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Arrondo trifft früh - Malagueño verteidigt Sieg mit Zähnen und Klauen

Ein frühes Tor, ein zäher Abnutzungskampf und ein Stadion, das in der Schlussphase förmlich den Atem anhielt: Der FC Malagueño besiegt Conquense am 22. Spieltag der 1. Liga Spanien mit 1:0 - und das vor 32 000 lautstarken Zuschauern, die ihr Team zwischen Hoffen und Bangen anfeuerten, als hinge die Liga davon ab.

Bereits in der 7. Minute fiel der Treffer des Abends. Jorge Arrondo, 31 Jahre jung und mit der Erfahrung von 300 Pflichtspielen gesegnet, schob nach mustergültiger Vorarbeit von Albert Varela trocken ins rechte Eck ein. "Ich musste eigentlich nur noch den Fuß hinhalten", grinste Arrondo nach dem Spiel, "aber ich nehme den Ruhm natürlich gerne mit." Trainer Nico Meng kommentierte trocken: "So hatten wir das im Training genau einmal geübt - und da ist der Ball über den Zaun geflogen."

Danach wurde es ein Spiel der Nerven. Malagueño, taktisch ausgewogen mit leichtem Hang zum Konter, zog sich zurück, überließ Conquense den Ball und verteidigte mit stoischer Ruhe. Fast 51 Prozent Ballbesitz für die Hausherren - aber das sagt wenig über das Gefühl auf dem Platz. Conquense, angeführt vom unermüdlichen Michael Olise, drückte, biss, rannte. Nur das Tor wollte nicht fallen.

"Wir hätten noch eine Stunde spielen können, und der Ball wäre wohl trotzdem nicht reingegangen", seufzte Conquense-Coach Andreas Sch nach Abpfiff. Und ganz Unrecht hatte er nicht: Sieben Torschüsse seiner Mannschaft, einige davon brandgefährlich, aber Malagueños Keeper Alex Remiro hatte offenbar beschlossen, an diesem Abend unbezwingbar zu sein. In der 81. Minute etwa lenkte er einen Olise-Schuss aus spitzem Winkel mit den Fingerspitzen über die Latte - eine Parade, die das Stadion in tosendem Jubel versinken ließ.

Der Rest war Krampf und Kampf. Kalman Lantos und Cristobal Galindez standen hinten wie eine Mauer, während vorne Arrondo und Asier Zapatero auf Konter lauerten. "Ich hab irgendwann nur noch gedacht: bitte pfeif ab", gab Meng zu. Und als der Schiedsrichter nach vier Minuten Nachspielzeit tatsächlich abpfiff, fiel der Trainer seinem Co in die Arme, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen.

Conquense hingegen erlebte eine zweite Halbzeit zum Zähneknirschen. Zwei Gelbe Karten - Jules Kounde in der 54. Minute und Pedro Benitez in der 72. - dokumentierten den wachsenden Frust. "Wir wollten offensiver werden", erklärte Sch, "aber Malagueño hat einfach jeden Ball weggegrätscht, als wäre es der letzte ihrer Karriere." Seine Umstellungen zur Pause - Alex Baena und Jacob Bridges kamen rein - brachten zwar frischen Wind, aber keine Tore.

Besonders bitter: In der Nachspielzeit traf Bridges gleich dreimal den Ball - aber nie das Tor. "Vielleicht war das Tor zu klein", witzelte er selbstironisch in der Mixed Zone, "oder mein Fuß zu groß."

Auch das Publikum zeigte Nerven. In der 87. Minute, als Arrondo nach einem Zweikampf verletzt zu Boden ging und durch Silvestre Zuloaga ersetzt wurde, hielt das Stadion kurz den Atem an. Doch der Torschütze konnte nach dem Abpfiff immerhin humpelnd gratulieren. "Ein bisschen Eis, ein bisschen Tapas, dann passt das wieder", sagte er schmunzelnd.

Statistisch war es ein Spiel auf Messers Schneide: 8 Torschüsse Malagueño, 7 Conquense; Ballbesitz fast ausgeglichen, Zweikampfquote ebenso. Nur das kleine, aber entscheidende Detail auf der Anzeigetafel machte den Unterschied.

Trainer Meng fasste das Geschehen in seiner unnachahmlichen Art zusammen: "Schön war’s nicht. Aber wer Schönheit will, soll ins Museum gehen. Wir nehmen die drei Punkte."

Und Conquense? Die reisen mit hängenden Köpfen, aber erhobenem Stolz ab. "Wir haben alles gegeben", so Kapitän Jose Enrique Gomes, "nur das Tor hat uns den Gefallen nicht getan."

Ein Abend also, an dem Malagueño das Glück des Tüchtigen und Conquense das Pech des Fleißigen hatte. Fußball kann grausam sein - oder einfach ehrlich.

Und als die Flutlichter langsam erloschen, sagte ein älterer Fan auf der Tribüne zu seinem Nachbarn: "Weißt du, das war kein schönes Spiel, aber ein richtig gutes." Man möchte ihm nicht widersprechen.

21.06.2026 18:47
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Ich muss mich laufend entscheiden, ob ich die richtigen oder die falschen Spieler mit zur EM nehmen soll.
Erich Ribbeck
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