Anpfiff
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Wusterwitzer Wirbelwind: 4:0-Gala gegen Cloppenburg

Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball in Wusterwitz so leichtfüßig daherkam, dass selbst der Stadionsprecher nach dem dritten Tor vergaß, seine Stimme zu schonen. 6764 Zuschauer sahen im Regionalliga-B-Stadion, wie der FC Wusterwitz den BV Cloppenburg mit 4:0 aus dem eigenen Wohnzimmer fegte - und das mit einer Spielfreude, die man in dieser Liga nicht alle Tage erlebt.

Schon nach sechs Minuten war klar, wohin die Reise geht. Nico Behrendt, der 21-jährige Wirbelwind auf der rechten Seite, zirkelte nach Vorlage von Walther Buchholz den Ball in die lange Ecke. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Behrendt später und bekam dafür von Trainer Tom Fritz nur ein Augenrollen und ein "Na, dann flank mal weiter so."

Cloppenburgs Trainer, dessen Name in den Statistiken verschollen blieb, hätte sich da schon denken können, dass es ein langer Abend wird. Seine Mannschaft hatte zwar mehr Ballbesitz (52 Prozent), aber das ist bekanntlich wie das schönste Auto ohne Benzin - hübsch anzuschauen, aber ohne Vortrieb.

In der 12. Minute dann das nächste Kapitel der wusterwitzer Lehrstunde: Behrendt revanchierte sich und legte für Rafael Witte auf. Der junge Stürmer nahm den Ball volley, als wollte er zeigen, dass Physikunterricht doch zu etwas taugt, und hämmerte ihn unter die Latte. 2:0 - und Cloppenburgs Torwart Tom Wegener stand da wie einer, der gerade überlegt, ob er wirklich den richtigen Beruf gewählt hat.

Während Cloppenburgs Offensivbemühungen irgendwo zwischen zaghaft und zahnlos pendelten, kombinierte sich Wusterwitz weiter nach vorne. Buchholz, der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, steuerte in der 32. Minute den nächsten Assist bei: Steilpass auf Curt Fröhlich, der seinem Namen alle Ehre machte und fröhlich zum 3:0 einschob. "Der Ball kam perfekt - ich musste nur noch freundlich Danke sagen", lachte Fröhlich nach dem Spiel.

Mit diesem Spielstand ging es in die Pause, und die Wusterwitzer Fans stimmten Lieder an, die vermutlich noch bis Montag durchs Dorf hallten. Trainer Fritz blieb nüchtern: "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen." Ein Satz, den seine Jungs offenbar als "Lasst uns noch eins drauflegen" verstanden.

Nach einer Phase, in der Cloppenburg mal kurz so tat, als wolle man den Anschluss finden - Diarra und Schmidt prüften Torhüter Zimmermann gleich mehrfach - kam die 74. Minute. Der eingewechselte Finn Roth, gerade erst für Witte gekommen, nahm eine Vorlage von Werner Runge an und setzte den Ball trocken ins Eck. Das 4:0 - und der endgültige Beweis, dass Wusterwitz an diesem Abend einfach eine Klasse besser war.

Die Statistik untermauert das Spektakel: 19 Torschüsse für die Hausherren, nur 8 für die Gäste. Und das, obwohl Cloppenburg nominell mehr vom Spiel hatte. Wusterwitz verteidigte clever, gewann 54 Prozent der Zweikämpfe und ließ trotz offensiver Ausrichtung kaum etwas zu.

In der Schlussphase wurde es dann etwas ruppiger - Cloppenburgs John Callahan und der erfahrene Finn Brandt sahen Gelb, vermutlich aus Frust über die eigene Wirkungslosigkeit. "Wir haben uns einfach selbst geschlagen", murmelte Brandt nach Abpfiff, während er sich die Schweißperlen von der Stirn wischte.

Wusterwitz dagegen feierte ausgelassen. Behrendt wurde zum Publikumsliebling des Abends gewählt, Buchholz bekam vom Stadionsprecher den inoffiziellen Titel "Maestro des Mittelfelds", und Trainer Fritz fasste zusammen: "Das war heute Fußball, wie ich ihn mag: mutig, schnell, mit Herz. Und vielleicht auch ein bisschen schön."

Cloppenburg hingegen wird sich an diesem Abend die Frage stellen, wie man mit mehr Ballbesitz und weniger Ideen ein Spiel so deutlich verlieren kann.

Zum Schluss noch ein Dialog vom Rasenrand, der den Abend perfekt zusammenfasst:
"Trainer, war das heute ein Statement?" - "Nein", sagt Tom Fritz mit einem Grinsen, "das war einfach Wusterwitz."

Und die Fans sangen es noch lange nach.

(Etwa 600 Wörter)

03.09.644000 21:00
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