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21 Schüsse, null Tore: Grebenstein verzweifelt an Steinbach

Regionalliga D | 21. Spieltag | 26.07.26 | Grebenstein - SV Steinbach 0:0

Grebenstein hat am 21. Spieltag der Regionalliga D eindrucksvoll bewiesen, dass man ein Fußballspiel vollständig beherrschen und trotzdem keinen Treffer erzielen kann. Vor 4095 Zuschauern endete die Partie gegen den SV Steinbach am Sonntagabend 0:0. Die Gastgeber schossen 21-mal aufs Tor, die Gäste ganze zweimal. Wer daraus einen klaren Heimsieg errechnet hatte, muss seine Fußballmathematik noch einmal überarbeiten.

Schon in der fünften Minute eröffnete Olof Mattson das Grebensteiner Scheibenschießen. Zwei Minuten später antwortete Lars Schumacher mit Steinbachs erstem Abschluss. Es war einer jener seltenen Momente, in denen der Ball die Grebensteiner Hälfte nicht nur zu touristischen Zwecken besuchte.

Danach übernahm vor allem Sergi Carvalho. Der Linksaußen versuchte es in der 8., 14. und 15. Minute und entwickelte dabei eine bemerkenswerte Ausdauer im Duell mit der gegnerischen Defensive. Rechtsverteidiger Tiago Morales schaltete sich ebenfalls ein, ehe Christoph Vogt in der 18. Minute Steinbachs zweiten und zugleich letzten Torschuss abgab. Der Gast hatte damit sein offensives Tagespensum früh erfüllt und konnte sich fortan den wirklich wichtigen Dingen widmen: verteidigen, leiden und auf die Uhr schauen.

Grebenstein blieb offensiv. Samuel Montgomery prüfte die Steinbacher Abwehr in der 20., 34. und 39. Minute, Benjamin Cawdor und erneut Carvalho legten nach. Doch Steinbachs Torwart Fabian Schmitz und seine Vorderleute verteidigten das 0:0 mit jener Mischung aus Disziplin, Glück und hektischem Wegschlagen, die Fußballtrainer gern als "kompakte Mannschaftsleistung" verkaufen.

"Irgendwann dachte ich, der Ball wolle heute einfach nicht rein", sagte Montgomery später. "Ich hätte ihn vermutlich mit nach Hause nehmen und ins Wohnzimmer stellen müssen." Ganz unschuldig war der Mittelstürmer freilich nicht. Insgesamt sieben seiner Abschlüsse blieben ohne Ertrag.

Steinbachs Christoph Vogt sah in der 33. Minute Gelb. Kurz nach der Pause musste der verletzte Carlos Caneira vom Feld, für ihn kam der erst 17-jährige Hugo Claverias. Grebenstein wechselte ebenfalls: Domenico Calabro ersetzte Mattias Bloch und holte sich bereits in der 51. Minute die Gelbe Karte ab - ein Einstand, der zumindest dokumentierte, dass er sofort Betriebstemperatur erreicht hatte.

Trainer Pipa Po hielt an seiner offensiven Ausrichtung fest. Seine Mannschaft kombinierte bevorzugt kurz und suchte zunächst die Flügel. Nach der Pause erhöhte sie den Druck weiter. Montgomery und Carvalho feuerten erneut, der eingewechselte Miguel Dominguez versuchte es in der 69. Minute, Günther Breuer in der 74. Minute. Zwischen der 73. und 86. Minute verzeichnete Grebenstein acht weitere Abschlüsse. Das war weniger Schlussoffensive als eine Dauerbestellung beim Steinbacher Strafraum.

Bemerkenswert war auch Grebensteins Torwartwechsel nach einer Stunde: Jacopo Rose kam für Vilmos Dombi. Angesichts von nur zwei gegnerischen Torschüssen dürfte Rose sich gefragt haben, ob er tatsächlich zum Fußballspielen oder zur Beaufsichtigung des eigenen Strafraums eingewechselt worden war.

In der Schlussphase gab Grebenstein jede Zurückhaltung auf. Die taktische Vorgabe lautete nun sinngemäß: voller Einsatz, aus allen Lagen schießen, und wenn möglich noch vor Mitternacht treffen. Cawdor probierte es in der 82. und 86. Minute, Carvalho in der 85. Minute. Das Tor blieb trotzdem ein theoretisches Konzept. Montgomery sah in der 90. Minute noch Gelb, vermutlich aus Frust über die persönliche Beziehungskrise mit dem gegnerischen Gehäuse.

Die Zahlen waren eindeutig: 58,1 Prozent Ballbesitz für Grebenstein, 21:2 Torschüsse und eine Zweikampfquote von 59,2 Prozent. Das Ergebnis war es nicht. "Wir hatten heute mehr Abschlüsse als manche Mannschaft in einem Monat", sagte Pipa Po. "Aber auf der Anzeigetafel werden leider keine Bemühungen addiert."

Steinbachs Trainer Martin Schmittel betrachtete die Sache naturgemäß freundlicher. "Ein Punkt ist ein Punkt", sagte er mit einem Lächeln. "Über Schönheit reden wir wieder, wenn wir drei Punkte haben."

So nahm Steinbach ein 0:0 mit, das sich wie ein kleiner Sieg anfühlte. Grebenstein blieb dagegen die Erkenntnis, dass Dominanz zwar hübsch aussieht - Tore aber weiterhin unverschämt wichtig sind.

26.07.2026 22:12
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