Jamaica News Bulletin
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Tor-Feuerwerk in Kingston: Boys und Junglists liefern 4:4-Spektakel

Wenn die Kingston Boys auf die Kingston Junglists treffen, dann weiß die Stadt: Heute wird’s laut, wild und wahrscheinlich torreich. Doch was sich am Samstagabend im National Stadium vor 73.630 Zuschauern abspielte, übertraf selbst die kühnsten Erwartungen. Ein 4:4, das mehr an ein Karnevalsspiel erinnerte als an taktische Disziplin - und das Publikum bekam für sein Eintrittsgeld gleich mehrere Herzinfarktmomente gratis dazu.

Schon in der neunten Minute bebte der Boden, als Frederic Balzac die Boys mit einem satten Schuss in Führung brachte. Der junge Franzose grinste danach in Richtung der gegnerischen Kurve und murmelte angeblich: "Ich dachte, das sei Training - so frei stand ich da." Trainer Mahatma Haathi klatschte zufrieden, während Junglists-Coach Andreas Müller an der Seitenlinie ein Gesicht zog, als hätte jemand seinen Lieblingskaffee verschüttet.

Doch die Boys ruhten sich nicht auf dem 1:0 aus. In der 27. Minute war Thomas Guillory zur Stelle, der einen feinen Pass von Youngster Henri Donahue verwertete. 2:0 - und die Heimfans sangen schon Siegeshymnen. "Wir haben’s ein bisschen zu schön gefunden, glaube ich", meinte Haathi später halb belustigt, halb genervt.

Denn dann kam die Show des Abends: Jermolai Fedotow, der wieselflinke Linksaußen der Junglists, traf kurz vor der Pause gleich doppelt (42. und 45. Minute). Erst nach Vorlage von Christoph Steffen, dann nach feinem Zuspiel von Mittelstürmer Jannick Richter. Zwei Tore, die selbst die heimischen Fans aufstehen ließen. "Ich wollte einfach zeigen, dass wir auch Fußball spielen können - nicht nur zuschauen", grinste Fedotow nach dem Spiel.

Mit einem 2:2 ging es in die Kabinen. Dort soll Haathi, wie ein Spieler später verriet, nur einen Satz gesagt haben: "Macht einfach noch zwei - aber diesmal reicht bitte." Die Jungs nahmen ihn offenbar wörtlich.

Wieder war es Balzac, der in der 54. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends für die erneute Führung sorgte - diesmal bedient von Guillory. Doch kaum hatten sich die Boys gefreut, kamen die Junglists zurück. Fedotow (57.) und Xabi Salvadorez (58.) drehten binnen 90 Sekunden das Spiel. Besonders Salvadorez’ Treffer, nach klugem Pass von Richter, war ein kleines Kunstwerk: flach, präzise, eiskalt.

Doch die Boys antworteten prompt - und wie! In der 59. Minute traf Donahue, der 20-jährige Mittelfeldmotor, zum 4:4-Endstand. Assistiert wurde er von Jean-Pierre Gagne, der nach dem Spiel trocken meinte: "Wenn keiner verteidigt, muss man halt wieder ausgleichen."

Danach ging’s hin und her, Chancen hüben wie drüben. Insgesamt feuerten die Boys 14 Schüsse ab, die Junglists 13 - fast schon synchroner Fußball. Der Ballbesitz lag leicht bei den Gastgebern (52 zu 48 Prozent), aber wer bei diesem Schlagabtausch von Kontrolle sprechen wollte, hatte wohl das falsche Spiel gesehen.

Die einzige Gelbe Karte des Abends kassierte übrigens Luís Prieto in der 63. Minute - für ein Einsteigen, das mehr nach Rugby aussah. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch da bin", erklärte der 33-Jährige später lachend.

Auch taktisch war’s ein bunter Mix: Beide Teams setzten auf Offensive, die Boys auf schnelle Konter, die Junglists auf permanentes Anrennen. "So viele Tore habe ich zuletzt auf der Playstation kassiert", scherzte Gäste-Coach Müller nach der Partie. Sein Kollege Haathi grinste: "Dann sollten wir vielleicht mal gegeneinander spielen - aber mit Verteidigung."

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen die Spieler erschöpft, aber glücklich in den Armen. Das Publikum applaudierte minutenlang, als hätte es ein Finale gesehen. Und irgendwie war es das auch - ein Finale um die Vorherrschaft in Kingston, das keinen Sieger, aber viele Helden hervorbrachte: Balzac, Guillory, Donahue auf der einen, Fedotow mit Dreierpack und Salvadorez auf der anderen Seite.

"Das war kein Fußballspiel, das war ein Feuerwerk", fasste ein Zuschauer beim Hinausgehen zusammen. Und während über dem Stadion noch die letzten Vuvuzelas dröhnten, lächelte Andreas Müller und sagte: "Vier Tore auswärts, vier Gegentore - klingt nach Gleichgewicht. Vielleicht sind wir einfach Yin und Yang in Fußballform."

Ein 4:4, das in die Annalen der jamaikanischen Liga eingehen dürfte - als das Spiel, in dem niemand verteidigen wollte, aber alle trafen. Und die Stadt Kingston? Die tanzt wohl noch bis Montag.

05.09.643996 06:13
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Wenn ich aber nur daran denke, dass seine Frau, dieses Spice Girl, auch mitkäme! Das wäre schön für die Medien, aber nicht für uns. Das Theater brauche ich nicht.
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