El Peruano
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Akademische Lehrstunde in Sullana - Academia Lima zerlegt Alianza mit 5:0

Es gibt Fußballabende, die fühlen sich weniger wie ein Spiel und mehr wie ein Referat über moderne Offensive an. Der Montagabend in Sullana war so einer. 27.000 Zuschauer sahen, wie Academia Lima den Gastgeber Alianza Sullana beim 15. Spieltag der 1. Liga Peru mit 5:0 (2:0) regelrecht auseinandernahm - und Trainer Olli Kahn anschließend trocken bemerkte: "Wir wollten eigentlich ruhig anfangen. Hat nicht geklappt."

Von Anfang an stand das Spiel unter dem Motto Angriffslust gegen Anlaufhemmung. Während Lima schon in der vierten Minute den ersten Torschuss abgab - Lucas Moura prüfte den Torhüter mit jugendlichem Übermut - schien Alianza noch nach dem Anstoßpunkt zu suchen. In den ersten 20 Minuten feuerte Lima acht Schüsse aufs Tor ab, während Sullana es nicht einmal in die Nähe des Sechzehners schaffte.

In der 21. Minute dann die logische Folge: Oscar Hathaway, Limas Mittelfeldmotor mit der Präzision eines Uhrwerks, zog aus 20 Metern ab - 1:0. "Ich hab einfach mal draufgehalten, weil keiner kam", grinste er später. Die Vorlage kam vom flinken Lucas Moura, der auf der rechten Seite wirbelte, als hätte er drei Lungen.

Sullana versuchte, das Spiel zu beruhigen, aber die Gäste ließen ihnen keine Atempause. In der 43. Minute kombinierte sich Lima durch die Mitte, Amaury Barros legte ab, David Galindo schloss eiskalt ab - 2:0. Galindo, der später ausgewechselt wurde, hatte zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Torschüsse auf dem Konto. "Ich wollte eigentlich noch einen machen, aber der Trainer meinte, ich solle mir was für nächste Woche aufheben", lachte er nach dem Spiel.

Zur Pause war die Stimmung auf den Rängen geteilt: Die einen schüttelten den Kopf, die anderen bestellten das nächste Bier. Trainer Kahns Halbzeitansprache muss kurz und klar gewesen sein, denn Lima machte nach dem Seitenwechsel einfach dort weiter, wo sie aufgehört hatten.

Die 66. Minute: Lucas Moura krönte seine starke Leistung mit einem Tor, nach schönem Zuspiel von Jordi Roy. Nur eine Minute später rollte der nächste Angriff - Oscar Hathaway steckte durch, der eingewechselte Iban Quixano traf zum 4:0. Sullanas Verteidigung wirkte nun wie ein Kartenhaus im Wind. "Wir wollten offensiv bleiben", erklärte ein sichtlich gezeichneter Alianza-Kapitän Andres Alvarez später. "Aber irgendwann wurde das mehr so eine Idee als ein Plan."

Das 5:0 in der 73. Minute besorgte Pieter Tilleman, Limas linker Wirbelwind, nach Pass von Youngster Paulo Benito. Die Zuschauer honorierten es mit einem Raunen, das zwischen Bewunderung und Resignation schwankte.

Statistisch war es ein Klassenunterschied: 20 Torschüsse für Lima, null für Sullana. 56,7 Prozent Ballbesitz für die Gäste, 43,3 für die Gastgeber. Tacklingquote? 60 zu 39 Prozent - auch da dominierte Lima. Selbst bei den gelben Karten hatte Sullana die Nase vorn: Domingo Vico sah erst Gelb (45.), dann Gelb-Rot (83.). "Ich dachte, ich hätte den Ball getroffen", murmelte er nach dem Spiel. Möglicherweise meinte er aber den von der Ecke kommenden Pfosten.

In der Nachspielzeit dann noch eine unschöne Szene: Riley O’Brien verletzte sich am linken Bein und musste ausgewechselt werden. Das Publikum verabschiedete ihn mit Applaus - der einzige Moment, in dem Sullana an diesem Abend Beifall bekam.

Olli Kahn, der als Trainer offenbar dieselbe Präzision fordert, die ihn einst im Tor auszeichnete, bilanzierte nüchtern: "Fünf Tore sind schön, aber ich hab auch einen Fehlpass gesehen. Das besprechen wir." Sein Gegenüber, der Alianza-Coach, sah das etwas anders: "Wir haben gezeigt, dass man auch ohne Torschuss 90 Minuten überstehen kann. Das ist auch eine Leistung."

Fazit: Academia Lima spielte wie ein Uhrwerk - kurzpasssicher, geduldig, gnadenlos. Alianza Sullana dagegen erlebte einen Abend zum Vergessen. Wer das Spiel sah, wird sich weniger an das Ergebnis erinnern als an die Erkenntnis: Fußball kann grausam ehrlich sein.

Und irgendwo zwischen der 70. und 90. Minute, als Lima den Ball laufen ließ und Sullana hinterherlief wie ein Hund seinem eigenen Schwanz, hörte man aus der Pressetribüne ein leises "Torverhältnis ist auch ’ne Trophäe". Ganz unrecht hatte der Kollege nicht.

22.04.643994 09:42
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Jetzt bin ich der ex-beliebteste Spieler der Eintracht.
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