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Eliteserien | 13. Spieltag | 17.07.26 | Asker BK - Viking FK 1:3 "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können", sagte Bisevac später, als er schon wieder halb die Schultern zuckte - ahnend, dass diese Geschichte kein Happy End haben würde. Denn Viking FK, angeführt von Trainer Markus Frey, hatte andere Pläne und offenbar noch ein paar Energydrinks im Gepäck. Nur acht Minuten nach dem Rückstand stand es 1:1. Albert Rodriguez, 23, Mittelstürmer mit der Ruhe eines Taxifahrers im Stau, nahm eine Kopfballverlängerung von Bruno Frechaut auf und schob eiskalt ein. "Ich hatte Zeit, mir zu überlegen, ob ich links oder rechts schieße. Also hab ich einfach in die Mitte geschossen", grinste Rodriguez nach dem Spiel. Von da an rollten die Wikinger. Ragnhild Hogmo (20) machte in der 28. Minute das 1:2 - nach perfektem Zuspiel von Jan Gulbrandsen. Und als Gulbrandsen selbst nur fünf Minuten später zum 1:3 traf, diesmal nach Vorarbeit von Solveig Mykland, war die Messe gelesen, obwohl der Schiedsrichter noch nicht einmal den Pausentee gerochen hatte. Asker-Coach - nennen wir ihn den Mann mit der stoischen Miene - hätte in diesem Moment wohl gern die Zeit angehalten. Stattdessen brüllte er von der Seitenlinie: "Rückt raus!", woraufhin seine Viererkette kollektiv einen Schritt zurückwich. Viking spielte da schon wie im Trainingsmodus: 14 Torschüsse am Ende, mit 45 Prozent Ballbesitz. Effizient, schnörkellos, nordisch kühl. Die Statistik sprach später Bände: Asker hatte zwar mehr Ballbesitz (54 Prozent), aber nur sechs Abschlüsse aufs Tor - und die meisten davon aus der zweiten Reihe. "Wir wollten geduldig bleiben", meinte Frey hinterher mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Selbstzufriedenheit und Understatement pendelte. "Die Jungs haben die Flügel ordentlich genutzt. Wir wussten, dass Asker kein Pressing spielt - also haben wir uns Zeit gelassen." Zeit genug für ein paar rustikale Szenen: Schon nach zwei Minuten sah Heikki Nyman Gelb, nachdem er Jorgen Mykland eher mit dem Ellbogen als mit sportlicher Fairness begrüßt hatte. Später, in Minute 34, folgte Age Andersen mit ebenfalls Gelb - ein klarer Fall von "Ich war doch am Ball!" (nur dass der Ball 20 Meter entfernt war). Die zweite Hälfte war dann mehr eine Demonstration der Kontrolle. Frey wechselte gleich dreifach zur Pause: Huxley, Larsson und Pfeifer kamen - jung, schnell, laufstark. "Ich wollte das Tempo hochhalten", erklärte der Trainer. Das gelang: Viking kombinierte, Asker kombinierte sich fest. Der Ball lief, das Publikum seufzte. In der 51. Minute versuchte es Mathias Bergmann für Asker noch mal aus 18 Metern, aber Viking-Keeper Gianluca Simeri Crichi, 21, flog wie ein Schauspielschüler beim Improkurs - spektakulär, aber effektiv. Danach verpuffte der Rest der Offensivbemühungen in gepflegtem Mittelfeldgeplänkel. Erland Herlovsen hatte in Minute 86 noch einmal die Chance, den Anschluss zu markieren, doch sein Schuss landete im Fangnetz - fast ein Symbolbild des Abends. "Wir hatten den Ball, aber sie hatten die Tore", sagte er danach trocken. Das Publikum verabschiedete die Teams mit verhaltenem Applaus - und ein paar ironischen "Heja Asker!"-Rufen aus Block D. Auf der Pressekonferenz konstatierte Frey nüchtern: "Wir haben das Spiel nach dem Rückstand kontrolliert. Ich bin zufrieden, aber nicht begeistert." Sein Gegenüber murmelte nur: "Wir beginnen stark, aber dann vergessen wir zu verteidigen." So bleibt ein Abend, an dem Asker kurz träumte und Viking schon nach einer halben Stunde alles klar machte. 1:3 - ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als das Spiel war, und doch genau das erzählt, was die Zahlen sagen: Mehr Schüsse, mehr Kaltschnäuzigkeit, mehr Punkte für Viking FK. Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen meinte: "Asker hatte heute den Ball - Viking den Plan." Und der war gut. 17.07.2026 21:07 |
Sprücheklopfer
Diese Siegermentalität wollen wir auch mental rüberbringen.
Berti Vogts