

Ein lauer Maiabend, 20:15 Uhr, Flutlicht im Eidelstedter Stadion: 4161 Zuschauer hatten sich eingefunden, um zu sehen, ob ihr SV Eidelstedt gegen den favorisierten VfB Speldorf vielleicht doch einen Punkt ergattern könnte. Am Ende stand ein klares 0:2 - und das war, wenn man ehrlich ist, noch schmeichelhaft für die Gastgeber.

Es war eines dieser Spiele, bei denen man sich fragt, ob das Drehbuch schon vor dem Anpfiff geschrieben war. Speldorf, ballsicher, geduldig, mit 57 Prozent Ballbesitz und einer Schussstatistik von 20:3, diktierte das Geschehen vom Anstoß weg. Eidelstedt verteidigte tapfer, manchmal wild gestikulierend, manchmal mit der Hoffnung auf göttliche Eingebung - oder wenigstens einen Glückskonter.

Bereits in der 15. Minute war es so weit: Giulio Mango de Aquino flankte von rechts mustergültig auf den lauernden Javier Manu, der den Ball aus zehn Metern ins lange Eck setzte. Torwart Luka Raab streckte sich vergeblich, und die Speldorfer Bank jubelte, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. "Giulio hat den Ball so reingezwirbelt, ich musste nur noch Danke sagen", grinste Manu nach dem Spiel.

Eidelstedt versuchte, sich in die Partie zu kämpfen, doch die Angriffe endeten meist irgendwo zwischen Mittellinie und gegnerischem Strafraum. Trainerstimme von der Seitenlinie: "Ruhig, Männer, ruhig!", was in der Regel das Gegenteil bewirkte. Justin Gebhardt hatte in der 34. Minute die große Chance zum Ausgleich, doch sein Schuss landete direkt in den Armen von Speldorfs Keeper Simone Altomonte, der den Ball seelenruhig aufhob, als sei er im Training.

Nach der Pause änderte sich wenig. Speldorf blieb geduldig, Eidelstedt blieb bemüht, und das Ergebnis blieb nicht lange bestehen: In der 50. Minute durfte Aitor Melendez jubeln. Nach einem präzisen Flankenlauf von Rechtsverteidiger Morten Nilsen köpfte der 33-jährige Spanier zum 0:2 ein. "Ich hab Morten nur noch angeschaut, und er wusste, was zu tun ist", erklärte Melendez später mit einem Lächeln, das so breit war wie die linke Außenbahn, auf der er sich zuvor müde gelaufen hatte.

Danach war die Messe gelesen. Speldorf verwaltete, kombinierte, spielte hier und da einen Haken zu viel, während Eidelstedt mit zunehmender Verzweiflung anlief. Der Ballbesitzverlauf sprach Bände: 43 zu 57 Prozent, aber gefühlt war es eher 30 zu 70. Trainer Jakob Meier vom VfB Speldorf trank genüsslich einen Schluck Wasser und kommentierte das Geschehen mit den Worten: "Wir haben’s solide gemacht, nichts Spektakuläres, aber effektiv. Das ist Regionalliga-Fußball, kein Zirkus."

In der 81. Minute sah Nilsen noch Gelb, nachdem er Ernst Betz an der Seitenauslinie etwas unsanft von der Kugel getrennt hatte. "Der Ball war im Spiel - irgendwo", grinste Nilsen später in der Mixed Zone und bekam von seinem Trainer dafür nur ein genervtes Augenrollen.

Eidelstedts Coach - sichtlich bedient - fasste die Partie später mit einem Seufzer zusammen: "Wenn du nur drei Schüsse aufs Tor hast, musst du wenigstens einen davon reinwürgen. Haben wir nicht. Dann verlierst du halt verdient."

Das Publikum nahm es sportlich. Einige Fans riefen noch "Mund abwischen, weitermachen!", andere standen kopfschüttelnd da und schauten auf die Anzeigetafel, als könnten sie die Null dort wegstarren.

So blieb am Ende ein verdienter Auswärtssieg für die Gäste aus Speldorf, die sich mit cleverem Positionsspiel und ruhiger Ballzirkulation drei Punkte sicherten. Eidelstedt hingegen wirkte, als hätte man ihnen in der Kabine gesagt, sie müssten erst ab der 80. Minute angreifen - zu spät, zu wenig, zu harmlos.

"Ich glaube, wir haben mehr Kilometer gemacht als sie, aber leider in die falsche Richtung", sagte Eidelstedts Mittelfeldspieler Burhan Akagündüz mit einem bitteren Lächeln.

Fazit des Abends: Speldorf kontrollierte, Eidelstedt kämpfte, das Ergebnis war logisch. Die Statistik lügt nicht - 20 Torschüsse zu 3 sprechen eine klare Sprache. Und wenn man ehrlich ist, hätte es auch 0:4 stehen können.

Zum Schluss grinste Speldorfs Torwart Altomonte in die Kameras: "Schöner Platz, nette Leute, wenig Arbeit - was will man mehr?"

Ein Satz, der den Abend treffend zusammenfasst.

05.01.644000 00:50
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Das Wort 'mental' gab es zu meiner Zeit als Fußballspieler noch gar nicht. Nur eine Zahnpasta, die so ähnlich hieß.
Rudi Assauer
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