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Promotion League A | 13. Spieltag | 17.07.26 | FC Ascona - Frauenfeld 2:0 Schon in den ersten Minuten deutete sich an, was der Abend bringen würde: Ascona presste hoch, rannte viel, spielte kurz und schnell. Mike Kluge - gerade mal 19 Jahre jung, aber mit der Selbstsicherheit eines 30-Jährigen - prüfte den Frauenfelder Keeper Thomas Aubin bereits in der vierten Minute. Zwei Minuten später wieder. Und in der achten nochmal. Der Ball wollte zwar nicht rein, aber die Richtung war klar: nach vorn. Frauenfeld, im Ballbesitz sogar leicht überlegen (52 Prozent), wirkte dagegen wie eine Band, die zwar die Noten kennt, aber den Rhythmus verloren hat. Der Doppelschlag in der 32. und 34. Minute war dann so etwas wie die gerechte Belohnung für Asconas Mut. Erst traf der erfahrene Bryan Truyens, 32, mit einem satten Schuss ins lange Eck, nachdem der 18-jährige Innenverteidiger Luis Matthieu (!) ihn mit einem Pass aus der Tiefe mustergültig bedient hatte. Zwei Minuten später war’s dann Matthieu selbst, der nach einer Ecke von Alexandre Auclair den Ball über die Linie drückte. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", sagte der Teenager später mit einem schelmischen Grinsen. "Und gehofft, dass keiner merkt, dass ich eigentlich Innenverteidiger bin." Frauenfeld versuchte, sich zu wehren - Stephan Brenner und Lennard Wimmer schossen, Malik Seba rannte, Guillaume Eckert flankte. Doch die Ascona-Abwehr blieb standhaft, und Torhüter Marco Ackermann hatte einen dieser Abende, an denen er vermutlich auch eine Kaffeetasse aus dem Winkel gefischt hätte. "Er hat uns im Spiel gehalten, als es kurz brenzlig wurde", lobte Kapitän Pascal Schäfer, der mit 35 der Methusalem des Teams ist. Kurz vor der Pause wurde es dann ruppig: Frauenfelds Rechtsverteidiger Pascal Grenier sah Gelb (33.), Innenverteidiger Sven Brückner folgte vier Minuten später. "Er hat mich gar nicht getroffen", behauptete Asconas Flügelmann Loris Degano, während sein Gegenspieler Brückner nur die Augen verdrehte: "Wenn das kein Foul war, dann war ich Balletttänzer." Später, in der 89. Minute, bekam Brückner dann tatsächlich Gelb-Rot - vielleicht ein bisschen Frust, vielleicht ein bisschen Müdigkeit. In der zweiten Halbzeit war das Spiel längst entschieden, auch wenn Ascona weiter auf das dritte Tor drängte. 23 Schüsse aufs Tor - das spricht für sich. Frauenfeld kam gerade einmal auf sieben. "Wir haben zu viel quer gespielt", seufzte Frauenfelds Trainer nach dem Spiel. "Ascona hat uns den Schneid abgekauft. Und ehrlich gesagt: Die waren einfach heißer." Rainer Zufall, der Ascona-Trainer, sah es ähnlich, aber mit einem Augenzwinkern: "Wir haben ein junges Team, das manchmal nicht weiß, dass es müde sein dürfte. Die rennen einfach weiter. Vielleicht sollte ich ihnen mal erklären, was Ballbesitz ist - aber solange sie gewinnen, lass ich das lieber." Die Zuschauer feierten jeden Sprint, jede Grätsche, jeden abgefangenen Ball, als ginge es um den Aufstieg. Besonders laut wurde es, als in der 75. Minute der 23-jährige Dimitar Slawkow für den ausgepumpten Schäfer kam - der junge Bulgare winkte ins Publikum, als hätte er gerade das Siegtor geschossen. "Ich wollte nur zeigen, dass ich frischer bin", lachte er später. Am Ende blieb es beim 2:0, das nach Zahlen deutlicher war, als das Ergebnis vielleicht klingt. Frauenfeld hatte zwar mehr Ballbesitz, aber weniger Ideen. Ascona dagegen spielte schnörkellos, aggressiv und mit einem klaren Plan - Pressing, Kurzpass, Abschluss. Oder wie es Bryan Truyens nach dem Spiel trocken formulierte: "Wir spielen keinen schönen Fußball. Aber wir spielen unseren." Und so verließen die Fans das Stadion mit einem zufriedenen Lächeln, während über dem See die Nacht hereinbrach. Vielleicht war es kein Fußballfest im klassischen Sinne, aber ein Abend, an dem man merkte: In Ascona wächst etwas heran. Junge Spieler, mutige Ideen, und ein Trainer, der das Ganze mit einem Schuss Ironie würzt. "Rainer Zufall," sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen, "der Name passt. Aber diesmal war’s kein Zufall." 17.07.2026 21:12 |
Sprücheklopfer
Die Brisanz dieses Spieles hat man daran erkannt, dass sich Franz Beckenbauer über unsere Tore gefreut hat.
Mehmet Scholl nach einem der Derby der Bayern gegen die Löwen