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Primera Division | 4. Spieltag | 14.08.26 | AD Zamora - Real Caracas 1:0 Trainer Markus Kühl hatte seine Mannschaft defensiv und mit ausgewogener Spielanlage aufgestellt. Real Caracas begann dagegen offensiv, suchte über die Flügel den Weg nach vorn und schoss, wenn sich eine Gelegenheit bot. Das tat der Gast durchaus häufig: Zehn Torschüsse standen am Ende zu Buche. Nur eben keiner davon im Netz. Fußball ist manchmal ein Spiel, in dem Zielgenauigkeit wichtiger ist als Betriebsamkeit - eine Erkenntnis, die Real Caracas vermutlich noch auf dem Rückweg im Mannschaftsbus diskutierte. In der Anfangsphase gehörte Caracas die Initiative. Vicente Sandoval prüfte in der 17. Minute die Aufmerksamkeit der Zamora-Abwehr, zwei Minuten später versuchte es Silvestre Pauleta. Auch Innenverteidiger Goran Rakic schaltete sich in der 21. Minute überraschend weit nach vorn ein. Zamoras Torhüter Javi Izquierdo blieb jedoch Herr der Lage. Die Gastgeber verteidigten kompakt, mit kräftigem Einsatz und einer gewissen Vorliebe für die robuste Variante. Christiano Couto sah dafür in der 33. Minute die Gelbe Karte - vermutlich als kleine Erinnerung, dass "stark" nicht automatisch "unsichtbar für den Schiedsrichter" bedeutet. Zamora kam erst allmählich besser ins Spiel. Carlos Galindo und Ruslan Gerassimow sorgten zwischen der 26. und 28. Minute für erste Warnsignale. Real Caracas blieb dennoch gefährlich und hatte kurz vor der Pause durch Jordan Christow und Marcio Galvez weitere Möglichkeiten. Zur Halbzeit stand es 0:0, obwohl die Zuschauer längst das Gefühl hatten, mindestens ein Tor verdient zu haben. Die Anzeigetafel zeigte sich davon unbeeindruckt. Nach dem Seitenwechsel änderte Zamora nichts Grundsätzliches: defensiv ausgerichtet, ausgewogen im Angriff, geduldig im Passspiel. Das klang auf dem Papier nicht nach Spektakel, erwies sich auf dem Rasen aber als ziemlich brauchbarer Plan. In der 55. Minute setzte sich Galindo schließlich entscheidend in Szene. Naot lieferte die Vorarbeit, Galindo vollendete - 1:0. Ein Treffer aus dem Spiel heraus, kein Zufallsprodukt und vor allem: genau der eine Moment, auf den Zamora gewartet hatte. "Wir wollten nicht hektisch werden", lautete Kühl nach dem Spiel sinngemäß. "Geduld ist im Fußball ungefähr so unbeliebt wie Hausaufgaben, aber heute hat sie uns geholfen." Galindo, der bereits zuvor zweimal auf das Tor geschossen hatte, soll den Treffer mit einem knappen "Der Ball kam gut, dann musste ich nicht mehr viel nachdenken" beschrieben haben. Das ist die angenehm kurze Version eines Torschützen, der gerade ein ganzes Stadion erlöst hat. Real Caracas reagierte mit Wechseln. Noe Molina kam in der 60. Minute für Carles Ordono, Ivan Poncela ersetzte Adriano Godo. Später kam Vincent Figueras für Rui Figo. Die Gäste erhöhten in der Schlussphase sichtbar den Druck, nun auch mit aktivem Pressing und vollem Einsatz. Sandoval, Pauleta, Galvez und Molina suchten noch einmal den Abschluss. Doch Zamora warf sich in jeden Ball und verteidigte den Vorsprung mit jener Leidenschaft, die neutrale Zuschauer anstrengend, eigene Anhänger aber ausgesprochen liebenswert finden. Die Zahlen erzählen eine interessante Geschichte: Zamora hatte mit 56,9 Prozent mehr Ballbesitz, gab aber nur sieben Torschüsse ab. Caracas kam auf zehn. Am Ende gewann dennoch die Mannschaft, die den einzigen Treffer erzielte. Zamora-Trainer Kühl dürfte das kaum stören. Im Fußball gibt es schließlich keine Punkte für kunstvolle Niederlagen - und auch keine für besonders fleißiges Danebenschießen. 15.08.2026 06:59 |
Sprücheklopfer
Ich glaube, er ist DIN A4.
Dragoslav Stepanovic auf die Frage, wie sein neuer Vertrag in Frankfurt aussieht