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Copa Libertadores | Play-offs - Rückspiel | 07.10.26 | Aragua FC - CF Flamengo 3:2 Die Partie begann, als hätte jemand den Begriff "Abtasten" aus dem Regelbuch gestrichen. Flamengo kam früh zu Chancen. Caio Eusebio prüfte Araguas Defensive bereits in der 2., 5. und 18. Minute, Pau Menendo zielte in der 4. Minute ebenfalls auf das Tor. Aragua ließ sich davon nicht beeindrucken - oder hatte schlicht keine Zeit dazu. In der 7. Minute schlug Martin Semedo zu. Nach Vorarbeit von Ricardo Rodriguez brachte der zentrale Mittelfeldspieler die Gastgeber in Führung. Das Stadion, ohnehin mit 79.500 Menschen gut gefüllt, verwandelte sich in ein akustisches Naturereignis. "Jetzt bitte nicht schon wieder so ein Spiel", soll ein Zuschauer neben der Pressetribüne gerufen haben. Er bekam seinen Wunsch nicht erfüllt. Denn Flamengo antwortete. In der 18. Minute traf Eusebio nach Zuspiel von Marko Jovanovic zum 1:1. Sechs Minuten später drehte Olafur Holmqvist die Partie sogar komplett, Pau Menendo lieferte die Vorlage. Flamengo hatte zu diesem Zeitpunkt mehr vom Ball und kam insgesamt auf 54,4 Prozent Ballbesitz. Aragua besaß nur 45,6 Prozent - offenbar genau genug. Kurz vor der Pause schlug Aragua zurück. Patrik Voss erzielte in der 45. Minute das 2:2, Semedo wurde diesmal zum Vorbereiter. Die erste Halbzeit war damit ein kleines Fußballpaket mit fünf Minuten Lieferzeit: aufreißen, staunen, neu sortieren, wieder aufreißen. "Wir wollten offensiv bleiben, aber nicht kopflos werden", hätte Aragua-Trainerin Claire Werk nach dem Spiel sinngemäß sagen können. Der Verlauf legte allerdings nahe, dass zumindest der erste Teil des Plans besser funktionierte als der zweite. Flamengo-Coach Dino Ma dürfte seiner Mannschaft ebenfalls geraten haben, ruhig zu bleiben. Flamengo blieb ruhig - bis Aragua erneut traf. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Aragua den Druck. Die Gastgeber spielten offensiv, pressten aktiver und schossen im gesamten Spiel 17-mal auf das Tor. Flamengo brachte es auf neun Torschüsse. In der 58. Minute war es dann Sousa, der nach Vorarbeit von Semedo das 3:2 erzielte. Der 20-Jährige sah anschließend vermutlich ungefähr so aus, als müsse er selbst erst überprüfen, ob das wirklich passiert war. Flamengo versuchte in der Schlussphase, mit stärkerem Pressing zurückzukommen. Aragua antwortete mit Einsatz, gelegentlich auch mit jener kontrollierten Hektik, die im Fußball gern als "Leidenschaft" verkauft wird. Vincent Sousa sah in der 66. Minute die Gelbe Karte. Außerdem musste Silvestre Ze Castro nach einer Verletzung in der 36. Minute ausgewechselt werden. Domingo Pere kam für ihn ins Spiel. Später folgten weitere Wechsel, darunter Domenico Berardi bei Flamengo sowie Ricardo Rodriguez und Jacob Forbes bei Aragua. Die Gäste drängten bis in die Nachspielzeit, doch Aragua hielt stand. Michael Vogel und Martin Semedo sorgten noch einmal für Gefahr, Flamengo fand aber keinen Weg durch die entschlossene Abwehr. So blieb es beim 3:2 (2:2). Aragua FC gewinnt ein Spiel mit fünf Toren, 26 Torschüssen und genug Wendungen für mindestens drei gewöhnliche Fußballabende. Flamengo hatte mehr Ballbesitz. Aragua hatte am Ende das Wichtigste: das letzte Wort. 07.10.2026 19:16 |
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Wenn man sich einredet, man ist müde, dann ist man müde.
Lothar Matthäus