El Peruano
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Academia Lima zerlegt Atletico Somos mit 9:0 im Pokal-Viertelfinale

Pokal | Viertelfinale | 05.09.26 | Atletico Somos - Academia Lima 0:9

Es gibt Fußballabende, an denen eine Mannschaft verliert. Und es gibt Abende wie diesen, an denen die Anzeigetafel irgendwann Mitleid verdient. Atletico Somos unterlag Academia Lima im Pokal-Viertelfinale vor 20.000 Zuschauern mit 0:9 (0:6) - ein Ergebnis, das weniger nach K.-o.-Runde als nach gründlicher Inventur im gegnerischen Strafraum klingt.

Dabei begann Atletico nicht einmal völlig ohne Mut. In der achten Minute wagte Luís Antunes einen Abschluss, den man im Heimblock vermutlich noch mehrere Tage als "unsere beste Szene" bezeichnen wird. Es blieb der einzige Torschuss der Gastgeber im gesamten Spiel. Academia Lima kam dagegen auf 31 Schüsse. Der Ball war also durchaus unterwegs - nur meistens in Richtung des Tores von Atletico.

Nach zehn Minuten nahm das Unheil seinen offiziellen Dienst auf. Egil Justesen, gerade einmal 17 Jahre alt und eigentlich rechter Verteidiger, erzielte nach Vorarbeit von Istvan Bodola das 1:0. Zwei Minuten später erhöhte Pieter Tilleman, vorbereitet von Paulo Benito. In der 13. Minute traf Benito selbst, Jordi Roy hatte aufgelegt. Die Gäste spielten kurzen, sauberen Fußball, wirkten offensiv eingestellt und schossen vor allem dann, wenn die Chance wirklich gut war. Eine Strategie, die erstaunlich zuverlässig funktioniert, wenn der Gegner höflich Platz macht.

David Galindo legte in der 19. Minute das 4:0 nach - wieder war Tilleman beteiligt. In der 30. Minute traf Roy zum zweiten Mal, diesmal nach Zuspiel von Arnfinn Berg. Und kurz vor der Pause setzte Matteo Pedivigliano den Schlusspunkt unter eine erste Halbzeit, die für Atletico Somos vermutlich länger dauerte als die meisten Pokalspiele. 0:6 stand es zur Pause.

Auf der Tribüne soll ein Zuschauer in der 38. Minute seinen Nebenmann gefragt haben: "Ist das noch Fußball oder schon eine sehr offensive Form von Verwaltungsarbeit?" Die Antwort ging im nächsten Angriff der Gäste unter.

Academia Lima musste nach der Pause nicht einmal die Grundidee ändern. Trainer Olli Kahn ließ seine Mannschaft weiter offensiv und passsicher auftreten, ohne hektisches Pressing, aber mit bemerkenswerter Zielstrebigkeit. Paulo Ximenes, der zur Halbzeit eingewechselt worden war, erzielte in der 52. Minute das 7:0 - Bodola lieferte die Vorlage. In der 59. Minute war erneut Roy zur Stelle, diesmal nach einem Zuspiel von Innenverteidiger Ignjac Babic. Der Angreifer schnürte damit einen Dreierpack und hatte an diesem Abend offenbar beschlossen, den Spielbericht persönlich zu füllen.

Atletico hielt den Ball immerhin zu 45,3 Prozent. Academia Lima kam auf 54,7 Prozent und gewann zudem 58,5 Prozent der ausgewiesenen Zweikämpfe. Statistisch war es also kein völliger Ballbesitz-Monolog. Nur: Wer den Ball besitzt, muss nicht automatisch wissen, was man damit anfangen soll.

In der 61. Minute durfte Academia-Torhüter Enrique Barros für Luis Enriquez ins Spiel. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden, doch Galindo hatte noch nicht genug. In der 86. Minute erzielte der Mittelstürmer sein zweites Tor und machte das 9:0 perfekt. Dazwischen hatte Lima weiter Chancen gesammelt, als gäbe es dafür Bonuspunkte.

"Wir wollten konzentriert bleiben und die Räume nutzen", hätte Kahn nach dem Spiel sinngemäß sagen können. "Das hat heute ganz ordentlich funktioniert." Bei Atletico wäre als fiktiv zugespitzte Traineranalyse wohl nur geblieben: "Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen." Am besten bis zum nächsten Pokal.

05.09.2026 19:07
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