Anpfiff
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Arminia Hannover zerlegt Saarbrücken in einem wilden 8:3-Spektakel

Wenn man am 20. Spieltag der Regionalliga D den Weg in das Wilhelm-Langrehr-Stadion fand, durfte man sich glücklich schätzen: 3141 Zuschauer erlebten ein Spiel, das eher an ein Torfestival auf dem Bolzplatz erinnerte als an taktisch disziplinierten Regionalliga-Fußball. Arminia Hannover besiegte den FC Saarbrücken mit einem sagenhaften 8:3 - und das, obwohl der Ballbesitz nahezu ausgeglichen war. Die Arminen hatten einfach Lust. Und Leo MacDonald hatte offenbar einen sehr guten Abend.

Schon nach acht Minuten begann das Unheil für Saarbrücken: Christopher Fischer, quirlig wie eh und je, zog von rechts nach innen und traf - 1:0. Trainer Heiko Stephan riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen, während Gästecoach Carsten Altmeyer nur seufzte: "Da war der Abend eigentlich schon gelaufen."

Doch das war erst der Anfang. In der 22. Minute servierte Fischer perfekt auf MacDonald, der den Ball ins lange Eck schlenzte. Und weil’s so schön war, legte der Schotte in der 31. und 34. Minute gleich doppelt nach - ein lupenreiner Hattrick in zwölf Minuten! "Ich wollte eigentlich nur Spaß haben", grinste MacDonald später. "Aber dann dachte ich: Ach komm, noch einer!"

Saarbrücken war zu diesem Zeitpunkt mehr Staffage als Gegner. Erst kurz vor der Pause gelang Lennart Berthelsen ein Ehrentreffer - immerhin ein schöner Schuss nach Vorarbeit von Emanuele Acquaformosa. Beim Pausenstand von 4:1 konnte man sich fragen, ob die Gäste in der Kabine wenigstens die Taktiktafel benutzen oder sie gleich als Schutzschild gegen den nächsten Angriff verwenden würden.

Nach Wiederanpfiff kam kurz so etwas wie Spannung auf: Marc Albacar traf in der 46. Minute zum 4:2 - plötzlich roch es nach Aufholjagd. "Da dachte ich, vielleicht geht was", erzählte Altmeyer später, "aber dann haben wir wohl zu tief eingeatmet." Denn kaum eine Minute später stellte Kai Wilhelm mit einem satten Linksschuss den alten Abstand wieder her.

Als Jason Kern in der 56. Minute noch einmal auf 5:3 verkürzte, blieb immerhin das Gefühl, dass Saarbrücken sich nicht völlig aufgab. Doch Wilhelm (64.) und Innenverteidiger Jesus Schöne (80.) machten kurzen Prozess. Dass Schöne nach einem rustikalen Zweikampf in der 72. Minute Gelb sah, störte ihn wenig: "Ich wollte den Ball treffen - hab’s halt übertrieben gut gemeint."

Den Schlusspunkt setzte natürlich wieder Leo MacDonald, der in der 85. Minute seinen vierten Treffer erzielte. 8:3 - und man hatte den Eindruck, die Arminen hätten sogar noch Lust auf ein neuntes gehabt.

Statistisch gesehen war das Spiel fast paradox: Saarbrücken hatte mit 50,1 Prozent sogar leicht mehr Ballbesitz, doch was nützt das, wenn der Gegner 19 Torschüsse abgibt und acht davon versenkt? Die Gäste kamen auf acht Abschlüsse, immerhin drei fanden ihr Ziel - nur dass Hannover jedes Mal sofort antwortete.

Trainer Heiko Stephan nahm’s mit Humor: "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Dass sie gleich eine Torwartprüfung veranstalten, war nicht abgesprochen." Sein Gegenüber Altmeyer dagegen wirkte ratlos: "Wir wollten offensiv auftreten - das haben wir wohl zu wörtlich genommen. Unsere Abwehr stand eher im Park als im Strafraum."

Im Stadion jubelten die Fans, als wäre der Aufstieg schon sicher. Ein älterer Herr auf der Tribüne rief nach dem achten Tor: "Ich brauch gar kein Bier mehr, ich bin schon beschwipst vom Zählen!"

Arminia Hannover zeigte an diesem Abend, was Offensive in Reinform bedeutet: mutig, spielfreudig, manchmal übermütig, aber vor allem treffsicher. Und Leo MacDonald dürfte sich spätestens jetzt einen festen Platz in der Vereinschronik erspielt haben.

Zum Schluss noch ein kleiner Trost für den FC Saarbrücken: Bei einem 8:3 kann man wenigstens sagen, man war Teil eines legendären Spiels. Und wer weiß - vielleicht erzählen sie in Saarbrücken irgendwann: "Damals, als wir in Hannover acht Stück kassierten - das war der Tag, an dem wir gelernt haben, was Verteidigung bedeutet."

Ein wildes, irrwitziges Fußballspiel - und der Beweis, dass die Regionalliga D manchmal mehr Drama bietet als die Champions League.

16.01.643991 10:25
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die haben Fußball-Fachmänner, die haben so viel Ahnung vom Fußball wie ich vom Breakdance.
Thomas Häßler über Borussia Dortmund
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager