Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Kreta trotzt dem Giganten - OFE besiegt Olympiokos 3:2 in einem wilden Inselduell

Es war einer dieser Abende auf Kreta, an denen der Wind vom Meer weht, der Rasen flirrt und 40.456 Zuschauer das Gefühl haben, Teil einer Legende zu werden. OFE Kreta besiegte am 19. Spieltag der 1. Liga Griechenlands den großen Olympiokos mit 3:2 - ein Spiel, das anfangs nach Routine, dann nach Chaos und schließlich nach purem Wahnsinn roch.

Schon in der 14. Minute drehte das Stadion kurz den Atem ab. Olympiokos’ Altmeister Asimakis Nafpliotis, 32 Jahre und mit mehr Tricks als ein Straßenmagier, schlenzte den Ball nach Vorarbeit von Javier Costinha ins Kreta-Tor. Torwart Kian Boutin sah dem Leder nur hinterher, wie man einem ungebetenen Urlaubsflieger nachwinkt. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", gestand Boutin später mit einem Lächeln, das zwischen Selbstironie und Erleichterung pendelte.

Doch Kreta reagierte nicht mit Schockstarre, sondern mit Wut - der guten Sorte. Nur vier Minuten später drosch Christopher Lineback, der bullige Rechtsaußen mit der Körpersprache eines Rugbyspielers, den Ball kompromisslos ins Netz. 1:1, und das Stadion kochte. Trainer Jeff Johnson, der US-Amerikaner an der Seitenlinie, riss die Arme hoch und schrie etwas, das selbst die Dolmetscher nicht verstanden.

Dann kam die 22. Minute, und Duarte Caneira, der flinke Portugiese auf der rechten Außenbahn, schrieb sich endgültig in die Herzen der Fans. Nach feinem Zuspiel von Ktesias Salpingidis traf er trocken ins lange Eck. 2:1 - Kreta drehte das Spiel in weniger als zehn Minuten. "Wir wollten zeigen, dass Sonne und Strand nicht alles sind, was Kreta kann", witzelte Caneira nach dem Spiel.

Olympiokos hatte mehr Ballbesitz - 53,7 Prozent, um genau zu sein - aber das war an diesem Abend so hilfreich wie ein Sonnenschirm bei Sturm. Die Gäste spielten zwar mutig, aber oft eindimensional. "Wir haben zu sehr auf die Mitte gesetzt", grummelte Trainer Dirk Reichmann, der seine offensive Ausrichtung später als "vielleicht ein bisschen zu optimistisch" bezeichnete.

Nach dem Seitenwechsel kam Olympiokos wieder heran. In der 49. Minute traf Marios Papaioannou nach Vorarbeit von Kleanthes Dranias zum 2:2. Der Gästeblock tobte, während Johnson an der Seitenlinie einen unverständlichen Monolog in Richtung Himmel führte.

Doch Kreta wäre nicht Kreta, wenn sie sich den Abend verderben ließen. Nur sieben Minuten später, in der 56. Minute, brachte Guillermo Yanez die Insel wieder zum Beben. Duarte Caneira, erneut der Mann der Vorlage, legte quer, Yanez wuchtete den Ball mit links ins Netz. 3:2, und diesmal hielt die Führung.

Das Spiel blieb intensiv, manchmal wild. In der 68. Minute sah Olympiokos’ Innenverteidiger Aris Kirastas Gelb, weil er mehr die Knochen als den Ball traf. Zwei Minuten später verletzte sich Kretas Mittelfeldmotor Manuel Da Cru bei einem Zweikampf und musste raus - bitter, aber das Publikum verabschiedete ihn mit stehenden Ovationen. "Das war ein Krampf, kein Drama", winkte Da Cru später ab, "außer vielleicht für meine Mutter, die jedes Spiel live mitleidet."

Olympiokos drängte am Ende mit langen Bällen, wie es das Taktikdokument kalt "passing: LONG" nennen würde. In Wahrheit war es eher ein verzweifeltes Himmelfahrtskommando. Asimakis Nafpliotis hatte in der 85. Minute noch einmal die Chance zum Ausgleich, doch sein Schuss flog übers Tor - und landete, so witzelten einige Fans, fast im Meer.

Statistisch war das Spiel ein Paradox: OFE Kreta hatte nur 46 Prozent Ballbesitz, aber doppelt so viele Torschüsse (10 zu 5). Die Gastgeber kämpften, rutschten, rannten - Tacklingquote: 52,8 Prozent - und verteidigten am Ende mit Herz und Humor.

Trainer Jeff Johnson brachte es nach Abpfiff auf den Punkt: "Wir sind vielleicht nicht das eleganteste Team der Liga, aber wir wissen, wie man den Ball ins Tor schießt. Und manchmal reicht das."

Olympiokos-Coach Reichmann hingegen wirkte, als wolle er lieber zurück aufs Festland schwimmen. "Wir hatten Chancen", murmelte er, "aber wir haben sie behandelt wie Souvenirs - schön anzusehen, aber nutzlos."

Als das Flutlicht erlosch und die Fans noch immer sangen, blieb das Gefühl: Kreta hat an diesem Abend nicht nur drei Punkte gewonnen, sondern ein Stück Stolz. Und vielleicht, ganz vielleicht, den Glauben, dass auch auf einer Insel Fußballträume wachsen können - solange man sie mit Leidenschaft gießt.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn du Olympiokos schlägst, darfst du morgen den Kaffee doppelt stark trinken."

26.08.643996 04:32
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das hätte in der Türkei passieren dürfen, aber nicht in der zivilisierten Welt.
Toni Schumacher zum Flutlichtausfall während seines Abschiedsspiels in Köln
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager