Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

SV Steuden stolpert, TuS Hordel tanzt: 1:3-Niederlage im Liga-Pokal

11177 Zuschauer sahen am Samstagabend in Steuden einen dieser Fußballabende, an denen man ahnt, dass der Heimtrainer Karli Konter nach dem Schlusspfiff die Stirn an der Kabinenwand abkühlen musste. TuS Hordel, angetreten mit offensiver Marschroute und der Eleganz eines Teams, das lieber spielt als denkt, gewann völlig verdient mit 3:1.

Schon nach wenigen Minuten zeigte sich, dass Hordel nicht zum Kaffeekränzchen gekommen war. Fjodor Koroljuk prüfte in der 7. Minute Steudens jungen Keeper Julius Seiler mit einem satten Schuss, und man spürte: Das wird kein gemütlicher Abend für die Gastgeber. "Ich hab’ mir gedacht: Wenn wir die ersten zehn Minuten überstehen, dann läuft’s", meinte Konter später mit einem gequälten Lächeln. Nun - es lief, allerdings in die falsche Richtung.

Nach 23 Minuten traf Marvin Fink zum 0:1. Der Hordeler Rechtsaußen verwandelte nach feinem Zuspiel von Innenverteidiger Luke Kinsella - ja, der stand plötzlich vorne, weil er offenbar kurz vergessen hatte, dass er eigentlich verteidigen sollte. "Ich hab gedacht, warum nicht", grinste Kinsella nach dem Spiel. "Wenn ich schon so weit laufe, will ich wenigstens auch den Assist."

Kurz vor der Pause wurde es dann bitter für Steuden. Vincent Albinana drückte in der 44. Minute den Ball aus halblinker Position über die Linie, nachdem Marwin Rodriguez blitzschnell von rechts geflankt hatte. 0:2 - und die Steudener Abwehr stand da wie eine Gruppe Schüler, die gerade erfahren hat, dass die Mathearbeit vorverlegt wurde.

In der Halbzeit reagierte Trainer Konter. Drei Wechsel auf einmal - wohl in der Hoffnung, das Spiel noch einmal anzuschieben. Justin Kiefer, Daniel Berg und Manfred Witte kamen, die jugendliche Frische sollte es richten. Tatsächlich wirkte Steuden kurzzeitig belebter. Julius Peters zog in der 67. Minute erstmals gefährlich ab, zwei Minuten später traf der 17-jährige Kevin Anders zum 1:3-Anschluss. Eine Szene, die die Fans jubeln ließ: Peters flankte präzise, Anders stieg hoch, wuchtete den Ball per Kopf ins Tor. Ein Hoffnungsschimmer, mehr aber auch nicht.

Denn die Gäste kontrollierten das Spiel. Fjodor Koroljuk, der schon früh auf Betriebstemperatur war, vollendete in der 52. Minute zum 0:3. Vorlage kam von Ernst Kunkel, der auf der linken Seite unermüdlich rackerte und später noch Gelb sah, weil er offenbar der Meinung war, man dürfe auch beim Einwurf grätschen.

Statistisch war das Ganze eindeutig: 18 Hordeler Torschüsse zu 5 von Steuden, 58 Prozent Ballbesitz für die Gäste, dazu eine Zweikampfquote von knapp 55 Prozent. Hordel spielte zielstrebig, während Steuden zwar "offensiv" aufgestellt war, aber in Wahrheit eher den Eindruck machte, als wolle man den Ball höflich an den Gegner zurückgeben. "Wir wollten sicher kombinieren", erklärte Konter nach dem Spiel, "aber sicher war heute nur, dass der Ball nie dahin kam, wo er sollte."

Hordels Trainerin Ute Finkeldy war verständlicherweise zufrieden. "Wir haben das Tempo diktiert, die Jungs haben den Plan umgesetzt. Nur die gelben Karten zum Schluss - das hätte ich gern eleganter gesehen", sagte sie mit einem Lächeln, das andeutete, dass sie den Abend wohl mit einem Glas Rotwein und Tabellenstudium beenden würde.

Ein kleiner Eklat am Rande: In der 73. Minute sah Steudens Marco Kremer Gelb, weil er nach einem verlorenen Zweikampf den Ball wütend in Richtung der eigenen Bank drosch. "Ich wollte nur klären", verteidigte er sich später. Auch Hordels Linksverteidiger Kurt Herbst holte sich in der Nachspielzeit noch Gelb ab - offenbar als Souvenir.

Taktisch blieb Hordel konsequent offensiv, mit langen Bällen und schnellem Umschalten. Steuden dagegen wirkte fast zögerlich - die offizielle Taktikbeschreibung lautete zwar ebenfalls "offensiv", aber mit "schonendem Einsatz" und "kein Pressing". Oder, wie ein Fan auf der Tribüne süffisant bemerkte: "Die spielen, als hätten sie morgen Frühdienst."

Am Ende blieb es beim 1:3 - ein Ergebnis, das den Spielverlauf treffend zusammenfasst. Hordel war reifer, direkter, schlicht besser. Steuden hatte seine Momente, aber zu wenige und zu späte.

"Das ist Lehrgeld", bilanzierte Konter, während sein junger Torschütze Kevin Anders daneben stand und leise grinste. "Wenn ich nächste Woche wieder treffe, darf ich dann Elfer schießen?" fragte der 17-Jährige. Konter seufzte. "Wenn du sie reinmachst, ja. Aber zuerst müssen wir mal welche kriegen."

Und so verließ das Publikum den Platz in Steuden mit gemischten Gefühlen - enttäuscht über das Ergebnis, aber immerhin mit dem Gefühl, ein ehrliches Fußballspiel gesehen zu haben. TuS Hordel nimmt drei Punkte mit und ein breites Lächeln, SV Steuden bleibt mit Fragen zurück. Der Ball rollt weiter, und Trainer Konter weiß: Die nächste Wand wird kühler sein müssen.

09.04.643994 15:10
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist der Dreck, an dem unsere Gesellschaft mal ersticken wird.
Uli Hoeneß über die Toten Hosen und ihr FC-Bayern-kritisches Lied "Bayern"
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager