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TeBe Berlin ringt Frohnlach nieder - ein 17-Jähriger stiehlt allen die Show

Ein kühler Maiabend in Frohnlach, Flutlicht an, 5000 Fans im Stadion und ein Gefühl von "Heute könnte was gehen". Am Ende ging allerdings mehr für die Gäste: TeBe Berlin gewann beim VfL Frohnlach mit 2:1 und durfte sich bei einem Teenager bedanken, der offenbar keine Angst vor großen Bühnen hat.

Ralph Büttner heißt der Held des Abends. 17 Jahre jung, rechte Mittelfeldseite, jugendlicher Elan im Schritt und - wie sich zeigen sollte - ein Schuss wie ein erfahrener Profi. Zweimal traf der Berliner Nachwuchsmann, in der 46. und in der 83. Minute, jeweils eiskalt und mit jener Selbstverständlichkeit, die man eigentlich nur in der Playstation kennt.

"Ich wollte einfach draufhalten. Der Ball ist reingegangen - passt!", grinste Büttner nach dem Spiel und verschwand, noch halb ungläubig, in den Katakomben. Trainer Axel Herr lobte trocken: "Manchmal hilft es, wenn einer noch nicht weiß, dass das hier Regionalliga ist."

Dabei hatte Frohnlach gar nicht schlecht begonnen. Das Team von Pete Wollitz wirkte in der ersten Halbzeit organisiert, kämpferisch und mit dem klaren Plan, Berlin den Spaß am Offensivspiel zu verderben. Doch die Berliner hatten andere Pläne - 23 Torschüsse, 54 Prozent Ballbesitz, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe: eine Statistik, die nach Dominanz riecht.

Schon früh prüfte David Drulak den Frohnlacher Keeper Latham mit einem Distanzkracher (6.), gefolgt von Frank Braun, der es aus der Drehung versuchte (12.). Doch der VfL überstand die Anfangsphase mit Glück und einem ordentlichen Maß an Einsatz. "Wir haben gebissen", sagte Innenverteidiger Eri Lohmann, "aber irgendwann beißt der Gegner eben zurück."

Direkt nach der Pause dann der Dämpfer: Polikarp Schirkow spielte einen dieser butterweichen Pässe in die Tiefe, Büttner zog in den Strafraum, ließ den Ball kurz aufspringen - und schob ihn humorlos ins lange Eck. 0:1, Frohnlach geschockt, Berlin jubelnd.

Wollitz reagierte, brachte nach einer Verletzung von Nikola Markovic den jungen Vincent Bosingwa (67.). Und siehe da, plötzlich lief es wieder. In der 76. Minute zirkelte Ben Rausch einen Pass von Rechtsverteidiger Frank Metzger ins Netz - Ausgleich, das Stadion bebte, die Bratwurstdämpfe tanzten in der Abendluft. "Ich hab den Ball eigentlich gar nicht richtig getroffen", gab Rausch später lachend zu, "aber das Tor zählt ja trotzdem."

Doch TeBe wäre nicht TeBe, wenn sie nicht noch eine Antwort parat gehabt hätten. Acht Minuten nach dem Ausgleich schnappte sich Hugo Mendo, gerade erst mit Gelb verwarnt, den Ball an der Strafraumkante, legte quer - und wieder war Büttner da. 83. Minute, 1:2, kollektives Berliner Jubelgeschrei.

Frohnlach versuchte noch einmal alles, doch es blieb beim Bemühen. Als dann Innenverteidiger Eri Lohmann in der Nachspielzeit Rot sah - eine etwas übermotivierte Grätsche aus Frust -, war der Abend endgültig gelaufen. "Da war einfach der Ärger, dass wir so viel investiert haben und doch mit leeren Händen dastehen", meinte Wollitz nachdenklich.

TeBe-Coach Herr dagegen sprach von einem "verdienten Sieg, auch wenn wir es unnötig spannend gemacht haben". Dass sein Team trotz klarer Überlegenheit fast noch Punkte liegen ließ, passte irgendwie zum Berliner Stil: schön, aber nie ohne Drama.

Bemerkenswert blieb die jugendliche Frische der Gäste. Neben dem Doppeltorschützen Büttner (17) stand auch Sturmpartner Mendo (18) im Mittelpunkt. Die beiden Teenager wirbelten Frohnlachs Abwehr phasenweise schwindlig. "Wenn die so weitermachen, kriegen die bald Führerschein und Profivertrag am selben Tag", witzelte ein Berliner Fan auf der Tribüne.

Für Frohnlach war es ein Abend mit gemischten Gefühlen: mutig gespielt, leidenschaftlich gekämpft, aber am Ende fehlte die Cleverness. Nur fünf Torschüsse standen auf dem Konto - zu wenig, um gegen diese spielfreudigen Berliner zu bestehen.

Und so ging ein Spiel zu Ende, das alles hatte: Tore, Karten, Verletzungen, Emotionen - und einen 17-jährigen Matchwinner, der zum Schluss mit einem breiten Lächeln im Schein der Flutlichtlampen dastand. Vielleicht dachte er da schon an das nächste Wochenende. Oder einfach nur daran, dass man mit 17 in Frohnlach Geschichte schreiben kann.

"Ich hab heute einfach Spaß gehabt", sagte Büttner zum Abschied. Und man glaubte es ihm aufs Wort.

23.05.644000 03:44
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