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Antwerpen zerlegt Raanana - Kyrgiakos und Goosens treffen im Doppelpack

Es war einer dieser Abende, an denen sich ein Fußballstadion in eine Opernbühne verwandelt - nur dass die Arien diesmal von 39.750 Kehlen kamen und die Hauptrollen nicht von Tenören, sondern von Theagenis Kyrgiakos und Tim Goosens gespielt wurden. Der FC Antwerpen fegte im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde zur Conference League die Raanana Reds mit 4:0 vom Platz - und das nach einer zähen ersten Halbzeit, die eher an Kamillentee als an Champagner erinnerte.

Trainer Fabrillio Fabio hatte vor dem Spiel noch gewitzelt: "Wenn wir nach 45 Minuten nicht führen, spiele ich in der zweiten Halbzeit selbst." Er musste nicht - aber vielleicht hatte die Drohung ihre Wirkung. Denn was seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel zeigte, war eine Demonstration.

Dabei begann alles harmlos. Antwerpen rannte an, schoss früh aus allen Lagen - Goosens in der 1., 5. und 11. Minute, Kyrgiakos in der 4. und 19. Minute - aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Raananas junger Keeper Mordechai Sahar, zarte 19 Jahre alt, flog und hechtete, als wolle er die Gravitation persönlich besiegen. "Bis zur Pause dachte ich, wir schaffen das irgendwie", murmelte Reds-Coach Levi Ackerman später mit einem Gesicht, das sich zwischen Trotz und Müdigkeit nicht entscheiden konnte.

Dann kam Minute 66. Filipe Meira schob mit stoischer Ruhe einen Pass in die Gasse, Kyrgiakos nahm Maß - und endlich erklang das erlösende Geräusch des Tornetzes. 1:0. Das Stadion explodierte. "Ich hab nur gedacht: Endlich!", grinste der bullige Grieche später.

Von da an war es, als hätten die Rot-Weißen einen Schalter umgelegt. Antwerpen spielte plötzlich mit der Präzision eines Uhrwerks. In der 84. Minute legte Sergio Bosingwa elegant auf, Kyrgiakos drosch den Ball zum 2:0 unter die Latte. Zwei Minuten später war es wieder so weit: Der junge Victor Van Eetvelt, der bis dahin vor allem durch unermüdliches Laufen aufgefallen war, flankte butterweich auf Goosens - 3:0. Die Raanana-Abwehr stand da wie eine Touristen-Gruppe, die gerade den Stadtplan verloren hat.

Und weil Antwerpen an diesem Abend einfach nicht genug bekommen konnte, wiederholte sich die Szene drei Minuten später fast identisch: Van Eetvelt, wieder von links, wieder Goosens - 4:0. "Victor hat wohl ein Abo auf Flanken heute", witzelte Goosens nach Abpfiff.

Statistisch war das Ergebnis keine Überraschung: 23 Torschüsse für Antwerpen, nur vier für die Gäste, dazu 51 Prozent Ballbesitz. Raanana kam nie wirklich ins Spiel. Einziger Lichtblick: keine rote Karte, obwohl der junge Ben Tamuz schon in der 16. Minute Gelb sah. Antwerpen selbst blieb ebenfalls diszipliniert, nur Adrien Van Noppen kassierte nach rustikalem Einsteigen in der 57. Minute eine Verwarnung.

Kurz vor Schluss wurde’s dann doch noch bitter: Olivier Van Dongen verletzte sich in der Nachspielzeit und musste runter, für ihn kam Jose Ferreira - ein Wechsel, der mehr Mitleid als taktische Raffinesse war. "Olivier wollte unbedingt weiterspielen", sagte Coach Fabio, "aber ich hab ihm gesagt: Wir führen 4:0, das ist kein Western."

Bei Raanana herrschte nach dem Abpfiff betretenes Schweigen. Levi Ackerman stand lange an der Seitenlinie, die Hände tief in den Taschen, und sah seinem Team beim Abklatschen zu. "Wir sind jung, wir lernen", sagte er knapp. Dann drehte er sich um und verschwand im Tunnel, als wolle er das Kapitel so schnell wie möglich schließen.

In Antwerpen dagegen wurde gefeiert. Die Fans sangen, die Spieler tanzten, und Fabrillio Fabio grinste zufrieden: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben - aber nicht zu viel. Schließlich haben wir noch Runden vor uns."

Man hatte fast den Eindruck, Antwerpen hätte die gesamte erste Halbzeit nur dazu genutzt, Raanana einzuschläfern, um sie danach mit chirurgischer Präzision zu zerlegen. Wenn das der Masterplan war, dann Hut ab - oder wie es ein euphorischer Fan beim Rausgehen brüllte: "Das war keine Quali, das war eine Qual!"

Und so endet ein Abend, an dem Antwerpen nicht nur eine Runde weiterkam, sondern auch die Gewissheit gewann, dass Fußball manchmal Geduld, manchmal Genie - und manchmal einfach nur den richtigen Moment braucht, um zu explodieren.

29.03.643987 09:34
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Wenn ich über das Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.
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