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Adler beißen sich die Zähne aus - Servette klaut Punkt im Basler Nest

Promotion League A | 10. Spieltag | 14.07.26 | Adler Basel - SC Servette 1:1

Ein lauer Sommerabend, 20.629 Zuschauer im Stadion und ein Spiel, das alles versprach - nur kein 1:1. Die Promotion League A sah am Dienstagabend ein Duell zwischen Adler Basel und SC Servette, das sich als Paradebeispiel für den alten Fußball-Spruch entpuppte: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft.

Von Beginn an flatterten die Adler mit breiten Flügeln los. Schon in der dritten Minute prüfte Didier Berard den jungen Servette-Keeper José Gomes mit einem satten Schuss aus der Distanz. Gomes, gerade mal 19, parierte mit der Unbekümmertheit eines Teenagers, der noch keine Angst vor der Schwerkraft kennt. Es war das Vorspiel zu einer Basler Angriffswelle - 21 Torschüsse sollten es am Ende sein.

Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten. In der 12. Minute kombinierten sich Tomas DeBrosse und Didier Wegener durch die rechte Seite, als wollten sie ein Bewerbungsvideo für den Spielzug des Monats drehen. DeBrosse flankte butterweich, Wegener schob eiskalt ein - 1:0 für Basel. Das Stadion tobte, und Trainer der Basler - dessen Name in den offiziellen Unterlagen leider verloren ging, aber der am Spielfeldrand aussah, als hätte er das Leder persönlich erfunden - ballte die Fäuste.

"Das war genau das, was wir trainiert haben: Tempo, Präzision, Mut", grinste Wegener später. Dann fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: "Nur schade, dass wir danach vergessen haben, dass man auch das zweite Tor machen darf."

Denn Basel blieb drückend überlegen. DeBrosse schoss in der 18., 19. und 20. Minute gleich dreimal aufs Tor - Gomes stand jedes Mal im Weg. Servette hingegen wirkte, als hätten sie die Einladung zum Spiel kurzfristig per E-Mail erhalten. Nur der linke Verteidiger André Cohen fiel auf - zunächst durch eine ungeschickte Grätsche in der achten Minute (Gelb), dann durch das, was man in Genf wohl "frechen Mut" nennt: In der 44. Minute zog er plötzlich von links nach innen, sah keine Anspielstation - und drosch den Ball aus 25 Metern in den Winkel. 1:1, aus dem Nichts.

"Ich dachte ehrlich, der Ball fliegt in die Rhone", lachte Cohen nach Abpfiff. "Aber heute war wohl mein Glückstag." Sein Trainer Adrian Ursea grinste daneben: "Er soll das bitte nie wieder versuchen. Außer es klappt wieder."

Basel ging mit hängenden Köpfen in die Kabine. 58 Prozent Ballbesitz, 15 zu 3 Torschüsse - und trotzdem kein Vorsprung. Nach dem Seitenwechsel ging das Chancenfestival weiter. Berard prüfte Gomes erneut (53.), Wegener traf das Außennetz (82.), und Innenverteidiger Vicente Albacar versuchte sich in der 85. Minute als Stürmer - der Ball flog Richtung Rhein, aber immerhin mit Stil.

Servette dagegen verteidigte mit allem, was Beine hatte. Ursea wechselte klug, brachte den jungen Isaac Morrison und Hans Schulte, die sich in der Defensive aufrieben. "Wir standen tief, manchmal zu tief", gab Ursea zu. "Aber wenn du in Basel spielst, brauchst du einen Plan - und ein bisschen Glück. Heute hatten wir beides."

Basel hatte dagegen Pech. In der 31. Minute verletzte sich Routinier Paul Jean-Pierre bei einem Abwehrversuch und musste raus. Ersatzmann Albacar machte seine Sache ordentlich, doch der Rhythmus war dahin. Und als der Schiedsrichter in der 70. Minute Jérôme Claude Gelb zeigte, weil der schlichtweg zu motiviert verteidigte, war klar: Es würde einer dieser Abende, an denen man trotz Überlegenheit nur einen Punkt behält.

Nach Abpfiff herrschte im Stadion eine Mischung aus Frust und Fassungslosigkeit. Die Fans pfiffen, aber eher aus Enttäuschung als aus Wut. "Wenn du 21 Mal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, dann ist das kein Pech, das ist Slapstick", sagte ein Basler Fan mit Schal und Bier in der Hand.

Servette nahm das 1:1 dankbar mit. "Wir haben heute gelernt, wie man mit wenig viel erreicht", grinste Ursea. Und Basel? Sie lernten, dass auch Adler manchmal mit stumpfen Krallen kämpfen.

Zum Schluss fasste es Torschütze Wegener am besten zusammen: "Wir haben gespielt wie Champions - und abgeschlossen wie Philosophen: viel nachgedacht, wenig getroffen."

Vielleicht sollte man ihm die nächste Pressekonferenz überlassen.

14.07.2026 22:11
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