Anpfiff
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Speldorf tanzt, Nürnberg stolpert - 3:0 und ein Heimabend voller Spielfreude

Es war einer dieser Abende, an denen man das Flutlicht fast knistern hörte. 4.430 Zuschauer im altehrwürdigen Speldorfer Stadion erlebten, wie der VfB Speldorf am 27. Spieltag der Regionalliga C den SV Nürnberg-Süd mit 3:0 abfertigte - und das auf eine Weise, die irgendwo zwischen souverän, verspielt und leicht übermütig lag.

Schon der Beginn ließ ahnen, dass hier zwei Welten aufeinandertrafen: Speldorf, abgeklärt und technisch sauber, gegen eine Nürnberger Nachwuchstruppe, die mit mehr Hoffnung als Erfahrung angereist war. Bereits nach zwei Minuten prüfte Hermann Schenk den jungen Gästekeeper Walter Pan mit einem satten Distanzschuss - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte.

In der 13. Minute dann das erste Mal Jubel: Linksverteidiger Celalettin Sancakli, sonst eher bekannt für rustikale Grätschen als für filigrane Abschlüsse, nutzte den Abpraller nach einer Ecke und drosch den Ball humorlos zum 1:0 in die Maschen. "Ich dachte erst, ich hätte den Ball zu fest getroffen", grinste Sancakli später, "aber anscheinend war’s genau richtig."

Nürnberg-Süd wirkte überrascht, fast ein wenig eingeschüchtert. Der Ballbesitz von knapp 60 Prozent für Speldorf sprach Bände - die Gäste liefen hinterher, als wäre der Rasen doppelt so groß. Und als ob das nicht genug wäre, legte Speldorf in der 23. Minute nach: Timm Stumpf, 38 Jahre jung und offenbar alterslos, verwandelte eine flache Hereingabe von Hermann Schenk zum 2:0. In seinem typischen Understatement meinte der Routinier später: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber manchmal ist der Fußball eben auch für mich."

Danach hätte es schon deutlich höher stehen können - Mango de Aquino, Melendez und Juhl vergaben Chancen, die noch im Nachgang für kollektives Stöhnen auf der Haupttribüne sorgten. Nürnberg-Süd kam in der ersten Hälfte zu exakt einem Torschuss, und der war eher ein Versehen als eine Gefahr.

Trainer Jakob Meier blieb an der Seitenlinie stoisch, die Hände tief in der Jacke. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte er später, "denn wer zu früh jubelt, bekommt manchmal die Quittung." Seine Jungs hörten wohl zu - und machten nach der Pause einfach weiter, als wäre nichts gewesen.

Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, da klingelte es wieder: Javier Manu, der quirlige Linksaußen mit dem Hang zum Spektakel, traf in der 46. Minute nach feinem Zuspiel - natürlich wieder von Hermann Schenk - zum 3:0. Es war der endgültige Knockout für Nürnberg.

Die jungen Gäste aus Franken mühten sich, aber man hatte das Gefühl, sie wollten lieber Autogramme als Zweikämpfe sammeln. Zwei Torschüsse in 90 Minuten - ein Rekord der unglücklichen Sorte. Torhüter Walter Pan, trotz dreier Gegentore bester Mann seines Teams, brüllte nach dem Spiel seine Vorderleute zusammen: "Ich hab nur zwei Hände, verdammt noch mal!" Der Tonfall war jugendlich, aber die Wut ehrlich.

Ab der 60. Minute schaltete Speldorf in den Verwaltungsmodus. Meier wechselte durch, brachte frische Beine - Lasse Rose für Mario Demo, Veljko Ristic für Aitor Melendez, später Asier Espriu für Niels Juhl. Doch die Musik spielte längst nicht mehr: Speldorf kontrollierte, Nürnberg verteidigte tapfer, und die Zuschauer gönnten sich den Luxus, über Aufstiegstabellen zu diskutieren, während auf dem Rasen der Ball gemütlich hin und her lief.

Statistisch war das Spiel eine klare Sache: 18 Torschüsse für Speldorf, nur zwei für Nürnberg, 59,6 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 58 Prozent für die Gastgeber - kurz gesagt: ein Abend zum Einrahmen für die einen, ein Abend zum Vergessen für die anderen.

Nach Schlusspfiff fasste es Nürnbergs Trainer trocken zusammen: "Wir haben Lehrgeld bezahlt. Leider bar." Und Hermann Schenk, der mit zwei Assists glänzte, grinste verschmitzt: "Ich hab’ heute mehr Spaß gehabt als in der ganzen letzten Saison."

Speldorf atmet auf, Nürnberg seufzt - und die Regionalliga C hat wieder einmal gezeigt, dass Erfahrung manchmal eben doch stärker ist als jugendlicher Elan.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne es formulierte: "Wenn der Ball läuft wie bei uns heute, dann darf der Sommer kommen." Und wirklich - an diesem Abend in Speldorf roch es ein kleines bisschen nach Aufbruch, nach Rasen, Bier und verdienten drei Punkten.

18.04.644000 02:03
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Worüber ich mir die ganze vergangene Zeit Gedanken gemacht habe? Meine Frisur, die ist nämlich scheiße.
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