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Liga 1 | 19. Spieltag | 30.08.26 | Sporting Iquitos - Academia Lima 0:6 Am Ende stand ein 0:6 (0:2), das die Kräfteverhältnisse deutlich abbildete. Dabei war der Ballbesitz mit 48,3 zu 51,7 Prozent beinahe ausgeglichen. Doch Fußball ist bekanntlich kein Wettbewerb im kontrollierten Herumstehen mit dem Ball. Academia Lima gab 23 Torschüsse ab, Sporting Iquitos gerade einmal vier. Die Gäste waren zudem in den Zweikämpfen überlegen: 56,6 Prozent Erfolgsquote gegenüber 43,4 Prozent beim Heimteam. Schon nach vier Minuten musste Iquitos’ Torhüter Inigo Dominguez erstmals aufmerksam werden, als Arnfinn Berg den ersten Warnschuss abgab. Miguel Beto legte unmittelbar danach zweimal nach. Der 19-jährige Mittelstürmer schien die Abwehr der Gastgeber auf ihre Reaktionsfähigkeit zu testen - mit bemerkenswertem Erfolg. In der achten Minute war es dann so weit: Beto traf nach Vorarbeit von Marco Verratti zum 1:0. "Wir wollten von Beginn an zeigen, dass wir nicht zum höflichen Abwarten gekommen sind", sagte Academia-Trainer Olli Kahn nach dem Spiel. "Nach acht Minuten war das dann auch für Sporting verständlich. Zumindest theoretisch." Sporting kam kurz darauf zu einer eigenen Gelegenheit. Miika Kuqi prüfte in der 23. Minute die Defensive der Gäste, Bruno Zabaleta versuchte es in der 39. Minute ebenfalls. Es blieben freundliche Grüße aus der Offensive, mehr nicht. Academia blieb gefährlicher und erhöhte in der 20. Minute auf 2:0. Javier Santos schloss nach Zuspiel von Matteo Pedivigliano ab. Die Gäste spielten offensiv, kombinierten flach und zielstrebig - eine Taktik, die im Gegensatz zum klassischen langen Ball sogar funktionierte. Zur Pause wechselte Kahn doppelt: Santiago Rielo machte Platz für Santos, Egil Justesen kam für Amaury Miguel. Später wurde auch Marco Verratti durch Paulo Ximenes ersetzt. Es waren keine Korrekturen aus Not, eher die luxuriöse Verwaltung eines Abends, der bereits in die richtige Richtung lief. Dann begann die Jordi-Roy-Minute, die sich allerdings über 18 Minuten erstreckte. In der 55. Minute traf der rechte Flügelspieler zum 3:0, vorbereitet von Santiago Rielo. Nur eine Minute später war Roy erneut zur Stelle, diesmal nach Pass von Pedro Yago. Sporting hatte kaum Zeit, den Spielstand zu verarbeiten - vermutlich wäre selbst ein Taschenrechner überfordert gewesen. In der 72. Minute schnürte Roy den Dreierpack, Jukka Hietanen lieferte die Vorlage. Eine Minute später folgte der vierte Treffer, diesmal nach Zuspiel von Pedivigliano. 6:0. Roy hatte damit mehr Tore erzielt als Sporting insgesamt Torschüsse abgegeben hatte. Eine Bilanz, die selbst für Statistikfreunde leicht unangenehm wirkt. "Beim dritten Tor dachte ich kurz, der Abend sei entschieden", sagte Roy sinngemäß mit einem Lächeln. "Dann lag der Ball wieder vor mir. Da wollte ich nicht unhöflich sein." Sporting bemühte sich bis zum Ende, doch Marcos Santoyo blieb in der 83. Minute ebenso erfolglos wie seine Kollegen zuvor. Academia Lima kontrollierte das Spiel, ohne noch in Hektik zu verfallen. Kahn durfte sogar vom "perfekten Auswärtsspiel" sprechen - ein Begriff, der nach sechs Gegentoren für die Gastgeber naturgemäß etwas weniger festlich klingt. Für Sporting Iquitos bleibt die Erkenntnis, dass ausgeglichener Ballbesitz allein keine Tore schießt. Academia Lima dagegen reist mit drei Punkten, sechs Treffern und einem überragenden Jordi Roy nach Hause. Der Mann hatte an diesem Abend offenbar nicht nur einen guten Fuß, sondern gleich vier. 30.08.2026 20:36 |
Sprücheklopfer
Branco tanzt und ich grätsche. Das ist der Unterschied zwischen Kamerun und Norwegen.
Jan-Aage Fjörtoft