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Alto Peru dreht das Spiel - Cerrense stolpert über eigene Nerven

Primera Division | 1. Spieltag | 05.07.26 | CA Alto Peru - CD Cerrense 2:1

Es war ein lauer Sommerabend in der Primera Division, 1. Spieltag, 20 Uhr Anpfiff, 42.927 Zuschauer im Estadio Alto Peru - und es roch nach Aufbruchsstimmung, frisch gemähtem Rasen und leicht verbrannten Hoffnungen. Denn nach 90 intensiven Minuten hieß es 2:1 für CA Alto Peru gegen CD Cerrense - ein Ergebnis, das die Statistik nur halb erklärt.

Beide Trainer hatten ihre Teams offensiv eingestellt, zumindest auf dem Papier. Daniel Düsentrieb, der Tüftler an der Seitenlinie von Alto Peru, ließ seine Elf im klassischen Offensivmodus auflaufen, während Cerrenses Coach Leahcim Gnipeur auf "ausgewogen" setzte - was so viel hieß wie: Wir schauen mal, was passiert.

Und es passierte früh etwas - allerdings aus Sicht der Gastgeber das Falsche. In der 15. Minute nutzte Joao Gomes eine halbe Unaufmerksamkeit der Alto-Defensive und schlenzte den Ball nach Vorarbeit von Sean MacPhee in die Maschen. "Ich habe einfach draufgehalten, ehrlich gesagt wollte ich eigentlich flanken", grinste Gomes später in die Mikrofone.

Doch das Tor war weniger Schock als Weckruf für die Hausherren. Nur zehn Minuten später tauchte Innenverteidiger Jose Cunha nach einer Ecke plötzlich dort auf, wo eigentlich kein Innenverteidiger sein sollte - mitten im gegnerischen Strafraum. Ausgerechnet er, der Mann fürs Grobe, jagte den Ball mit Wucht zum 1:1 ins Netz. "Vielleicht sollte ich öfter vorne bleiben", sagte Cunha mit einem breiten Grinsen, während Trainer Düsentrieb ihm warnend den Finger zeigte.

Und als ob das nicht genug wäre, legte der 19-jährige Taylor Baker in der 32. Minute noch einen drauf. Nach feiner Vorarbeit von Manuel Collantes schob das junge Juwel den Ball eiskalt ein - 2:1, Spiel gedreht, Stadion am Kochen. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht. Wenn du in so einem Moment denkst, ist der Ball schon weg", meinte Baker, noch mit Grasflecken auf dem Trikot.

Die zweite Halbzeit brachte dann weniger Tore, dafür mehr Gelbe Karten und Schweiß. Cerrense übernahm den Ball, hatte am Ende 53 Prozent Ballbesitz, aber nur sechs Torschüsse - das nennt man wohl gepflegtes Scheitern in Zahlenform. Alto Peru verteidigte mit allem, was Beine hatte, und konterte gefährlich. Besonders Tiago Bischoff beschäftigte die Gästeabwehr mit seinen Dribblings - und auch mit seiner Neigung, in jeder aussichtsreichen Position einfach mal draufzuhalten. Fünf seiner 15 Heim-Torschüsse gingen auf sein Konto.

Ein kleiner Schreckmoment dann in Minute 59: Der junge Verteidiger Rui Mocana sah Gelb, nachdem er Cerrenses Nael Marques eher rustikal stoppte. "Ich wollte nur zeigen, dass wir noch da sind", erklärte Mocana später, während Düsentrieb überlegte, ob er dem Nachwuchsmann vielleicht ein Regelbuch schenken sollte.

Cerrense drückte in der Schlussphase, Coach Gnipeur stellte auf volles Pressing und "stark aggressiv" um - was in der Praxis bedeutete: viel Einsatz, wenig Präzision. Christian Petrizzi versuchte es in der 85. Minute mit einem Fernschuss, der eher nach Rugby aussah. "Wir hatten die Chancen, aber kein Timing", klagte Gnipeur nach dem Abpfiff.

Die letzten Minuten gehörten wieder Alto Peru. Erst Collantes, dann Corona prüften Cerrenses Keeper Jose Yago, der mit zwei starken Paraden wenigstens eine höhere Niederlage verhinderte. In der Nachspielzeit wechselte Düsentrieb noch einmal durch - vermutlich, um Zeit von der Uhr zu nehmen, vielleicht auch, um dem jungen Domingo Sancho ein Debüt zu schenken.

Als Schiedsrichter Torres schließlich abpfiff, klang ein kollektives Aufatmen durch das Stadion. Düsentrieb umarmte seinen Co-Trainer, während Gnipeur mit gesenktem Kopf Richtung Kabine stapfte. "Das war kein Zauberspiel, aber ein ehrlicher Arbeitssieg", fasste Düsentrieb treffend zusammen.

Die Statistik unterstreicht das: 15:6 Torschüsse für Alto Peru, aber weniger Ballbesitz. Wer also behauptet, Kontrolle bedeute automatisch Erfolg, darf nach diesem Abend getrost ins Philosophieseminar zurückkehren.

Und so startet Alto Peru mit drei Punkten in die Saison - mit jugendlichem Elan, einem Torwartwechsel zur Halbzeit und der Erkenntnis, dass auch ein Innenverteidiger ein Spiel drehen kann. Cerrense dagegen reist heim mit der Gewissheit, dass "ausgewogen" manchmal einfach zu wenig ist.

Oder, wie Joao Gomes beim Rausgehen sagte: "Wir waren nicht schlecht - nur die anderen ein bisschen besser." Ein ehrlicher Satz, der vermutlich auch Trainer Gnipeur ein leises Seufzen entlockte.

Ein Auftakt also, der Lust auf mehr macht - zumindest für die Fans von Alto Peru. Für Cerrense dagegen gilt: Abhaken, durchatmen, nächste Woche wieder flanken. Nur diesmal bitte nicht ins Tor des Gegners.

05.07.2026 22:21
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