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Liga 1 | 15. Spieltag | 25.08.26 | Academia Lima - CD Lima 1:1 Um 20 Uhr pfiff der Unparteiische die Partie an, und Academia-Coach Olli Kahn ließ seine Mannschaft erwartungsgemäß offensiv beginnen. Schon nach zwölf Minuten musste CD-Torwart Raul Andrade erstmals ernsthaft arbeiten, als Jordi Roy abschloss. Zwei Minuten später probierte es Pieter Tilleman, kurz darauf Matteo Pedivigliano. Die Gastgeber schossen, flankten, kombinierten - CD Lima verteidigte, als gäbe es für jede abgewehrte Gelegenheit einen Bonuspunkt. Die Gäste waren keineswegs völlig abgemeldet. Marcel Pasieka meldete sich in der elften Minute mit einem Abschluss zu Wort, und Ricardo Carvalho versuchte es in der 24. Minute aus der Defensive heraus. Es blieb zunächst beim höflichen Abtasten mit gelegentlichen Ausbrüchen in Richtung Strafraum. Fußball kann schließlich auch eine Kunstform sein, in der 21 Torschüsse nicht automatisch mehr Tore bedeuten als vier. In der 30. Minute platzte bei Academia Lima endlich der Knoten. Miguel Beto, mit 19 Jahren einer der Jüngeren auf dem Platz, traf zum 1:0. Der Mittelstürmer hatte zuvor bereits eine Chance gehabt und bewies nun, dass Beharrlichkeit im Fußball gelegentlich doch belohnt wird. "Ich habe mir gesagt: Beim nächsten Mal nicht lange überlegen", lautete Betos angebliches Rezept nach dem Spiel. Eine bemerkenswert kurze Taktikbesprechung - aber eine erfolgreiche. Die Führung hielt gerade einmal sechs Minuten. In der 36. Minute schlug CD Lima zurück: Ricardo Manu erzielte den Ausgleich, Nestor Muno lieferte die Vorarbeit. Manu, ebenfalls erst 19, nutzte die Gelegenheit eiskalt. "Wir hatten nicht viele Chancen, aber diese wollten wir nicht auch noch höflich ablehnen", soll der Torschütze später gesagt haben. Ein Satz, der vermutlich in keiner Trainerfortbildung auftaucht, aber den Abend ziemlich gut zusammenfasst. Academia Lima drängte noch vor der Pause auf die erneute Führung. Roy tauchte mehrfach gefährlich auf, Pedivigliano schoss aus verschiedenen Lagen, und Joaquin Gutierrez wagte sich als rechter Verteidiger auffällig weit nach vorn. Doch Andrade und seine Vorderleute überstanden den Druck. Zur Halbzeit stand es 1:1 - und die Gäste durften sich vermutlich kurz fragen, ob der Ballbesitz eigentlich zwingend dazugehört, wenn man auch ohne ihn so gut leben kann. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig. Academia blieb offensiv ausgerichtet, erhöhte später die Aggressivität und warf in der Schlussphase sogar aktives Pressing an. CD Lima blieb dagegen bei seiner ausgewogenen, abwartenden Linie. Die Gastgeber erspielten sich weitere Möglichkeiten, besonders Roy und der 17-jährige Amaury Miguel sorgten immer wieder für Unruhe. Auch Beto kam zu weiteren Abschlüssen. Das Tor jedoch blieb so unbeeindruckt wie ein Büroangestellter kurz vor Feierabend. Am Ende standen 21 Torschüsse für Academia Lima und gerade einmal vier für CD Lima zu Buche. Beim Ballbesitz lagen die Teams mit 50,54 zu 49,46 Prozent fast gleichauf. Academia gewann zudem 56,83 Prozent der Zweikämpfe. Alle Zahlen sprechen für die Gastgeber - nur die wichtigste nicht. "Wir haben genug getan, um zu gewinnen, aber nicht genug getroffen", soll Olli Kahn nach Abpfiff gesagt haben. Das ist keine besonders gewagte Analyse, aber eine zutreffende. CD Lima wird den Punkt feiern, Academia Lima hingegen dürfte noch eine Weile darüber nachdenken, ob man Tore künftig vielleicht nicht nur schießen, sondern auch zählen sollte. 25.08.2026 21:48 |
Sprücheklopfer
Ich hoffe, dass die deutsche Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt, das würde die Leistung abrunden!
Günter Netzer