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Es war einer dieser Abende im Mai, an denen selbst die Stadionwurst ein bisschen nach Aufstieg roch. 12.500 Zuschauer strömten am Dienstagabend ins kleine, aber laute Stadion des TSV Rain, um das letzte Heimspiel der Saison in der 3. Liga zu sehen. Und sie bekamen, was sie wollten: ein 2:0 gegen Wismut Aue - solide, unspektakulär, aber effektiv. Von Beginn an machte der TSV klar, wer hier der Hausherr war. Schon in der 9. Minute prüfte Connor Irwin mit einem satten Linksschuss den jungen Keeper Tom De Bilde. Der hielt noch, aber man ahnte: Das wird nicht ewig gutgehen. "Wir wollten gleich zeigen, dass wir hier nichts herschenken", sagte Trainer Patrick Müller später mit einem zufriedenen Grinsen, "außer vielleicht dem Gegner ein paar Minuten Ballbesitz, damit ihm nicht langweilig wird." Aue, das mit einer offensiven Ausrichtung antrat, wirkte zwar bemüht, aber erschreckend harmlos. Drei Torschüsse in 90 Minuten - das ist eher Statistik als Angriff. Thomas Freitag, der Coach der Gäste, erklärte nach dem Spiel mit bemerkenswerter Gelassenheit: "Unsere Offensive hat heute ein bisschen geschlafen. Vielleicht lag’s am Abendessen. Ich hab’s auch nicht aufgegessen." In der 23. Minute fiel dann das längst überfällige 1:0. Irwin, der an diesem Abend unermüdlich rannte, verwertete eine butterweiche Flanke von Rechtsverteidiger Georges Martin per Kopf. "Ich hab einfach gehofft, dass der Ball mich findet", lachte Irwin später, "und er hat’s tatsächlich getan. So was passiert mir sonst nur bei verlorenen Socken in der Waschmaschine." Kurz darauf wurde’s kurz hitzig, als Gabri Goncalves für ein grenzwertiges Einsteigen Gelb sah. Müller schüttelte nur den Kopf: "Gabri ist halt ein emotionaler Typ. Wenn er sich freut, tritt er auch mal in die Luft - und manchmal steht da halt jemand." Mit dem 1:0 ging’s in die Pause. Aue wechselte in der Halbzeit den Innenverteidiger Micky van de Ven für Roberto La Rosa ein, wohl in der Hoffnung, die Defensive zu stabilisieren. Das klappte auch - zumindest bis zur 69. Minute. Dann wieder Irwin, wieder eiskalt. Diesmal nach starker Vorarbeit von Karl Benz, der sich links durchgetankt hatte, querlegte - und Irwin musste nur noch einschieben. 2:0, Deckel drauf, Feierlaune auf den Rängen. "Connor war heute nicht zu stoppen", lobte Müller, "der hätte wahrscheinlich auch noch getroffen, wenn wir ihn ins Tor gestellt hätten." Irwin selbst blieb bescheiden: "Ach, das war Teamarbeit. Und ein bisschen Glück. Okay, vielleicht auch viel Glück." Aue versuchte in der Schlussphase noch einmal aufzuwachen, aber außer einem harmlosen Versuch von Lennard Bach in der 80. Minute blieb es beim Versuch. In Summe 56,8 Prozent Ballbesitz für den TSV, 14:3 Torschüsse, 55,7 Prozent Zweikampfquote - Zahlen, die die Geschichte eines Spiels erzählen, das nie wirklich zu kippen drohte. In der 71. Minute durfte sich auch Keeper Marek Marko verabschieden, Trainer Müller gönnte Nachwuchsmann Patrik Nedved ein paar Minuten Profiluft. "Er hat den Ball zwei Mal berührt", witzelte Müller, "einmal beim Abstoß, einmal beim Abpfiff." Wismut Aue dagegen wirkte am Ende ratlos. "Wir hatten keinen Zugriff", gab Freitag zu, "Rain war einfach cleverer. Und vielleicht ein bisschen gemeiner." Das Publikum nahm’s mit Humor - und sang nach Abpfiff lautstark den Namen Irwins, der mit beiden Händen Richtung Tribüne klatschte. So endete ein Spiel, das nie ein Spektakel war, aber trotzdem ein Statement. Der TSV Rain verabschiedet sich mit einem souveränen Heimsieg aus der Saison, während Aue wohl froh ist, dass es keine Verlängerung gab. "Wir wollten nochmal zeigen, dass wir’s können", sagte Müller zum Abschluss, "und jetzt gibt’s erstmal ein Bier - alkoholfrei natürlich. Also… vielleicht." Ein Abend, der keine Legende schreiben wird, aber einer dieser stillen, ehrlichen Fußballabende war, an denen Einsatz, Zielstrebigkeit und ein doppelt treffender Connor Irwin völlig ausreichen, um das Publikum glücklich nach Hause zu schicken. Und manchmal, das weiß man in Rain jetzt, reicht genau das für Fußballglück. 17.07.644000 23:46 |
Sprücheklopfer
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Fritz Walter Junior auf die Frage, wie denn seine Frau heißt