Dagbladet Sport
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Aarhus Fremad tanzt Randers FF schwindlig - 2:0 und ein Abend zum Genießen

Wenn 45.489 Zuschauer im Aarhus-Stadion kollektiv den Atem anhalten, dann braucht es schon einen besonderen Abend - und Aarhus Fremad lieferte. Mit 2:0 besiegten die Hausherren am 7. Spieltag der 1. Liga Dänemark den Gast Randers FF und machten dabei deutlich, dass sie nicht nur Ballbesitz, sondern auch Geduld beherrschen. "Ich hatte irgendwann das Gefühl, wir könnten bis Mitternacht weiterspielen, ohne dass Randers mal über die Mittellinie kommt", grinste Trainer Sascha Leon nach dem Schlusspfiff - und übertrieb dabei nur leicht.

Denn was die Statistik belegt, sah man auch mit bloßem Auge: 23 Torschüsse für Aarhus Fremad, ein einziger für Randers. 54 Prozent Ballbesitz, aber gefühlte 80 Prozent Spielkontrolle. Und doch dauerte es bis zur 73. Minute, ehe der Bann gebrochen wurde. Rechtsverteidiger Urban Albrechtsen, sonst eher für rustikale Grätschen als filigrane Abschlüsse bekannt, jagte den Ball nach feiner Vorarbeit von Jorge Garcia unter die Latte - zum 1:0 und zur Explosion auf den Rängen. "Ich dachte zuerst, Jorge flankt den Ball wieder zurück. Aber dann lag er plötzlich perfekt vor mir. Na ja, da musste ich halt mal zeigen, dass auch Verteidiger Tore schießen können", erzählte Albrechtsen später mit einem Augenzwinkern.

Zwei Minuten später folgte der Doppelschlag: Lasse Stock, der schon das ganze Spiel über mit seinen Vorstößen von links genervt hatte, vollendete nach erneutem Zuspiel von Garcia eiskalt zum 2:0. "Wenn du so viele Chancen hast und sie lange nicht nutzt, fängt es irgendwann an zu nagen", gab Stock zu. "Aber dann war’s wie ein Ventil - da ist einfach alles rausgeplatzt."

Bis dahin hatte Randers FF schon reichlich Grund zum Stöhnen. Nach einem frühen, harmlosen Versuch von Jouke Van Dyck (4.) sah man von den Gästen offensiv so viel wie von der Sonne im dänischen Januar: nichts. Stattdessen häuften sich Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe und zunehmend genervte Gesten in Richtung Schiedsrichter. Besonders bitter traf es Erland Thorup, der sich in der 42. Minute eine Gelbe Karte abholte und kurz nach der Pause verletzt raus musste - ersetzt von Otto Munk, der immerhin mit frischen Beinen, aber ebenso wenig Wirkung kam.

Randers-Coach, der nach Schlusspfiff lieber anonym bleiben wollte ("Ich möchte mich erst wieder äußern, wenn wir mal aufs Tor schießen"), sah seine Elf in allen Belangen unterlegen. Kein Pressing, kaum Gegenwehr, und das "balanced" genannte System wirkte eher wie "abwartend bis zur Bewusstlosigkeit".

Aarhus dagegen legte eine Mischung aus Hartnäckigkeit und Spielfreude an den Tag, die selbst die sonst so stoischen Fans von der Tribüne riss. Besonders Einar Aagaard prüfte den Randers-Keeper mehrfach, scheiterte aber entweder an dessen Reflexen oder an der eigenen Zielgenauigkeit. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", lachte Aagaard später. "Aber Hauptsache, am Ende hat’s jemand gemacht."

Trainer Sascha Leon zeigte sich nach dem Abpfiff zufrieden, aber nicht überschwänglich: "Wir haben 23 Mal aufs Tor geschossen, also könnte das Ergebnis auch 5:0 heißen. Trotzdem bin ich froh, dass die Jungs geduldig geblieben sind. Wir wollten nicht kopflos werden - das war heute reifer Fußball."

Und reif war vor allem die Schlussphase: Während Randers weiter in Trance verteidigte, spielte Aarhus ruhig und clever die Zeit herunter, kombinierte über mehrere Stationen, und ließ ab der 85. Minute sogar die Fans "Olé"-Rufe anstimmen. Torwart Georg Karlsen (17 Jahre jung!) musste ganze 90 Minuten lang höchstens den Ball aufheben, wenn ein Pass von Randers versehentlich in seine Richtung trudelte.

Als der Schlusspfiff ertönte, standen die Aarhus-Spieler Arm in Arm vor der Kurve. Urban Albrechtsen, der Torschütze zum 1:0, rief lachend: "Zwei Tore in zwei Minuten - das ist ja fast wie Handball!" Und hätte man ihm den Ball gleich wieder gegeben, er hätte vermutlich noch einen draufgelegt.

So aber blieb es beim 2:0 - einem Ergebnis, das deutlicher klingt, als es auf dem Papier aussieht, und doch vollkommen gerecht war. Aarhus Fremad dominierte, Randers FF stattdessen wohl schon im Bus.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn das so weitergeht, müssen wir bald Eintritt für ein Kunstmuseum zahlen - das war Fußball zum Anschauen."

Und man möchte ihm kaum widersprechen.

08.04.643987 16:00
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