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Liga 1 | 18. Spieltag | 29.08.26 | Academia Lima - Domino Melgar 4:0 Die Partie war kaum zwei Minuten alt, da musste Academia-Verteidiger Ignjac Babic bereits mit Gelb vorsichtig durch den Abend navigieren. Domino Melgar hingegen schien zunächst darauf bedacht, den Fußball möglichst ordentlich zu behandeln. Das Problem: Academia Lima behandelte ihn nicht ordentlich, sondern nahm ihn den Gästen einfach weg. Schon in der vierten Minute prüfte Leandro Bischoff den Torwart. Es folgten Versuche von Istvan Bodola und David Galindo, der in der Anfangsphase gleich mehrfach anklopfte. Domino Melgar hatte zwar nominell 46,2 Prozent Ballbesitz, doch das wirkte ungefähr so, als würde jemand beim Einbruch höflich um die Hälfte der Möbel bitten. Academia kontrollierte das Spiel mit 53,8 Prozent Ballbesitz, kurzen Pässen und einer von Beginn an offensiven Ausrichtung. In der 20. Minute war es dann so weit: Mike Beyer traf zur Führung. Pieter Tilleman hatte den Angriff vorbereitet, Beyer vollendete. "Ich habe gesehen, dass der Raum da war, und bin einfach hineingelaufen", soll Beyer nach dem Spiel gesagt haben. Ein Satz, der im Fußball oft nach Floskel klingt, in diesem Fall aber ziemlich genau beschrieb, wie Domino Melgars Defensive aussah: offen, freundlich und leider unbewohnt. Tilleman selbst legte elf Minuten später nach. In der 31. Minute erhöhte der linke Angreifer auf 2:0, vorbereitet von Arnfinn Berg. Die Gäste kamen durch Fabio Gomez zwar zu Abschlüssen in der 23. und 51. Minute, doch insgesamt blieb es bei drei Torschüssen. Torhüter Eric Brun durfte sich über einen ruhigen Arbeitstag freuen - bis auf die Momente, in denen er vermutlich darüber nachdachte, warum Torhüter eigentlich immer so weit vom eigentlichen Geschehen entfernt stehen. Zur Halbzeit reagierte Kahn doppelt. Nestor Delgado kam für Tilleman, Baysal Demirel ersetzte Babic. Die Maßnahme hatte keinen Einfluss auf die grundsätzliche Statik: Academia blieb offensiv, spielte weiter kurz und mit sicherem Zug zum Tor. "Wir wollten nicht anfangen, das Ergebnis zu verwalten. Das ist meistens der Moment, in dem der Fußball plötzlich eigene Ideen bekommt", erklärte Kahn angeblich mit jener Ruhe, die Trainer ausstrahlen, wenn ihre Mannschaft bereits 2:0 führt. Und tatsächlich blieb Lima hungrig. In der 52. Minute traf der zentrale Mittelfeldspieler Leandro Bischoff zum 3:0, David Galindo lieferte die Vorarbeit. Nur sieben Minuten später machte Baysal Demirel das Debüt in der zweiten Halbzeit endgültig zur persönlichen Werbeveranstaltung: Der 18-Jährige erzielte das 4:0. Domino Melgar war geschlagen, aber nicht völlig verschwunden. Domingo Cunha kam in der 91. Minute noch zu einem Abschluss - ein später Gruß aus einer Partie, in der die Gäste über lange Strecken eher als Zuschauer auf dem Platz wirkten. Academia setzte bis zum Schluss nach. Demirel suchte mehrfach den fünften Treffer, Galindo ebenfalls. Der blieb aus, was dem Abend letztlich etwas Menschliches verlieh. In der 90. Minute durfte Enrique Barros für Brun noch einige Minuten im Tor sammeln. Melgar kassierte zudem Gelbe Karten gegen Jose Maria Nunez, Eduardo Capucho und Vitor Perales. "Vier Tore sind gut. 21 Torschüsse sind besser. Aber am schönsten ist, dass wir fast nie aufgehört haben", sagte Kahn. Das klingt nach Trainerprosa - war diesmal aber auch die Wahrheit. Academia Lima spielte offensiv, effizient und mit genug Nachdruck, um Domino Melgar einen Abend lang jede Hoffnung auszureden. Der fünfte Treffer fehlte nur deshalb, weil selbst ein perfekter Fußballabend irgendwann Feierabend machen muss. 29.08.2026 20:45 |
Sprücheklopfer
In den ersten Minuten konnte man exakt sehen, was wir vorhatten.
Peter Neururer nach einer 1:4 Niederlage