Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Alexandroupoli überrollt Eordaikos - ein 17-Jähriger führt Regie beim 3:0-Auswärtssieg

Wenn 12.500 Zuschauer in Ptolemaida an einem kühlen Januarabend ins Stadion kommen, hoffen sie auf Leidenschaft, Kampf - und wenigstens ein Tor für ihr Team. Am 7. Spieltag der 1. Liga Griechenland bekamen die Fans von Eordaikos allerdings vor allem eines zu sehen: Alexandroupoli in Galaform. Mit 3:0 (0:0) gewann die Mannschaft von Trainer Bart Simpson - ja, der Name ist echt - und ließ den Gastgebern kaum Luft zum Atmen.

Dabei begann alles recht ausgeglichen. Eordaikos hielt den Ball zu Beginn ruhig in den eigenen Reihen, hatte mit knapp 48 Prozent Ballbesitz sogar fast Gleichstand. In der 7. Minute prüfte Matthew Leech erstmals den Gästetorwart Carl Djalo - der 21-Jährige lenkte den Ball lässig über die Latte und grinste anschließend in die Kurve, als hätte er gerade einen Elfmeter gehalten. "Ich wollte zeigen, dass wir heute nichts herschenken", sagte er später.

Alexandroupoli antwortete mit Wucht. Zwischen Minute 15 und 45 feuerten sie aus allen Lagen - 21 Torschüsse am Ende sprechen eine klare Sprache. Besonders der 29-jährige Rechtsaußen Georges Gramont zeigte sich spielfreudig, suchte immer wieder die Abschlüsse, oft knapp vorbei. Die Eordaikos-Abwehr um Routinier Ellis Connolly wirkte zwar bemüht, aber jedes Mal, wenn Archondis Papastathopoulos oder Gavriil Kostikos über die Flügel kamen, flatterten die grünen Nerven.

Nach torloser erster Halbzeit schien Eordaikos kurz Hoffnung zu schöpfen. Trainer und Spieler feuerten sich gegenseitig an - "Noch steht’s 0:0, Jungs, das ist unser Spiel!", rief Kapitän Samuel Reacock beim Wiederanpfiff. Fünf Minuten später klang das anders.

In der 52. Minute nämlich war der Bann gebrochen: Der erst 17-jährige Gavriil Kostikos, bisher vor allem als quirliger Flügelflitzer aufgefallen, verwandelte nach Vorarbeit seines gleichaltrigen Mitspielers Argirios Nikoloudis eiskalt. Ein Schuss ins lange Eck, Torwart Maor Tartman streckte sich vergeblich. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Kostikos später schüchtern, "mein Opa hat gesagt, ich soll nicht zu viel nachdenken." Bart Simpson, sein Trainer, kommentierte trocken: "Er hat auf Opa gehört - das war das Beste, was er tun konnte."

Eordaikos bemühte sich, kam in der 73. Minute durch Dimosthenis Katranas noch einmal gefährlich vors Tor, aber wieder war Djalo zur Stelle. Zwei Minuten später machte Alexandroupoli den Sack zu: Rechtsverteidiger Janne Tihinen schickte einen präzisen Pass in den Lauf von Gramont, der den Ball mit der Brust annahm und volley ins Netz jagte - 2:0 in der 75. Minute. Das Stadion verstummte, nur die rund 300 mitgereisten Fans aus Alexandroupoli tanzten im Gästeblock.

Eordaikos’ Angriffsversuche wirkten nun eher verzweifelt als zielstrebig. Wladimir Chalaskiewicz probierte es in der 78. Minute mit einem Distanzschuss, aber auch der landete in den Armen von Djalo. Stattdessen zeigten die Gäste, wie man Effizienz buchstabiert: In der 85. Minute zirkelte Routinier Ivica Dukic den Ball nach einer kurzen Ecke ins rechte obere Eck - 3:0. Der Jubel war ausgelassen, der Widerstand gebrochen.

"Wir haben in der Pause gesagt: Geduld, Jungs, das Tor kommt", verriet Trainer Simpson später. "Und wenn nicht, dann wenigstens Spaß haben. Offensichtlich hat’s funktioniert." Sein Gegenüber wirkte weniger heiter. "Wir waren eigentlich gut im Spiel", murmelte ein sichtlich frustrierter Eordaikos-Spieler, "aber irgendwie war jeder zweite Ball beim Gegner."

Die Statistik unterstreicht das deutliche Ergebnis: 21:6 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das alles ohne übertriebene Härte - abgesehen von einer Gelben für Nevio Santoyo (Alexandroupoli, 64.) und Adamantios Gounaris (Eordaikos, 72.).

Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus, wohl wissend, dass gegen diese jugendlich-frische und zugleich abgezockte Truppe aus Alexandroupoli an diesem Abend wenig zu holen war.

"Wir haben heute gesehen, wohin die Reise gehen kann", meinte Simpson mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Stolz und Selbstironie lag. "Wenn man die Kids einfach kicken lässt, machen sie manchmal Dinge, die man nicht mal im Training erklären kann."

Eordaikos hingegen wird sich fragen müssen, wie man ein Spiel, das lange offen war, so deutlich verliert. Vielleicht hilft ein Blick auf die Anzeigetafel: 0:3. Deutlicher kann Fußball manchmal nicht sein.

Und so verließen die Zuschauer das Stadion - einige kopfschüttelnd, andere mit dem lakonischen Satz auf den Lippen, der an diesem Abend wohl alles sagte: "Wenigstens war das Bier kalt."

29.03.643987 13:52
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Der sagt zu allem irgendwas. Stoßen in Tschechien zwei Spieler mit dem Kopf zusammen, weiß er, dass das in Leverkusen 1934 auch schon passiert ist.
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