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Ein Abend, an dem der Fußball seine kleinen Späße machte: Da steht ein Emil Musiala bei Academia Lima auf dem Platz - und trifft. Und auf der anderen Seite? Noch ein Emil Musiala - ebenfalls mit Tor! Zwei gleichnamige Spielmacher, zwei Teams, ein kurioser Zufall, den wohl nur die 1. Liga Peru hervorbringen kann. Doch am Ende lachte nur einer: AD Cristal, das sich mit 3:1 bei Academia Lima durchsetzte. 43.982 Zuschauer im Estadio Nacional de Lima sahen ein Spiel, das lange Zeit auf der Kippe stand. Olli Kahn, Trainer der Academia, hatte seine Elf offensiv eingestellt, Ballbesitz war reichlich da (53,6 Prozent), Chancen gab es zuhauf (15 Torschüsse). Aber, wie der Titan nach dem Spiel trocken meinte: "Ballbesitz ist wie eine Zahnbürste - schön, wenn man sie hat, aber entscheidend ist, was man damit macht." In der ersten Halbzeit passierte wenig Zählbares, dafür viel Symbolisches: Lima rannte an, AD Cristal stand wie eine peruanische Mauer aus Beton und Geduld. Hans Fisker, der 32-jährige Rechtsaußen der Gäste, versuchte sich in Minute 15 erstmals mit einem Schuss, der eher an eine Rückgabe erinnerte. Die heimischen Fans pfiffen, Cristals Trainer Andre Niesenhaus klatschte trotzdem - wohl in Vorahnung dessen, was da kommen sollte. Denn nach der Pause explodierte das Spiel. Minute 48: Emil Musiala (der von Cristal) trifft nach feinem Zuspiel von Hans Fisker. Zwei Minuten später revanchiert sich Fisker - diesmal als Torschütze, nach Vorlage von Mark Pohl. Auf einmal steht es 2:0 für die Gäste, und Olli Kahn stapft an der Seitenlinie auf und ab, als wollte er gleich selbst eingewechselt werden. "Da dachte ich, ich träume", grinste Cristals Spielmacher Curt Astruc später. "Emil trifft, Hans trifft - und ich durfte wenigstens beim Dritten mithelfen." Das fiel in der 60. Minute: Orhan Gönül verwertete Astrucs Pass eiskalt zum 3:1-Endstand. Dazwischen hatte Lima kurz Hoffnung geschöpft, als ihr eigener Emil Musiala in der 57. Minute nach Zuspiel von Lucas Moura den Anschluss markierte - ein Tor, das den Stadionsprecher fast zur Verzweiflung brachte: "Tor für... äh... Musiala! Welcher? Der von uns!" Taktisch blieb es interessant: Beide Teams starteten offensiv, Cristal aber mit kühlem Kopf, während Academia Lima nach dem Rückstand auf Harakiri-Modus schaltete. "Wir wollten unbedingt Pressing spielen", erklärte Kahn später. "Leider hat die Mannschaft das mit Stressing verwechselt." Die Statistik spricht eine klare Sprache - und gleichzeitig keine gerechte: 15:8 Schüsse für Lima, mehr Ballbesitz, bessere Zweikampfquote. Aber AD Cristal war gnadenlos effizient. Acht Schüsse, drei Tore - das nennt man in Fußballerkreisen wohl "deutsche Präzision", auch wenn sie in diesem Fall aus Peru importiert wurde. In der 69. Minute wechselte Niesenhaus den überragenden Hans Fisker aus, der mit einem Tor und einer Vorlage glänzte. Ersatzmann Thibaut Van Poucke durfte noch ein paar Minuten Staub fressen, aber auch zwei gefährliche Abschlüsse setzen. "Ich hab versucht, so zu treffen wie Hans - aber das ist schwer, der Mann schießt wie ein Uhrwerk", sagte der 22-Jährige nach dem Spiel und grinste schüchtern. Lima kämpfte bis zum Schluss, brachte frische Kräfte wie Seppo Uusimäki und Jukka Hietanen. Doch der Knoten wollte nicht mehr platzen. Emil Musiala (der heimische) versuchte es in der 79. Minute noch einmal mit einem wuchtigen Schuss - Cristal-Keeper Juan Pablo Coluna lenkte den Ball spektakulär über die Latte. "Ich hab nur die Hand hochgerissen und gehofft, dass sie noch dran ist", scherzte der Torhüter danach. Am Ende blieb die Erkenntnis: Wer in 12 Minuten drei Tore kassiert, hat ein Problem, das keine Statistik schönrechnen kann. AD Cristal feierte ausgelassen, Trainer Niesenhaus tanzte kurz über den Rasen ("Ich hab’s versprochen, wenn wir hier gewinnen!"), während Olli Kahn mit verschränkten Armen in der Coaching-Zone stand und murmelte: "Das war nicht titanisch." Ein Spiel voller Energie, Tempo und Ironie des Schicksals - zwei Musialas, drei Cristal-Tore, ein frustrierter Titan. So geht Fußball in Lima: ein bisschen absurd, ein bisschen magisch und garantiert nichts für schwache Nerven. Und während die Fans von AD Cristal jubelnd das Stadion verließen, blieb Olli Kahns Team mit der Erkenntnis zurück: Man kann mehr Ballbesitz haben, mehr Schüsse, mehr Herz - aber manchmal gewinnt eben der, der weniger nachdenkt und einfach trifft. Fußball, du wunderschöner Sadist. 23.08.644000 05:03 |
Sprücheklopfer
Der Trainer hatte nach den ganzen Ausfällen im Angriff nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Da der Busfahrer seine Schuhe nicht dabei hatte, habe ich gespielt.
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