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Manchmal hat ein Fußballspiel alles, was man sich als Zuschauer wünscht - Tempo, Tore, Emotionen - und am Ende trotzdem kein Ergebnis, das jemanden so richtig glücklich macht. So geschehen am Samstagabend in Pirmasens, wo der heimische FK und die Gäste von Davaria Davensberg sich nach einem wilden Hin und Her mit 2:2 trennten. 3293 Zuschauer sahen ein Spiel, das schon nach drei Minuten Fahrt aufnahm und danach kaum noch zur Ruhe kam. Denn kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Gastgeber. Peter Will, der flinke Linksaußen der Davensberger, nutzte in der dritten Minute eine Unachtsamkeit in der Pirmasenser Abwehr, zog trocken ab und ließ Keeper Dennis Frei keine Chance. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Will später - man glaubte ihm kein Wort. Die frühe Führung wirkte wie ein Weckruf für Pirmasens, das danach mit aggressivem Pressing und Kurzpassspiel das Kommando übernahm. Trainerin Gudrun Schweitzer hatte ihr Team klar offensiv ausgerichtet, und das sah man: 14 Torschüsse am Ende sprechen eine deutliche Sprache. Doch es dauerte bis zur 39. Minute, ehe der Druck Früchte trug. Kornej Babinow, der quirlige Mittelfeldmotor, traf nach schöner Vorarbeit von Stürmer Alex Coviello zum Ausgleich. Der Ball zischte flach ins rechte Eck - Torwart Swen Vollmer war zwar dran, aber eben nur fast. "Ich hab den Ball schon riechen können", murmelte Vollmer später, während er sich die Handschuhe abstreifte. Mit dem 1:1 ging es in die Pause, und man hörte im Stadionrund die typische Halbzeit-Philosophie: "Wenn sie jetzt nachlegen, holen sie das Ding", raunte ein älterer Herr auf der Haupttribüne. Er sollte nicht ganz Unrecht behalten - zumindest für acht Minuten. Denn kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, schoss Dani Tabenkin Pirmasens in Führung. In der 47. Minute vollendete er einen blitzsauberen Angriff über die rechte Seite, eingeleitet von Alexander Satchmore, der an diesem Abend ohnehin überall auf dem Platz zu finden war. "Wir wollten den Gegner gleich wieder unter Druck setzen", erklärte Tabenkin später. "Das hat ja - naja, fast - funktioniert." Fast, weil Davensberg keine zehn Minuten später zurückschlug. Hanns Franz, der Oldie im zentralen Mittelfeld, traf in der 56. Minute mit einem satten Distanzschuss zum 2:2. Es war ein Treffer, wie man ihn nur selten sieht - präzise, kraftvoll, unhaltbar. "Das war kein Zufall", meinte Davaria-Coach Horst König mit einem schiefen Lächeln. "Wir trainieren das jeden Dienstag - wenn keiner hinschaut." Danach entwickelte sich ein Spiel, das mehr an einen Boxkampf erinnerte. Beide Teams suchten den Sieg, aber keiner fand die Lücke. Pirmasens hatte etwas mehr Ballbesitz (50,1 Prozent) und gewann leicht die Zweikämpfe (51,5 Prozent), doch Davensberg hielt mit Kontern und robustem Einsatz dagegen. Nils Hennig sah in der 63. Minute Gelb, nachdem er Babinow etwas zu deutlich zeigte, dass Regionalliga-Fußball kein Tanzkurs ist. Trainerin Schweitzer reagierte, brachte in der 71. Minute Müjdat Öztürk für den müde gewordenen Doppeltorschützen Tabenkin - ein Wechsel, der für frischen Wind sorgte, aber keine Tore mehr. Öztürk hatte in der 90. Minute noch eine Chance, doch sein Schuss landete in den Armen von Vollmer, der diesmal sicher zupackte. "Den musste ich haben", sagte der Torwart trocken - und das war wohl der entscheidende Unterschied zum Beginn des Spiels. So blieb es beim 2:2, einem Ergebnis, das für beide Seiten zu wenig und doch nicht ganz ungerecht war. Pirmasens verpasste den Sprung ins obere Tabellendrittel, Davensberg stabilisierte sich immerhin in der Fremde. "Wir haben Charakter gezeigt", meinte König, während Schweitzer leicht ironisch konterte: "Charakter ist schön, aber Punkte wären mir lieber gewesen." Am Ende applaudierten die Zuschauer beiden Teams - auch weil sie wussten, dass ein Spiel mit vier Toren, 24 Torschüssen und einer Prise Chaos nicht alle Tage geboten wird. Und als die Flutlichtstrahler erloschen, murmelte ein Fan auf dem Heimweg: "Wenn sie nächste Woche wieder so spielen, kauf ich mir ’ne Dauerkarte." Vielleicht meinte er das ernst. Vielleicht auch nicht. Aber langweilig war’s in Pirmasens sicher nicht. 15.10.643999 17:32 |
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