Anpfiff
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Viktoria Nidda wirbelt TuS Jöllenbeck mit 3:0 vom Platz

Ein frühsommerlicher Abend, Flutlicht, 4745 Zuschauer und ein Teenager, der Geschichte schreibt: Viktoria Nidda feierte am 9. Spieltag der Regionalliga A einen glanzvollen 3:0-Sieg gegen TuS Jöllenbeck - und der 18-jährige Oskar Heinze war der strahlende Held des Abends.

Kaum hatte Schiedsrichter Neumann angepfiffen, da zappelte der Ball schon im Netz. Ganze 47 Sekunden waren gespielt, als Heinze auf der rechten Seite durchstartete, Sebastian Geissler flankte, und der Youngster den Ball mit einer Mischung aus jugendlichem Übermut und technischer Finesse ins lange Eck drosch. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Heinze später, während ihm Mitspieler Pascal Scharf den Kopf tätschelte. Trainer Fink von Jöllenbeck stand da noch mit verschränkten Armen an der Seitenlinie - ein Gesichtsausdruck zwischen "Das kann ja heiter werden" und "Hat jemand den Bus gesehen, der uns gerade überrollt hat?"

Jöllenbeck versuchte danach, Ordnung ins Chaos zu bringen. Nico Völker, der 34-jährige Routinier im Mittelfeld, dirigierte, brüllte, gestikulierte - aber gegen das schnelle Kombinationsspiel der Niddaer war kein Kraut gewachsen. Die Hausherren, mit 55 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüssen, kontrollierten das Geschehen fast nach Belieben. Wenn sie mal den Ball verloren, dann höchstens, weil sie sich gegenseitig austricksten.

Kurz vor der Pause schlug Nidda wieder zu: In der 41. Minute bediente der junge Hanns Meissner den erfahrenen Yannick Jones auf links, der mit einem präzisen Schlenzer das 2:0 markierte. "Ich hab gesehen, dass der Keeper leicht nach rechts spekuliert - also dachte ich mir, mach’s halt links", erklärte Jones später mit einem Augenzwinkern. Der Jubel auf den Rängen war ohrenbetäubend, und manch einer dürfte sich gefragt haben, ob das hier wirklich Regionalliga war oder schon ein Bewerbungsvideo für höhere Aufgaben.

Trainer Ben Fink von TuS Jöllenbeck blieb erstaunlich ruhig in der Pause. "Wir wollten offensiv bleiben", sagte er nach dem Spiel, "aber vielleicht hätten wir vorher mal defensiv anfangen sollen." Seine Mannschaft startete tatsächlich engagiert in die zweite Hälfte, doch kaum hatten sie sich sortiert, da traf schon wieder - wer wohl - Oskar Heinze. Diesmal in der 48. Minute, auf Vorlage von Jones, der offenbar beschlossen hatte, seine Assistentenstatistik aufzupolieren. 3:0 - und das Stadion bebte.

"Ich hab Oskar nur zugerufen: ’Mach was Jugendliches!’ - und er hat’s gemacht", lachte Viktoria-Kapitän Matthias Völker, der zuvor selbst mit einer Gelben Karte bedacht worden war. Kein Wunder: Der junge Flügelflitzer war an diesem Abend einfach zu schnell für die Gäste aus Ostwestfalen.

TuS Jöllenbeck versuchte es danach mit Würde, nicht mit Wut. Jose Enrique Fortunio hatte in der 59. und 76. Minute die besten Chancen auf den Ehrentreffer, aber Viktoria-Keeper André Cartier war stets zur Stelle - mal mit den Fingerspitzen, mal mit etwas, das aussah wie ein artistischer Sprung in die Zukunft. "Ich hab einfach gehofft, dass mein Rücken das mitmacht", witzelte der Torwart später.

Insgesamt acht Torschüsse brachte Jöllenbeck zustande, was auf dem Papier gar nicht so schlecht klingt, in der Realität aber eher wie ein höfliches Anklopfen wirkte. Und wenn man bedenkt, dass Lewis Catrall in der 90. Minute noch Gelb sah, weil er den Ball wütend in den Abendhimmel drosch, dann war das sinnbildlich für den Frust der Gäste.

Viktoria Nidda hingegen spielte die letzten Minuten mit der lässigen Eleganz einer Mannschaft, die wusste: Heute geht nichts mehr schief. Trainer Müller - dessen Name in der Statistik zwar fehlt, aber auf der Bank lautstark präsent war - fasste es trocken zusammen: "Das war die beste erste Minute meiner Trainerkarriere."

So endet ein Abend, an dem ein 18-Jähriger zweimal traf, ein 32-Jähriger zauberte und ein ganzes Stadion jubelte. 3:0, 16:8 Torschüsse, 55 Prozent Ballbesitz - Zahlen, die die Dominanz nur andeuten. "Wenn wir so weiterspielen, wird’s schwer, uns zu stoppen", rief Heinze noch in Richtung der jubelnden Fans. Und vielleicht hatte er recht.

Denn an diesem Abend in Nidda war nicht nur das Flutlicht hell - es leuchtete auch ein neuer Stern am Fußballhimmel.

29.01.644003 10:04
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In diesem Drecksspiel hätte ich zehn Akteure auswechseln können.
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