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Atenas dreht das Spiel - Cerrense verliert Nerven und Führung

Wenn 20.000 Zuschauer in San Carlos an einem lauen Februarabend im Stadion sitzen, dann erwarten sie Fußball mit Feuer. Und sie bekamen ihn - in allen Aggregatzuständen. CD Atenas besiegte im Duell des 17. Spieltags der 1. Liga Uruguay den CD Cerrense mit 2:1 (0:1). Es war ein Spiel zwischen Leidenschaft, Leichtsinn und einem Platzverweis, der das Drehbuch endgültig zum Drama machte.

Kaum hatte Schiedsrichter Ramirez die Partie angepfiffen, da zappelte der Ball schon im Netz. In der 8. Minute nutzte Cerrenses Flügelstürmer Kay Schäfer - ja, ein Deutscher in Uruguay - die erste Unachtsamkeit der Atenas-Abwehr. Nach einem feinen Zuspiel von Tomasz Szymkowiak drosch er den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck. Der frühe Schock hallte durch das Stadion wie ein Donnerschlag in der Siesta. "Ich dachte, wir hätten uns vorbereitet", murmelte später Atenas-Verteidiger Ezequiel Sa Pint, "aber offenbar hatte Kay andere Pläne."

Cerrense blieb in der ersten Halbzeit das gefährlichere Team. 44 Prozent Ballbesitz, dafür aber mit Zielstrebigkeit: Meira und Schäfer prüften Torwart Rui Assis mehrfach. Atenas hingegen wirkte behäbig, fast schläfrig - bis Trainer Rúben Díaz (der Mann mit dem unerschütterlichen Pokerface) in der Pause die Kabinentür schloss und Berichten zufolge "die Wände neu tapezierte".

Und siehe da: Nach Wiederanpfiff kam ein anderes Atenas zurück aufs Feld. Mehr Zug, mehr Mut, mehr Risiko. In der 58. Minute war es ausgerechnet Innenverteidiger Adrian Borreguero, der mit einem wuchtigen Kopfball nach einer butterweichen Flanke von Ferenc Weisz den Ausgleich erzielte. "Ich bin eigentlich nicht zum Kopfball da", grinste Borreguero später, "aber wenn’s keiner macht, mach ich’s halt."

Das Publikum tobte, und kaum hatten die Cerrense-Spieler den Ball wieder am Fuß, kam die nächste Wendung. Vier Minuten nach dem Ausgleich - die 62. Minute - schlug Domingo Rielo zu. Der rechte Flügelspieler, der zuvor schon fünfmal aufs Tor gezielt hatte, traf nach Pass von Sa Pint eiskalt ins linke Eck. 2:1, und das Stadion war ein Tollhaus. Rielo rannte zur Eckfahne, breitete die Arme aus und schrie in den Abendhimmel - wohl eine Mischung aus Erleichterung, Triumph und purem Trotz.

Doch Fußball wäre nicht Fußball ohne ein bisschen Chaos. In der 60. Minute verlor Cerrense-Mittelfeldmann Joao Gomes die Nerven, trat nach einem harmlosen Zweikampf nach und sah glatt Rot. Trainer Leahcim Gnipeur war außer sich. "Er sagt, er habe nur versucht, den Ball zu treffen", erklärte Gnipeur nach dem Spiel mit hochrotem Kopf. "Vielleicht sollte er das nächste Mal den Ball vorher suchen."

Atenas schien danach alles im Griff zu haben - bis Ezequiel Sa Pint, der Linksverteidiger und Vorlagengeber des 2:1, es seinem Gegenspieler gleich tat. Nach einer dummen Gelben in der ersten Hälfte rutschte er in der 67. Minute zu spät in einen Zweikampf - Gelb-Rot. Trainer Díaz raufte sich die Haare: "Ich wollte ihm gerade zurufen, dass er ruhiger bleiben soll. Da war’s schon zu spät."

Die restlichen 20 Minuten waren eine Mischung aus Nervenschlacht und Comedy-Show. Cerrense, nun in Gleichzahl, warf alles nach vorn. Schäfer prüfte Assis noch zweimal (68. und 74.), Meira köpfte in der 92. Minute drüber. Atenas verteidigte mit Mann und Maus, und jeder Befreiungsschlag wurde vom Publikum gefeiert, als hätte jemand das WM-Finale gewonnen.

Statistisch war’s ein enges Ding: 15:10 Torschüsse für Atenas, 55 Prozent Ballbesitz, 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die sich auf dem Papier nüchtern lesen, aber auf dem Platz nach purer Leidenschaft schmeckten. Als Schlusspfiff ertönte, lagen sich Spieler und Fans in den Armen.

"Wir haben Charakter gezeigt", sagte Torschütze Rielo hinterher mit einem Grinsen, "und ein bisschen Glück - aber Glück haben nur die, die es erzwingen." Cerrense-Coach Gnipeur hingegen stapfte mit gesenktem Kopf vom Feld. "Wir haben das Spiel in der Hand gehabt", knurrte er, "und dann haben wir uns selbst besiegt."

Atenas klettert mit dem Sieg weiter nach oben, Cerrense bleibt im Tabellenmittelfeld hängen - und die Zuschauer? Die gingen nach Hause mit dem Gefühl, etwas erlebt zu haben. Fußball, wie er sein soll: unberechenbar, emotional, ein bisschen verrückt.

Oder, wie ein alter Fan beim Rausgehen sagte, während er den Schal enger zog: "Ich komm ja eigentlich nur wegen der Aufregung. Und die kriegt man hier garantiert."

01.12.643990 06:16
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