La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

Almagro stolpert, Piratas halten Kurs: Gerechtes 1:1 in Cordoba-Hitze

Ein warmer Januarabend, 55.275 Zuschauer, ein Rasen, der schon vor dem Anpfiff nach Arbeit roch - und zwei Teams, die sich nichts schenken wollten. CD Almagro und Piratas Córdoba trennten sich am 6. Spieltag der 1. Liga Argentinien mit einem 1:1, einem Ergebnis, das so ausgeglichen war wie der Ballbesitz (49,5 zu 50,5 Prozent) - aber auf dem Platz durchaus seine eigenen Geschichten schrieb.

Die Piratas begannen, wie man sich ein Team mit diesem Namen vorstellt: mutig, etwas wild und mit einer gehörigen Portion Angriffslust. Und es dauerte keine zwanzig Minuten, da hissten sie bereits ihre Flagge im Strafraum der Gastgeber. Innenverteidiger Alex Eximenonis - ja, Innenverteidiger! - köpfte nach einer präzisen Flanke von Louis Bridges in der 18. Minute zum 0:1 ein. "Ich habe einfach die Lücke gesehen. Und gedacht: Warum nicht?", grinste Eximenonis später, während Trainerin Petra Schneider daneben trocken anmerkte: "Ich sage ja immer, Alex sollte eigentlich Stürmer sein - aber er hört ja nicht auf mich."

Doch wer dachte, Almagro würde sich überrumpeln lassen, irrte. Neun Minuten später schlug die Offensive der Hausherren zurück. Der erst 21-jährige Mittelstürmer Nael Antunes nutzte eine butterweiche Vorlage von Pol Bauzá und traf mit einem platzierten Schuss flach ins linke Eck - 1:1 in der 27. Minute. "Ich habe einfach instinktiv abgezogen", erklärte Antunes später - und fügte mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: "Trainer Szkoki sagt immer, ich solle öfter denken. Heute war’s besser, dass ich’s nicht getan habe."

Das Spiel blieb auch danach lebendig wie ein Mate nach Mitternacht. Beide Teams suchten das Tor - Almagro mit zehn, Córdoba mit acht Abschlüssen - doch der große Durchbruch blieb aus. Julien Billet, der flinke Linksaußen der Gastgeber, prüfte Torwart Vitorino Postiga gleich dreimal (9., 69. und 75.), scheiterte aber jedes Mal an dessen Reflexen. Kurz vor Spielende humpelte Billet nach einem Zweikampf vom Feld - Trainer Eddy Szkoki sprach später von "einer leichten Prellung, nichts, was ihn vom Tanzen abhalten würde".

Auf der anderen Seite wurde Piratas-Rechtsverteidiger Louis Bridges in der 37. Minute nach einem Zweikampf verletzt vom Platz getragen. Ein bitterer Moment, denn er hatte nicht nur den Assist gegeben, sondern bis dahin auch defensiv stark gespielt. "Das war ein Schlag aufs Schienbein, kein Bruch", erklärte Schneider später. "Aber wir haben ihn vorsichtshalber rausgenommen - Piraten wissen, wann sie vom Deck müssen."

Die zweite Halbzeit war geprägt von viel Einsatz, zwei Gelben Karten für Almagro - erst Freddie MacKinnon (23.), dann Ben Paul (61.) - und einem Mittelfeld, das sich wie ein endloser Sandkasten zwischen den Strafräumen anfühlte. Valerio Carli, der junge Spielgestalter Almagros, kassierte in der 76. Minute ebenfalls Gelb, nachdem er, laut eigener Aussage, "nur den Ball treffen wollte, aber der Ball sich leider in Rafael Carracedos Schienbein verwandelte".

Trainer Szkoki reagierte in der 61. Minute gleich dreifach: Er brachte den jungen Lionel Djalo für Eskil Sundström, Ben Paul kam für den verwarnten MacKinnon, und Torwart Davib Ramsay ersetzte den routinierten Jossi Pines-Paz - eine Rotation, die mehr nach Schachbrett als nach Fußballfeld klang. "Wir wollten frische Energie reinbringen", erklärte Szkoki. "Und vielleicht auch ein bisschen Chaos, das hilft manchmal."

Córdoba blieb gefährlich über die Flügel. Jake Shepherd und Rafael Carracedo setzten in der 79. und 82. Minute noch zwei Schüsse knapp neben das Ziel, und in der 88. Minute versuchte Andrzej Nowak aus der Distanz sein Glück - der Ball landete in der Fan-Kurve, aber der Applaus war ihm sicher.

Am Ende stand ein 1:1, das sich niemanden wirklich glücklich machte, aber auch keiner beklagte. "Ein Punkt ist ein Punkt", sagte Schneider achselzuckend. "Und ehrlich, bei dieser Hitze war das genug Bewegung für einen Dienstagabend."

Szkoki fasste es mit typisch trockenem Humor zusammen: "Wir haben gezeigt, dass wir Tore schießen können - und dass wir es danach lieber lassen."

Statistisch gesehen war das Unentschieden so gerecht wie selten: Beide Teams nahezu gleichauf bei Ballbesitz, Zweikämpfen, Chancen. Taktisch hielten sich beide an ihr Versprechen, offensiv zu agieren, aber das letzte Risiko scheuten sie wie ein Torwart den Pressetermin.

Und so bleibt unterm Strich ein Spiel, das man nicht als Klassiker bezeichnen wird - aber eines, das den Fußball in seiner ehrlichen, unperfekten Schönheit zeigte. Zwei Tore, zwei Trainer mit Humor und 55.000 Zuschauer, die zwar keinen Sieger sahen, aber immerhin eine Menge Geschichten mit nach Hause nahmen.

Oder, wie ein Almagro-Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens mit Stil unentschieden."

27.03.643987 21:52
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Mal verliert man und mal gewinnen die anderen.
Otto Rehhagel
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager