Daily Football Record
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Aberdeen trotzt Hibernian: Brandon Home schießt die Reds zum 2:1-Auftaktsieg

Wenn die schottische Fußballliga etwas zuverlässig liefert, dann Dramatik im Nieselregen - und genau das bekamen die 20.000 Zuschauer im Pittodrie-Stadion an diesem Samstagabend serviert. Die Aberdeen Reds starteten mit einem 2:1-Erfolg gegen Hibernian Edinburgh in die neue Saison, und das - man glaubt es kaum - trotz deutlicher Unterlegenheit in fast jeder Statistik.

"Manchmal gewinnt halt der, der öfter das Netz trifft - nicht der, der öfter aufs Tor schießt", grinste Aberdeens Trainer Robin Kellner nach Spielende, während er sich demonstrativ den Regen aus der Jacke klopfte. Ein Satz, der das Spiel perfekt zusammenfasst.

Denn obwohl Hibernian 16 Torschüsse zu verzeichnen hatte (gegenüber nur 6 der Reds) und in der zweiten Halbzeit den Ballbesitz phasenweise dominierte, trafen sie nur einmal. Rui Costa - nein, nicht der portugiesische Weltstar, sondern sein gleichnamiger Namensvetter aus Edinburgh - erzielte kurz nach Wiederanpfiff den Ausgleich (46.) nach schöner Vorarbeit von Leandro Ochoa. Doch Aberdeens Antwort kam prompt: keine 60 Sekunden später donnerte Brandon Home die Kugel nach feinem Zuspiel von Samuel Kennedy unter die Latte. 2:1, und das Stadion bebte.

Dabei hatte Home schon in der 14. Minute das 1:0 markiert, nach Vorarbeit von Josef Uggla. Ein klassischer Stürmertreffer: ein kurzer Antritt, ein präziser Schuss - und Hibernians Torhüter Benjamin MacDougall sah aus, als hätte er den Ball eher gerochen als gesehen. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", meinte Uggla später lachend, "aber Brandon trifft einfach alles, was sich bewegt."

Hibernian-Coach Thomas Merkel, sichtlich bedient, suchte nach dem Spiel nach Erklärungen: "Wir hatten die Chancen, wir hatten den Plan, aber wir haben vergessen, das Tor mitzunehmen. Vielleicht hat Aberdeen es einfach heimlich festgeschraubt." Ein Satz, der unter den mitgereisten Fans für Galgenhumor sorgte.

Die Gäste aus Edinburgh begannen stark, drängten früh, und schon in der zweiten Minute zwang Joseph O’Leary Aberdeens Keeper Ryan Forbes zu einer Glanzparade. Doch danach waren es die Reds, die cleverer agierten. Sie ließen Hibernian kommen, warteten auf Fehler, und nutzten die wenigen Gelegenheiten eiskalt.

Das Duell wurde zunehmend ruppig: Schon in der sechsten Minute sah Marek Janocko Gelb, später folgten drei weitere Verwarnungen für die Gastgeber - Sebastian Adam (53.), Louis Boyd (65.) und Josef Uggla (70.). Auf Seiten der Gäste traf es Oskar Fischer (48.) und Rafael Miguel (75.). "Das war kein Spiel für Feingeister", bemerkte BBC-Reporter Colin Fraser trocken auf der Pressetribüne, während sich die Physios um den verletzten Kurt Roth kümmerten, der in der 75. Minute humpelnd vom Platz musste.

Sein Ersatz, der junge Elliot MacAulay, machte seine Sache ordentlich, auch wenn er gleich nach seiner Einwechslung von Samuel Kennedy schwindelig gespielt wurde. Kennedy selbst musste kurz vor Schluss ebenfalls verletzt raus - die Szene, in der er vom Platz getragen wurde, nutzte Brandon Home, um demonstrativ zu applaudieren. "Das war für Sam", sagte er anschließend. "Wir spielen hier nicht für Statistiken, wir spielen für die Jungs."

Statistisch gesehen war das freilich mutig formuliert: 44,5 Prozent Zweikampfquote für Aberdeen, 55,5 für Hibernian. Ballbesitz 55,7 zu 44,3 für die Reds - also mehr Kontrolle als man vermutet hätte, aber auf dem Platz wirkte es oft anders. Es war ein Spiel, das weniger durch Systematik als durch Willen entschieden wurde.

In der Nachspielzeit passierte nicht mehr viel außer einer weiteren Auswechslung und dem erleichterten Aufatmen auf den Rängen. Als der Schlusspfiff ertönte, reckte Trainer Kellner beide Fäuste gen Himmel, während sein Gegenüber Merkel mit verschränkten Armen in die Dunkelheit starrte.

"Wenn wir so weiterspielen, holen wir noch viele Punkte - vielleicht sogar auswärts", witzelte Kellner in der Pressekonferenz, was für allgemeines Gelächter sorgte. Hibernians Coach konterte trocken: "Ich hoffe, sie haben nächste Woche weniger Glück - und wir mehr Zielwasser."

So oder so: Die Saison in Schottlands erster Liga beginnt, wie man sie kennt - mit Herz, Härte und einer Prise Chaos. Und einem Brandon Home, der offenbar beschlossen hat, wieder ganz der alte zu sein.

Fazit? Hibernian schoss, Aberdeen traf. Und irgendwo in der Nordsee lacht der Fußballgott leise in sich hinein.

09.06.643990 20:58
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Dazu müsste erst einmal ein Bundestrainer zum Betzenberg kommen. Der Letzte war meines Wissens Sepp Herberger.
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