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Ein nasskalter Dezemberabend in Stuttgart, 54.368 Zuschauer im Stadion, und die einen wollten Fußball schauen - die anderen, nun ja, haben ihn gespielt. Der VFL Stuttgart fegte am 10. Spieltag der 1. Liga Deutschland den tapferen, aber überforderten Greifswalder SV mit 5:0 (2:0) vom Platz. Trainer Venni Mislintat durfte sich über eine Gala seiner Offensivreihe freuen, während sein Pendant Jan Pehnert wohl schon in der 70. Minute die Rückfahrt an die Ostsee geplant haben dürfte. Von Beginn an war klar: der VFL hatte Lust. Schon in der ersten Minute prüfte William Lujan den Gästetorwart Anders Sundström - ein Vorgeschmack auf das, was folgen sollte. "Ich hatte das Gefühl, sie wollten uns erziehen", murmelte Greifswalds Kapitän Hans Kroll später mit einem bitteren Lächeln. In der 15. Minute brach Paulo Nani den Bann - nach feiner Vorarbeit von Önder Tasdemir drosch er den Ball humorlos unter die Latte. Das 1:0 war verdient, das 2:0 durch Joshua Rausch in der 25. Minute beinahe zwingend. Henry Prentiss hatte mit einem butterweichen Pass den Raum geöffnet, Rausch blieb cool wie ein Eisblock in der Ostsee. "Da dachte ich kurz, ich wär’ Mbappé - aber dann fiel mir wieder ein, ich bin Rausch", grinste der Torschütze später. Zur Halbzeit stand es 2:0 - und Greifswald durfte froh sein, dass Stuttgart nicht schon doppelt so viele Tore erzielt hatte. 32 Torschüsse für die Hausherren, nur drei für die Gäste: Das Zahlenverhältnis erzählte die Geschichte des Abends ohne viele Worte. Nach dem Seitenwechsel wechselte Mislintat fröhlich durch. Der junge Marcio Dominguez kam für Henry Prentiss und fügte sich ein wie ein erfahrener Stammspieler. In der 68. Minute war es dann soweit: William Lujan, der zuvor mehrfach scheiterte, traf endlich - nach einem Eckball von Cedric Van Haute. 3:0. Der Mittelstürmer jubelte mit der typischen Mischung aus Erleichterung und Stolz. "Ich hab’ den Ball gesehen, hab’ gedacht: diesmal oder nie. Zum Glück war’s diesmal", erzählte er später mit breitem Grinsen. Greifswald stand nun wie ein Boxer, der nach drei Runden weiß, dass der Gong noch lange nicht geschlagen hat. Die jungen Spieler Runge (17) und Jones (ebenfalls 17) zeigten zwar Einsatz, aber gegen die erfahrene Stuttgarter Defensive wirkten sie wie Praktikanten in einem Stahlwerk. In der 78. Minute setzte Dominguez selbst zum Tanz an: über rechts, Doppelpass mit Tasdemir, Abschluss - 4:0. Sundström war machtlos, die Fans tobten. Und weil es noch nicht genug war, legte Maxim Tillman in der 86. Minute nach - wieder auf Vorlage des unermüdlichen Tasdemir, der an drei Toren beteiligt war. 5:0. "Das war heute fast zu schön, um wahr zu sein", sagte Trainer Mislintat hinterher. "Aber ich sag’s meinen Jungs: So ein Spiel ist gefährlich. Danach glaubt man, man sei Real Madrid." Sein Gegenüber Pehnert war ehrlicher: "Ich hab’ irgendwann aufgehört zu zählen. Wir wollten nur noch, dass’s aufhört." Ganz ohne Schattenseiten blieb der Abend nicht: Ingo Zabaleta holte sich erst Gelb (89.) und dann in der Nachspielzeit Gelb-Rot ab. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", meinte er mit einem Achselzucken. Auch Paulo Nani sah Gelb - vermutlich, weil er zu oft grinste. Am Ende blieb ein Spiel, das Stuttgart dominierte, aber auch eins, das zeigte, wie gnadenlos die Liga sein kann. Ballbesitz 55 zu 45 Prozent, Zweikampfquote knapp 60 Prozent für die Schwaben - das war kein Zufall, sondern System. Önder Tasdemir, der Mann des Abends, fasste es poetisch zusammen: "Manchmal läuft der Ball wie ein Lied, und du spielst einfach mit." Vielleicht ein bisschen zu schön gesagt, aber nach so einem Auftritt sei’s ihm verziehen. Greifswald hingegen reiste mit gesenkten Köpfen ab. Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Die Jungs haben heute viel gelernt - leider alles über Demütigung." Und so endete ein Abend, an dem Stuttgart Fußball zelebrierte, als gäbe es Bonuspunkte für Ästhetik. Für Greifswald bleibt nur der Trost, dass man aus Niederlagen wächst. Und wenn nicht: Dann wenigstens die Gewissheit, dass der nächste Gegner kaum besser sein kann. Einige Fans durften dem neuen Star des Teams bei seiner Ankunft auf dem Flughafen zujubeln und die heiß begehrten Autogramme abstauben. Bereits heute trainiert Arnau Acevedo mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Trainingsgelände von St. Pauli. Dem ersten Einsatz im St. Pauli-Trikot steht damit nichts im Wege - schon im nächsten Match seines neuen Teams darf Arnau Acevedo eingesetzt werden. |
