La Nacion
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AD 12 Octubre siegt nach wildem Schlagabtausch mit 3:2 bei CF Taquari

Es war einer jener Abende, an denen das Stadion von Taquari vibrierte, als wüsste es schon, dass hier kein gemütlicher Fußballabend bevorstand. 43.500 Zuschauer hatten sich eingefunden, und sie bekamen für ihr Eintrittsgeld ein Spiel serviert, das irgendwo zwischen Spektakel und Nervenzusammenbruch pendelte. Am Ende jubelten die Gäste von AD 12 Octubre über einen 3:2-Auswärtssieg, während die Hausherren von CF Taquari ratlos auf den Rasen starrten.

Schon nach drei Minuten hallte das erste Raunen durchs Stadion: Sebastien Schmid, der 23-jährige Mittelstürmer der Gäste, nutzte die erste Unachtsamkeit der Taquari-Abwehr und schob eiskalt zur frühen Führung ein - Vorlage von Anthony Verellen, der auf der rechten Seite so viel Platz hatte, dass er sich fast noch einen Kaffee hätte holen können. "Wir wollten gleich zeigen, dass wir nicht zum Sightseeing gekommen sind", grinste Schmid später in die Kameras.

Doch wer dachte, das würde ein gemütlicher Abend für 12 Octubre, der irrte gewaltig. Nur fünf Minuten später schlug Taquari zurück. Alessio Visintin, der quirlig-linke Flügelstürmer, setzte sich nach Pass von George Dennehy durch und traf zum 1:1 - mit einem Schuss, der so trocken war, dass man ihn fast als Wüstenwind bezeichnen konnte. Das Stadion tobte, Trainer Tim Thaler riss die Arme hoch und brüllte: "So will ich das sehen!"

Dann ging’s Schlag auf Schlag. In der 10. Minute traf Ruben Hernandez für die Gäste erneut, nach feiner Vorarbeit von Albert Teixeira. 2:1 für 12 Octubre, und Thaler war wieder auf 180. Keine zwei Minuten später wechselte er den ersten Spieler aus - eine taktische Maßnahme, die eher nach Kurzschlussreaktion aussah. "Ich wollte frischen Wind bringen", erklärte er später, während er mit den Händen gestikulierte, als würde er sich selbst noch überzeugen wollen.

Tatsächlich brachte der Heimtrainer kurz vor der Pause neuen Schwung: Attila Detari, der bullige Mittelstürmer, glich kurz vor der Halbzeit (41.) nach Flanke von Julian Xavier aus. Wieder stand das Stadion Kopf, wieder schien alles möglich. 2:2 - Halbzeit. Die Zuschauer holten tief Luft, und man hatte das Gefühl, dass die zweite Hälfte niemandem Erholung schenken würde.

Nach der Pause drückte zunächst Taquari. 60 Prozent Ballbesitz, zehn Torschüsse, doch das Runde wollte nicht mehr ins Eckige. Visintin und Deco rieben sich an der gegnerischen Abwehr auf, während Gäste-Keeper Liam O’Leary zur Wand mutierte. "Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass der Ball mich einfach mochte", sagte O’Leary mit einem breiten Grinsen.

Dann kam die 66. Minute. Andre Blais, der rechte Mittelfeldmann der Gäste, fasste sich ein Herz und zog aus 20 Metern ab - und der Ball flatterte wie ein aufgeschreckter Vogel ins Netz. 3:2 für 12 Octubre. Die Bank der Gäste explodierte, Trainer Tommy Tomsen wirbelte seine Jacke durch die Luft. "Ich hatte gehofft, er schießt. Aber ehrlich gesagt - ich hab nicht gedacht, dass der reingeht", lachte Tomsen später.

CF Taquari warf in der Schlussphase alles nach vorne, stellte auf totale Offensive, als gäbe es kein Morgen mehr. Deco traf in der 88. Minute fast noch zum Ausgleich, doch O’Leary fischte den Ball aus dem Winkel. "Ich schwöre, ich hab ihn gar nicht gesehen - ich hab einfach gehofft, dass mein Gesicht im Weg ist", scherzte der Keeper.

Die Gäste verteidigten mit allem, was sie hatten, und manchmal auch mit ein bisschen Glück. Und als der Schlusspfiff ertönte, fiel Tomsen seinem Co-Trainer um den Hals, während Thaler auf der anderen Seite mit finsterer Miene in Richtung Schiedsrichter starrte - der allerdings nichts dafür konnte, dass seine Offensive den Ball nicht mehr ins Tor brachte.

Statistisch gesehen hatte Taquari die Nase vorn: mehr Ballbesitz (fast 60 Prozent), fast gleich viele Torschüsse (10:11), aber eben ein Tor weniger. "Man kann Ballbesitz nicht in Punkte umtauschen", murmelte Thaler in der PK, bevor er wortlos verschwand.

12 Octubre hingegen feierte ausgelassen. Schmid, Hernandez und Blais holten sich die verdienten Glückwünsche ab - und waren sich einig: "Wir haben heute einfach an uns geglaubt. Und ein bisschen an den Zufall."

Am Ende bleibt ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst: fünf Tore, ein Verletzter, eine frühe Gelbe Karte, ein wütender Trainer und ein Torwart, der sich unsterblich machte. Fußball kann grausam sein - und wunderschön zugleich.

Und irgendwo in der Kabine von Taquari soll einer gemurmelt haben: "Wir hätten das Ding gewinnen müssen." Ja, hätten sie. Aber das ist bekanntlich der Lieblingssatz aller Verlierer.

22.07.643996 08:14
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Wenn wir kein Tor machen, können wir nicht einmal in Kaiserslautern gewinnen.
Aleksandar Ristic
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