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SV Linx überrascht Darmstadt mit stürmischem 3:1-Heimsieg

Der 20. Spieltag der Regionalliga A hatte an diesem milden Aprilabend alles, was das Fußballherz begehrt: Emotionen, junge Wilde und ein Publikum, das trotz nur 4.824 Zuschauern Lärm machte wie ein ausverkauftes Stadion. Der SV Linx bezwang den favorisierten SV Darmstadt mit 3:1 (1:1) - ein Ergebnis, das so mancher Tippgemeinschaft den Abend verdorben haben dürfte.

Schon die ersten Minuten zeigten: Linx hatte Lust auf Offensivfußball. Trainer Michal Dickschat schickte sein Team mit klar offensiver Marschrichtung aufs Feld - und das war keine leere Floskel. Bereits in der 9. Minute rappelte es im Kasten der Gäste. Wolfgang Seitz nahm eine mustergültige Flanke von Rechtsverteidiger Andreas Menzel volley und versenkte den Ball eiskalt. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zu lange denkst, ist der Moment weg", grinste Seitz nach dem Spiel, noch immer mit Grasflecken auf dem Trikot.

Darmstadt brauchte etwas, um sich vom frühen Schock zu erholen, doch nach knapp 20 Minuten meldeten sich die "Lilien" zurück. Harald Wilhelm, der 32-jährige Routinier im Sturm, vollendete nach einem schönen Pass von Max Rausch zum Ausgleich. "Wir haben uns kurz geschüttelt und dann war das Spiel wieder offen", meinte Darmstadt-Coach sichtlich bemüht, die Fassung zu wahren.

In der Folge übernahmen die Gäste zwar etwas die Kontrolle - 52 Prozent Ballbesitz sprechen für sie -, doch Linx konterte mit purer Spielfreude und jugendlichem Übermut. Der 20-jährige Eduardo Henrico wirbelte vorne, als hätte er nie etwas anderes getan. Auch wenn er kein Tor erzielte, bereitete er das 2:1 sehenswert vor: In der 61. Minute steckte er den Ball perfekt auf Robert Jahn durch, der Darmstadts Torwart Kai Büttner mit einem flachen Schuss ins lange Eck überwand. "Eduardo hat mir das Ding auf dem Silbertablett serviert", meinte Jahn später lachend. "Ich musste nur noch Danke sagen."

Kaum hatten sich die Darmstädter gesammelt, klingelte es erneut. In der 68. Minute war es wieder Seitz, der nach einer butterweichen Flanke von Ralph Konrad per Kopf traf - und das Stadion tobte. Konrad selbst sah kurz vor Schluss noch Gelb, vermutlich aus purer Übermotivation. "Ich wollte einfach zeigen, dass wir uns nichts mehr nehmen lassen", rechtfertigte sich der 20-Jährige mit einem verschmitzten Grinsen.

Darmstadt bemühte sich, kam aber nicht durch. Ihre acht Torschüsse blieben weitgehend harmlos, während Linx stolze 17 Mal den Abschluss suchte. Torwart Oscar Haase, sonst eher unauffällig, wurde in den letzten Minuten zum Publikumsliebling, als er einen Schuss von Wolfgang Hase in der 90. Minute spektakulär parierte. "Der Ball kam wie ein Meteor, aber ich hab einfach die Hände hochgerissen", lachte Haase nach dem Spiel.

Trainer Dickschat war nach dem Schlusspfiff sichtlich stolz: "Das war unsere beste Leistung in dieser Saison. Wir haben mutig gespielt, als Team gearbeitet und endlich die Chancen genutzt." Auf Nachfrage, ob er mit der offensiven Taktik nicht ein Risiko eingegangen sei, antwortete er nur trocken: "Wer nichts wagt, bleibt in der Tabelle, wo er ist."

Für Darmstadt war der Abend einer zum Vergessen. Trotz mehr Ballbesitz und ordentlichem Passspiel fehlte der letzte Biss. "Wir waren zu brav", gestand Kapitän Wilhelm. "Linx hat uns mit Leidenschaft geschlagen - und Leidenschaft steht nun mal nicht in der Statistik."

Das Publikum feierte sein Team minutenlang, während die Spieler von Linx Arm in Arm eine Ehrenrunde drehten. Einer rief in Richtung der Fans: "Heute gab’s Linx-Power pur!" - und das war keine Übertreibung.

Mit diesem Sieg rückt der SV Linx in der Tabelle wieder in die obere Hälfte und beweist, dass jugendlicher Elan manchmal mehr wert ist als taktische Perfektion. Darmstadt hingegen wird wohl in der nächsten Trainingswoche mehr als einmal den Begriff "Zweikampfhärte" hören.

Und so endete ein Abend, der mit einem klaren 3:1 zu Buche steht, aber noch lange in Erinnerung bleibt - nicht nur wegen der Tore, sondern weil er zeigte, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Wer mutig spielt, gewinnt.

Oder, um es mit den Worten von Dickschat zu sagen: "Heute war’s kein Zauber - nur ehrlicher Fußball und ein bisschen Herzblut."

16.09.643996 00:36
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