Mit einem leidenschaftlichen 3:1-Erfolg im Finale gegen den SC Saar setzte der VfL Stuttgart ein weiteres Ausrufezeichen und setzt damit seine Erfolgsgeschichte fort. Noch vor wenigen Saisons sah es im Pokalwettbewerb alles andere als rosig aus: Der VfL scheiterte häufig früh, verlor Partien gegen vermeintlich schwächere Gegner und musste sogar bittere Niederlagen gegen unterklassige Teams hinnehmen. Auch international blieb der erhoffte Durchbruch aus. In der Liga etablierte sich die Mannschaft zwar als feste Größe auf Rang drei, doch der ganz große Triumph blieb auch dort zunächst aus. Der Verein hielt jedoch konsequent am eingeschlagenen Weg fest, was sich nun auszahlt. Insbesondere an Trainer Venni M., der das Vertrauen der Verantwortlichen voll und ganz geniesst. VfL Stuttgart hat nicht nur einen Titel gewonnen – sondern Respekt und eine gewisse Anerkennung im ganzen Land. Und vielleicht ist die Reise noch nicht zu Ende. Diese Saison gewann man sogar vorzeitig sensationell den Meistertitel, ließ die beiden stärkeren Großclubs Kiel und Norderstedt, welche mindestens die letzten 20 Titel unter sich ausmachten, hinter sich. Zudem konnte man das Pokalfinale erreichen, wo man Norderstedt 1:3 unterlag. Fast das Double geholt, ein Triumph, der dem Stuttgarter Club und seinem Anhang noch lange in Erinnerung bleiben wird. Eine weitere Meisterschaft wird in Stuttgart sicher kurzfristig nicht erwartet, doch in dieser Saison hat einfach alles gepasst. Heute konnten gleich vier Verträge mit Leistungsträgern verlängert werden. Joel Crichton, Eri Schuster, Lewis Staunten und Marko Fiedler bleiben weitere 2 Saisons. Nächste Saison wird dank 7 sicheren Abgängen ein Umbruch nötig. Damit ist Unterliederbach geführt von Manager Alexander Becker zum dritten Mal in vier Saisons aufgestiegen. In der Saisons 2/13 war der Verein das letzte Mal in der 3. Liga. Nun ging es dank hervorragender Führung ganz schnell von ganz unten bis hierhin. Der neuerliche Aufstieg wurde bereits direkt nach Schlusspfiff von allen Anwesenden frenetisch, feucht und fröhlich gefeiert. Am Tag danach hatten wir den Manager zum Interview bei uns. Harry Hirsch: Wie fühlen sie sich nach solch einem Erfolg? Alexander Becker: Ich hab noch einen Kater, aber ansonsten fühle ich mich richtig gut. Harry Hirsch: Ihr Aufstieg von der Verbandsliga bis in die 3. Liga ging ja richtig flott und dabei haben Sie noch nicht einmal viel Geld für Spieler in die Hände genommen. Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis? Alexander Becker: Ich kann es kaum glauben das wir aufgestiegen sind. Hätten sie mir das am Ende der letzten Saison erzählt hätte ich Ihnen nicht geglaubt. Ich denke nicht das ich ein Erfolgsgeheimnis habe. Ich mache einfach nur meine Hausaufgaben als Fußballmanager. Harry Hirsch: Was sind Ihre Pläne für nächste Saison? Alexander Becker: Der Klassenerhalt wird schwierig. Fast alle Aufsteiger in der zweiten Divison der 3. Liga aus der Vorsaison sind auf Abstiegsplätzen. Ich denke nicht das wir eine Chance haben drin zu bleiben, zumal wir in dieser Saison schon sechs wichtige Spieler abgeben mussten. Wir werden sehen welche Personalüberraschung nächste Saison auf uns wartet. Harry Hirsch: Sie klingen ja nicht gerade sehr optimistisch. Wo sehen Sie denn den Club in der Zukunft? Alexander Becker: Ich denke die 3. Liga ist das Maximum was wir im Moment erreichen können. Wir haben nicht das Geld ein großes Stadion zu bauen und dieses zu verdienen dauert mit den gegebenen Mitteln Ewigkeiten. --Harry Hirsch, rasender Reporter für den Sportecho Harry Hirsch: Wie ist die Stimmung im Team? Alexander Becker: Hervorragend. Alle freuen sich auf die bevorstehenden Aufgaben. Harry Hirsch: Sie klingen siegessicher. Haben Sie bestimmte Taktiken einstudieren lassen? Alexander Becker: Nein, wir gehen die Spiele nicht anders an als jedes andere auch. Und wenn würde ich Ihnen das sicherlich nicht aufs Auge binden. Harry Hirsch: Was rechnen Sie sich im Ligapokal aus? Alexander Becker: Ein schönes Spiel. Was am Ende rauskommt werden wir sehen. Harry Hirsch: Das klingt jetzt aber nicht danach als wenn Sie das Spiel allzu ernst nehmen. Alexander Becker: Wir wissen wo wir stehen. Wenn wir gegen die Kickers aus Stuttgart verlieren dann ist das halt so. Harry Hirsch: das heißt voller Fokus auf die Liga? Alexander Becker: Na klar, was denn sonst. Der Ligapokal ist nur ein nettes Zubrot. Harry Hirsch, rasender Reporter für den Sportecho |
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Sprücheklopfer
Bei mir nicht, ich spiele ja nur 70 Minuten.
Mario Basler auf die Frage, ob es in der neuen Saison zu einer Überbelastung der Fußballprofis kommt