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Copa Libertadores | Gruppenrunde - 2. Spieltag | 19.08.26 | Academia Lima - CF Flamengo 1:2 Dabei begann die Partie mit reichlich Betrieb. Schon in der ersten Minute prüfte Limas Jordi Roy den brasilianischen Torhüter Marcio Vaz. Wenig später meldete sich Flamengo mehrfach gefährlich zu Wort, vor allem über Emilio Helguera, der in der Anfangsphase offenbar beschlossen hatte, jede freie Schussbahn persönlich zu begutachten. Nach sieben Minuten stand es bei den Versuchen bereits unentschieden, beim Gefühl der Bedrohung lagen die Gäste allerdings vorn. Flamengo trat offensiv und mit kräftigem Körpereinsatz auf. Trainer Dino Ma hatte seine Mannschaft zunächst auf ausgewogenes Angriffsspiel und sichere Abschlüsse eingestellt. Das sah nicht immer elegant aus, war aber ausgesprochen zweckmäßig. In der 23. Minute legte Marko Vuk für Aki Ukkonen auf, der zum 1:0 traf. Ukkonen hatte zuvor schon mehrfach Maß genommen - beim sechsten Versuch stimmte schließlich auch die Rechnung. Auf der Tribüne entstand kurz jene eigentümliche Stille, in der 59.000 Menschen gleichzeitig überlegen, ob sie gerade wirklich das gesehen haben, was sie gesehen haben. "Wir waren nicht geschockt", hätte Limas Trainer Olli Kahn in einer literarischen Rekonstruktion der Pressekonferenz gesagt. "Wir waren nur kurz damit beschäftigt, den Ball wiederzufinden." Die Szene ist zugespitzt, die Ratlosigkeit auf dem Rasen hingegen nicht. Academia Lima blieb dennoch im Spiel. Matteo Pedivigliano versuchte es aus dem Mittelfeld, David Galindo suchte den Abschluss, und Pedro Yago sorgte über links für Unruhe. Insgesamt kamen die Gastgeber auf 14 Torschüsse, Flamengo auf zwölf. Auch beim Ballbesitz hatte Lima mit 53,1 Prozent die Nase vorn. Nur: Der Ball gehorcht nicht automatisch jener Mannschaft, die ihn häufiger besitzt. Ein bedauerlicher Fehler in der Bedienungsanleitung des Sports. Nach der Pause wechselten beide Teams Personal. Flamengo nahm Lewis Payne aus der Partie, Lima brachte unter anderem den Torschützen Aldo Martin für Jordi Roy. Die Gastgeber stellten taktisch von offensiv auf ausgewogen um, schossen nun allerdings "aus allen Lagen". Das war mutig, manchmal auch ein wenig so, als würde man einen verlorenen Schlüssel mit einem Presslufthammer suchen. In der 60. Minute schlug Flamengo erneut zu. Ukkonen, diesmal als Vorbereiter, bediente Emilio Helguera, der zum 2:0 vollendete. Helguera hatte bereits zuvor mehrfach an Eric Brun im Tor von Academia angeklopft. Nun wurde aus dem Klopfen ein Eintritt. Doch Lima antwortete umgehend. Nur drei Minuten später verkürzte Innenverteidiger Aldo Martin auf 1:2, vorbereitet von Ignjac Babic. Plötzlich war die Partie wieder offen, die Zuschauer wurden laut, und Flamengas Abwehr sah sich mit einer Aufgabe konfrontiert, die sie offenbar lieber schriftlich eingereicht hätte. Lima erhöhte den Einsatz, presste in der Schlussphase aktiv und warf die letzten Kräfte nach vorn. Galindo kam noch zu weiteren Chancen, ebenso Yago und Babic. Flamengo verteidigte mit großer Aggressivität, wechselte nochmals und brachte die Uhr über die Ziellinie. Trainer Dino Ma hätte danach wohl zufrieden festgestellt: "Wir wollten nicht schön gewinnen, sondern gewinnen. Das ist die weniger fotogene Variante." So blieb es beim 1:2. Academia Lima hatte mehr vom Spiel, Flamengo mehr vom Ergebnis. Und in der Copa Libertadores ist das leider die Statistik, die am nächsten Morgen niemand wegdiskutiert. 19.08.2026 19:08 |
Sprücheklopfer
Ein Frühling macht noch keinen Sommer.
Klaus Toppmöller