Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

VfB Speldorf tanzt Nürnberg-Süd schwindelig - 4:0-Auswärtssieg mit Spielfreude und Stil

Es war ein Freitagabend, an dem der Himmel über Nürnberg so grau war wie die Gesichter der Heimfans nach 90 Minuten Fußball. 2054 Zuschauer kamen ins kleine Stadion von SV Nürnberg-Süd, einige mit vorsichtigem Optimismus, viele mit der Hoffnung, dass die Mannschaft nach zuletzt zähen Auftritten wenigstens kämpferisch dagegenhält. Nach dem Schlusspfiff stand es 0:4 - und selbst der hartgesottenste Fan musste zugeben: Der VfB Speldorf war in einer anderen Liga unterwegs.

Schon nach sieben Minuten war klar, wohin die Reise gehen würde. Veljko Ristic, der quirlige Linksaußen der Speldorfer, zog nach einem feinen Pass von Albert Raymer in den Strafraum und schob den Ball eiskalt ins lange Eck. 1:0 - und das Publikum murmelte etwas von "zu leicht". Der SV Nürnberg-Süd hatte zu diesem Zeitpunkt den Ball noch kaum gesehen. "Wir wollten eigentlich kompakt stehen", erklärte ein sichtlich ernüchterter Kapitän Heinz Noll später, "aber die haben uns den Ball einfach nicht gegeben."

Speldorf spielte mit 60 Prozent Ballbesitz und einer Leichtigkeit, als sei das alles ein Trainingsspiel. Michel Benayoun, der Taktgeber im Mittelfeld, verteilte die Bälle, Timm Stumpf, 38 Jahre jung und offenbar ewig laufstark, zog die Fäden auf der rechten Seite. In der 43. Minute war es dann ein Doppelpass zwischen Stumpf und dem flinken Niels Juhl, der das 2:0 brachte - Juhl tunnelte Torwart Walter Pan so elegant, dass selbst die Nürnberger Ersatzbank kurz klatschte.

"Ich hab’s einfach probiert, weil Timm geschrien hat: ’Mach was Schönes draus!’", grinste Juhl nach dem Spiel. "Na ja, das hat er dann."

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter, als hätte jemand die Wiederholungstaste gedrückt. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, legte Ristic auf Juhl quer, der den Ball zum 3:0 einschob (46.). Nürnberg-Süd wirkte wie betäubt - vier Torschüsse in 90 Minuten, davon zwei aus der Distanz, sagen alles. Speldorf hingegen feuerte 24 Mal auf das Tor, als wolle man eine Schießbude testen.

Trainer Jakob Meier vom VfB Speldorf blieb dennoch cool: "Das war ordentlich, aber wir können noch zielstrebiger werden." Ein Satz, der in Nürnberg wohl als Provokation verstanden wurde. Denn während Meiers Elf Ball und Gegner laufen ließ, kämpften die Südler nur noch um Schadensbegrenzung.

Als dann auch noch Innenverteidiger Marcio Garces in der 76. Minute nach einer Ecke von Stumpf das 4:0 per Kopf erzielte, war das Spiel endgültig entschieden - und der Jubel der mitgereisten Speldorfer Fans (eine Handvoll, aber lautstark) klang wie Spott über die ratlosen Hausherren.

Michel Benayoun sah nach einem rustikalen Einsteigen Gelb (18.), ebenso Javier Manu in der 61. Minute - die einzigen kleinen Makel in einer ansonsten sauberen Speldorfer Vorstellung. Nürnberg-Süd hielt zwar ordentlich dagegen, aber meist einen Schritt zu spät. Ihr junger Torwart Walter Pan verhinderte Schlimmeres, vor allem in der Schlussphase, als Juhl und Benayoun noch zwei dicke Chancen liegen ließen.

Nach dem Abpfiff standen die Nürnberger Spieler lange in kleinen Grüppchen auf dem Rasen, während die Gäste lachend ihre Runden drehten. "Man muss auch mal Lehrgeld zahlen", meinte Trainer Meier augenzwinkernd in Richtung der jungen Heimelf. "Aber ehrlich gesagt: Heute haben wir einfach zu gut gespielt."

Ein älterer Fan auf der Tribüne fasste es so zusammen: "Die Speldorfer hätten auch mit verbundenen Augen getroffen. Unsere Jungs? Die hätten wahrscheinlich selbst dann noch das Tor verfehlt."

Trotz der deutlichen Niederlage applaudierten einige Zuschauer den Gastgebern - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Anstand. Nürnberg-Süd bleibt in der Gruppenrunde damit weiter punktlos, während Speldorf mit diesem Sieg eindrucksvoll seine Ambitionen im Liga-Pokal unterstreicht.

Und so endete der Abend, wie er begonnen hatte: mit Regen, einem überragenden VfB Speldorf und einem SV Nürnberg-Süd, der sich fragt, ob der Ball vielleicht einfach zu rund für ihn war.

Trainer Meier verabschiedete sich mit einem Lächeln: "Wir fahren zufrieden nach Hause - und hoffen, dass das Navi uns nicht genauso überfordert wie die Nürnberger Abwehr."

Ein Abend voller Spielfreude, ein bisschen Schadenfreude - und ein Ergebnis, das keine Fragen offenlässt: 0:4, verdient, deutlich, fast schon gnädig.

12.12.643999 20:57
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das Wort 'mental' gab es zu meiner Zeit als Fußballspieler noch gar nicht. Nur eine Zahnpasta, die so ähnlich hieß.
Rudi Assauer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager