Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Albinoleffe tanzt Avellinese schwindlig - Broderick doppelt, Colussi vollendet

Es gibt Fußballabende, an denen alles fließt wie ein gut gezapftes Bier - und andere, an denen man schon nach einer halben Stunde merkt: Das wird heute nichts mehr. Für AC Avellinese war der 7. Spieltag der 4. Liga Italiens eindeutig der zweite Fall. 3:0 hieß es am Ende für AC Albinoleffe, und das Ergebnis schmeichelte den Gästen fast noch. 5541 Zuschauer im Stadio Atleti Azzurri d’Italia sahen eine Heimmannschaft, die von Beginn an das Kommando übernahm - und ein Avellinese, das sich in der Defensive verhedderte wie ein Fisch im Netz.

Schon nach fünf Minuten kam Andrea Malito für Avellinese zum ersten Schuss aufs Tor - ein zaghafter Versuch, mehr Weckruf als Gefahr. Danach übernahmen die Hausherren. Enzo Colussi, der Regisseur im blauen Trikot, zog die Fäden, während Lucas Broderick und der junge Jurek Furtok auf den Flügeln für Wirbel sorgten. "Wir wollten früh Druck machen, nicht abwarten. Ich hab den Jungs gesagt: Heute spielen wir auf Risiko", verriet Albinoleffe-Coach (dessen Name sich die Redaktion leider nicht notiert hat, aber er lächelte dabei verschmitzt).

Das Risiko zahlte sich aus. In der 21. Minute war es Broderick, der nach einem klugen Querpass von Davib Latham das 1:0 markierte - trocken, präzise, unhaltbar. Avellinese-Keeper Christian Onnington flog zwar spektakulär, aber mehr für die Kameras als für die Statistik. "Ich dachte, er schießt in die lange Ecke", murmelte Onnington später, "aber er schoss in die andere lange Ecke."

Zehn Minuten später dann der nächste Stich ins Herz der Gäste: Colussi vollendete in der 37. Minute eine sehenswerte Kombination über Linksverteidiger Ole Bratseth, der offenbar vergessen hatte, dass er eigentlich Verteidiger ist. 2:0, und der Jubel im Stadion klang nach Erleichterung - zu oft hatte Albinoleffe in den letzten Wochen Chancen liegen lassen.

Doch kaum war das Echo des Torjubels verhallt, klingelte es wieder. Nur eine Minute später, in der 38., schlug Broderick erneut zu, diesmal nach einer butterweichen Flanke von Bratseth. Zwei Tore in 17 Minuten - der Engländer im Sturmzentrum war an diesem Abend schlicht nicht zu stoppen. "Ich hab einfach Spaß gehabt", grinste Broderick nach dem Spiel, "und wenn’s läuft, dann läuft’s."

Zur Halbzeit stand es 3:0, und Antonio Conte - ja, jener Conte, der offenbar ein Herz für Abenteuer in der dritten italienischen Liga gefunden hat - schlich mit gesenktem Kopf in die Kabine. "Wir waren zu brav", knurrte er später, "und Albinoleffe hat uns gezeigt, wie man mit Ball umgeht." Seine Worte trafen ins Schwarze: 60 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 21 Torschüsse zu mageren zwei - Zahlen, die man sonst nur aus ungleichen Pokalduellen kennt.

Nach der Pause wechselte Conte doppelt. Der 19-jährige Damian Vasco kam für den blassen Marco Marchetti, im Tor ersetzte Christian Onnington den unglücklichen Vincent Karlsson. Doch auch die Jugend konnte das Ruder nicht herumreißen. Albinoleffe blieb Herr im Haus, ließ Ball und Gegner laufen und hätte das Ergebnis leicht noch ausbauen können, wenn Furtok nicht gleich dreimal aus besten Positionen vergeben hätte. "Ich wollte’s schön machen", gab der 21-Jährige schmunzelnd zu, "vielleicht das nächste Mal einfach draufhalten."

Avellinese versuchte es derweil mit langen Bällen und robustem Körpereinsatz - ganz im Sinne ihrer taktischen Vorgabe "offensiv, aber konternd". Doch jeder Konterversuch endete spätestens bei Claudio Cossu oder Bratseth, die hinten abräumten, als ginge es um die letzte Kugel Eis vor Ladenschluss.

In den Schlussminuten wurde es gemütlich. Albinoleffe spielte die Zeit souverän herunter, die Fans sangen, und Conte stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, als wollte er schon die nächste Trainingswoche planen. Nur einmal, in der 67. Minute, sorgte Damiano Castello für einen Hauch von Gefahr - sein Schuss aus 20 Metern war aber genauso harmlos wie die Offensivbemühungen seiner Kollegen zuvor.

Als Schiedsrichter Giordano nach 91 Minuten abpfiff, war klar: Das war ein Statement-Sieg. Albinoleffe zeigte, dass Offensivfußball nicht nur in Serie A funktioniert, sondern auch in der 4. Liga Spaß machen kann.

"Ich hab selten so viel Spielfreude gesehen", lobte ein Zuschauer beim Hinausgehen, "fast schade, dass’s nach 90 Minuten vorbei war." Und irgendwo, tief im Bauch des Stadions, soll Broderick noch mit Colussi gewitzelt haben: "Wenn wir so weitermachen, müssen sie uns bald verbieten - das ist ja unfair."

Ein bisschen Übermut darf sein, nach einem 3:0, das in Wahrheit nach 5:0 roch. Avellinese wird sich schütteln müssen, Albinoleffe darf träumen - vom Aufstieg, vom nächsten Galaabend, oder einfach nur von einem weiteren Spiel, an dem alles funktioniert wie im Fußballmärchen.

08.04.643987 16:10
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Ich finde es großartig, dass sich die Frauen immer mehr vermehren in der Bundesliga.
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